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Nach Beziehungsstreit: Autofahrerin gesteht ihre Unfallflucht

Von Beim Einparken hatte die 30-Jährige die Kurve zwar nicht bekommen. Doch beim Prozess wegen Fahrerflucht am Amtsgericht in Königstein in letzter Minute mit einem Geständnis aber schon . . .
Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv

Da hat die 30 Jahre alte Nordhessin Glück gehabt. Sie traf auf eine verständnisvolle Richterin und eine wohlgesinnte Amtsanwältin. Unterm Strich hätte es für die 30-Jährige schlimmer ausgehen können. Vorm Königsteiner Amtsgericht musste sie sich wegen einer Unfallflucht verantworten. Die Angeklagte hatte den Vorwurf bestritten, sich dann aber doch noch zu einem Geständnis durchgerungen. Die späte Einsicht lohnte sich: Das Gericht stellte das Verfahren gegen die Auflage ein, 400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es gab weder ein Fahrverbot, noch musste sie den Führerschein abgeben. Der Sachschaden von 1250 Euro ließ es zu, eine solche Sanktion zu verhängen.

Was war vorgefallen? Der Unfall war am 9. Oktober 2016 in der Hessenstraße in Schwalbach passiert. Die Frau parkte mit ihrem Mercedes ein, bekam aber die Kurve nicht. Ihr Wagen rammte einen anderen Daimler – Stoßstange gegen Stoßstange. Auf einem Balkon gegenüber rauchte eine 55-Jährige und wurde auf den Knall aufmerksam. Sie sah die beiden Autos aneinander stehen. Die Zeugin beobachtete, wie die Fahrerin ausstieg, zu einem gegenüberliegenden Wohnblock ging, später zurückkam und davonfuhr. Die Zeugin hatte später alles auf einen Zettel geschrieben und diesen hinter den Scheibenwischer des beschädigten Autos geklemmt. Die Frau soll groß, schlank und blond gewesen sein, also wie die Angeklagte.

Die Besitzerin des beschädigten Autos hat erst am nächsten Morgen die Polizei gerufen, die das inzwischen auf der anderen Straßenseite geparkte Auto der Angeklagten ent-deckte – mit den passenden Beschädigungen. Das Auto der Angeklagten war auf ihren Vater zugelassen, werde aber, so dessen schriftliche Aussage, nur von der Tochter bewegt. Der Unfallschaden ist längst reguliert.

Die Amtsanwältin war schon geneigt, die Versicherungsunterlagen beschlagnahmen zu lassen. Wenn der Schaden reguliert sei, müsse der Halter Angaben zum Unfallhergang gemacht haben, und diese könne er nur von der Tochter bekommen haben. Dann müsse die Frau auch gefahren sein. Die Richterin wollte ein Gutachten in Auftrag geben. So wollte sie herausfinden, ob die 30-Jährige den Unfall bemerkt haben musste.

So weit kam es dann aber nicht. Die Angeklagte und ihre Verteidigerin gingen auf den Flur und unterhielten sich. So kam es zu dem späten Geständnis, das sie die Anwältin vortragen ließ. Demnach war die Frau am Tattag wegen eines Streits mit ihrem damaligen Lebensgefährten „völlig durch den Wind“. Sie habe den Unfall wohl bemerkt, sei aber „in Schockstarre verfallen“ und habe nicht gewusst, wie sie mit der Situation umgehen solle. Es tue ihr sehr leid, ließ die Angeklagte ausrichten. Sie wisse auch, dass es mit den 400 Euro, die sie zahlen muss, nicht getan ist, da sie von der Versicherung wohl in Regress genommen werde.

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