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Familienfest am 20. August: Die „Löwenburg“ feiert Geburtstag

Von Kurios: Obwohl Hofheim bereits 1980 zur Kreisstadt wurde, saß die Verwaltung des MTK in Höchst. Der frühere Landrat Bernward Löwenberg brachte die Diskussion um das neue Kreishaus ins Rollen und er steht heute noch Pate für den Spitznamen des markanten Gebäudes.
Künstler unter den Gästen beim Eröffnungsfest des Hofheimer Kreishauses. Bildhauerin Wanda Pratschke (Schöpferin der der „Liegenden“), daneben Schriftsteller Adam Seide und Bildhauerin Ann Reder (von links). Foto: Peter Hammerschmidt Künstler unter den Gästen beim Eröffnungsfest des Hofheimer Kreishauses. Bildhauerin Wanda Pratschke (Schöpferin der der „Liegenden“), daneben Schriftsteller Adam Seide und Bildhauerin Ann Reder (von links).
Hofheim. 

Das Landratsamt feiert Geburtstag. Gerade einmal 30 Jahre alt ist der Bau, der am 11. September 1987 eingeweiht wurde. Fast 60 Jahre währte zuvor das Kuriosum, dass der Sitz der Kreisverwaltung außerhalb der Kreisgrenzen lag. In Höchst wurde dafür das frühere Landratsamts des Landkreises Höchst genutzt. Dieser war infolge einer Gebietsreform, bei der die Kreisstadt Höchst und die Orte Sindlingen, Unterliederbach und Zeilsheim 1928 nach Frankfurt eingemeindet worden waren, für eine Eigenständigkeit zu klein geworden. Dasselbe Schicksal teilte der Landkreis Wiesbaden, der ebenfalls Orte an die Stadt Wiesbaden verloren hatte. So bot es sich an, aus den Resten beider Kreise und Teilen des aufgelösten Hilfskreises Königstein eine neue Einheit zu formen. Am 20. März 1928 entstand per Gesetz der Main-Taunus-Kreis (MTK).

Verwaltung in Höchst

Es waren wohl pragmatische Gründe, die dafür sprachen, die Kreisverwaltung in Höchst zu belassen, wie Dieter Reuschling in einem Beitrag für das MTK-Jahrbuch 2011 dargelegt hat. Der Bau dort war damals gerade 36 Jahre alt und bot der 48-köpfigen Verwaltung genug Raum. Sogar vier Dienstwohnungen gab es, eine davon nutzte der erste Landrat des MTK, Wilhelm Apel (SPD), der kräftig an dessen Bildung mitgewirkt hat. Die Nazis waren die ersten, die an eine Verlegung des Kreissitzes in dessen Gebiet dachten. Hofheim wurde dafür erkoren.
 

Info: Das Programm

Der Main-Taunus-Kreis feiert den 30. Geburtstag des Landratsamt in Hofheim mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 20. August. Dabei präsentieren sich auch die zwölf Kommunen im Kreis.

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Für die Stadt sprach, dass sie die meisten Einwohner aller Kommunen im Main-Taunus-Kreis hatte und zudem zentral gelegen war. Eine Kreisverwaltung plante der damalige Landrat Dr. Ernst Janke am Kapellenberg, unweit des Marienkrankenhauses, doch dazu kam es nicht. Der erste Landrat, der nicht in Höchst sondern in Hofheim wohnte, war Jankes Nachfolger Dr. Franz Brunnträger. Der NSDAP-Mann, der von Juni 1939 an Landrat war, suchte sich als Dienstvilla das Haus der Jüdin Emma Kopp im heutigen Roedersteinweg 2 aus. Kopp musste ihr Eigentum weit unter Wert verkaufen. Auch die späteren Landräte Dr. Walter Weber, Dr. Joseph Wagenbach (CDU) und Valentin Jost (SPD) hatten in Hofheim ihren privatem Wohnsitz (ohne Dienstvilla), doch ihr Arbeitsplatz war wie der ihrer Vorgänger in Höchst. Wagenbach unternahm immerhin mehrere Vorstöße, den Kreissitz ins Kreisgebiet zu verlegen und in den Hofheimer Brühlwiesen einen Verwaltungsneubau zu realisieren.

Info: Mitarbeiterzahlen

1934 bestand die Verwaltung des gerade sechs Jahre alten Main-Taunus-Kreises aus 48 Personen. 1958 waren es nach den Recherchen von Dieter Reuschling 190.

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Doch vergeblich. Erst mit der erneuten Gebietsreform der 1970er Jahre kam Bewegung in die Sache. Der Kreistag sprach sich 1974 gegen die vom Land angestrebte Verkleinerung des Kreisgebiets und für eine Verlegung des Sitzes nach Hofheim aus. Das Land ignorierte allerdings beide Willensbekundungen souverän. Der MTK verlor Teile an den Rheingau-Taunus-Kreis, den Hochtaunus und die Stadt Wiesbaden, Verwaltungssitz blieb Frankfurt-Höchst. Notgedrungen überlegte der Kreisausschuss, wie er die auf rund 350 Mitarbeiter gewachsene Verwaltung unterbringen könnte und plante einen Neubau in Höchst.

Zwei Bürgerinitiativen

Doch die Kommunalwahl 1977 brachte im Kreis die CDU an die Macht, die sich mit Bernward Löwenberg einen Landrat wählte, der das Thema Kreissitz auf die Tagesordnung holte. In Hofheim wurde daraufhin heiß diskutiert, wo das Kreishaus gebaut werden könnte. Zwei Bürgerinitiativen wollten die Standorte auf dem Hochfeld und am Steinberg verhindern. Als Alternative wurde der Nordring genannt, an dem heute das Finanzamt steht. Die Stadt Hofheim und der Kreistag einigten sich auf das symbolträchtige Gelände auf dem Hochfeld, wo schon die Römer mit einem Kastell ihre Machtansprüche über das Gebiet rundum deutlich machten. Zum 1. Januar 1980 wurde Hofheim am Taunus auf Beschluss des Hessischen Landtags jüngste Kreisstadt Hessens. Vom 1. Februar an löste das Kfz-Kennzeichen „MTK“ das bis dahin übliche „FH“ für Frankfurt-Höchst ab. Der Grundstein für das Kreishaus, nach dem damaligen Landrat gern auch „Löwenburg“ genannt, wurde im November 1984 gelegt.

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