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Kelkheim: Auf dieser Straße quietscht es - und das nervt

Es sind manchmal die kleinen Dinge, die den Bürgern auf den Keks gehen. So wie nun eine neu gefärbte Querung auf der Wilhelm-Dichmann-Straße.
Leuchtend rot, aber ärgerlich laut, wenn Autos darüber fahren: Die markierte Fläche der Wilhelm-Dichmann-Straße ist ein Ärgernis. Leuchtend rot, aber ärgerlich laut, wenn Autos darüber fahren: Die markierte Fläche der Wilhelm-Dichmann-Straße ist ein Ärgernis.
Kelkheim. 

Das muss der Reporter mit eigenen Ohren gehört haben. Wie Bürgermeister Albrecht Kündiger berichtet, soll den Anwohnern auf dem früheren Vario-Gelände ein Quietschen gehörig auf die Nerven gehen. Die Ursache war schnell gefunden: die rot markierte Fläche an der Kreuzung Wilhelm-Dichmann-Straße und Karolingerstraße. In der Tat: Beim Hörtest dieser Zeitung fällt es sofort auf: Es quietscht an einer Tour. Kaum ein Auto, das nicht mit diesem deutlich hörbaren Begleitgeräusch um die Kurve kommt. Je schneller die Fahrer unterwegs sind, umso lauter wird es.

Zu viel Verkehr

„Von 100 Autos quietschen 95“, sagt eine Anwohnerin, deren Grundstück direkt an die Ecke grenzt. Ihren Namen möchte sie zwar nicht in der Zeitung lesen, dafür erzählt sie offen von der Sache. „Das ist kein Zustand für die Anwohner“, ärgert sie sich. Just an diesem Nachmittag sei noch wenig los und die Autofahrer mit moderatem Tempo relativ diszipliniert unterwegs. Die Nachbarin berichtet von Rasern und vielen Fahrern, die diese Strecke als Schleichweg morgens und abends benutzen. Auch die Ausweisung der Hauptstraße zum verkehrsberuhigten Bereich habe hier nicht weniger Verkehr gebracht, berichtet sie. Und schon zwei Mal seien Autos bei ihnen in die Mauer gefahren. Ganz schlimm sei es, wenn sich sogar Lastwagen durch dieses Nadelöhr zwängen.

Für die Stadt ist erst einmal das Quietschen ein akutes Thema. „Ich habe nicht im Traum mit diesem Problem gerechnet“, sagt Bürgermeister Albrecht Kündiger. Es haben sich viele Anwohner gemeldet. „Es ist ein Thema, das ich verstehen kann. Man kann es nicht schönreden.“ Kündiger hat sich bei einem Ortstermin die störenden Geräusche angehört. Die Verwaltung befasse sich intensiv mit der Sache.

Immerhin: Die Ursache ist wohl gefunden. Vor gut einem Jahr hat die Stadt rote Farbe auf der Ecke auftragen lassen – ähnlich der Querung zwischen der Stadtmitte Nord und Süd. Was dort im Einklang zwischen Autofahrern und Fußgängern gut funktioniert, sollte auch den Übergang an der Ecke Dichmann-Straße/Karolingerstraße erleichtern. Der Schulweg sei damit sicherer geworden, weiß Kündiger. Mit einem Haken: Die rote Farbe verschwand nach und nach. Deshalb hat die Stadt das Rot jetzt intensiver aufsprühen lassen und nicht mehr aufgerollt. Mit der Folge, dass es nun keine Durchlässigkeit mehr zum Asphalt darunter gebe, so Kündiger. Die rote, dichte Fläche verursache das Quietschen.

Sand als Lösung?

Nun gibt es aktuell zwei Möglichkeiten. Ein Anwohner habe vorgeschlagen, Quarzsand aufzubringen, der den Boden aufraut und für eine Durchlässigkeit sorgen soll. Das will die Stadt testen. Variante zwei ist für den Bürgermeister nur die Notlösung: Die neue Farbe wieder herunter zu nehmen – mit der Gefahr, auch den Belag zu beschädigen. Kündiger muss fast selbst ein bisschen schmunzeln, wenn die Sache nicht so ärgerlich wäre: „Wir zerbrechen uns den Kopf, was wir machen können.“ In jedem Fall solle es eine Lösung für dieses echte Problem geben, kündigt er an.

(wein)

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