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Ein Christo-Bild als Kultur-Impuls

Der 73-Jährige möchte die Kulturgemeinde unterstützen - möglich machen soll dies ein weißes Rathaus.
Hornau. 

Es kommt vor, dass Manfred Guder morgens um 6 Uhr aufsteht, zum Staufen fährt, im Trimm-Trab-Schritt den Berg hinauf hechelt, um dann pünktlich die ersten Sonnenstrahlen zu erleben. So geschehen im Winter 2011, als der Kelkheimer Maler eben genau diese Stimmung am Staufen für seine aktuelles Werk auserkoren hatte. Auch das Motiv vom Glaskopf, das in der Alten Kirche gleich daneben hängt, habe er nur an einem ganz bestimmten Tag der Sonnenwende im Juni „einfangen“ können, sagt der 73-Jährige.

„Die vier Jahreszeiten“ hat Guder seine aktuelle Ausstellung überschrieben, die am morgigen Freitag, 24. Mai, um 19 Uhr in der Alten Kirche eröffnet wird. Die Ideengeber für diesen Titel hängen an einer Stellwand fein nebeneinander - es sind Bilder vom Seegrund Schloßborn, mal in kräftigen Farben im Frühling, mal ganz in Weiß im Winter.

Apropos Weiß: Diese Farbe spielt nicht nur wegen der Winterlandschaften einen wichtige Rolle in Guders Ausstellung. Sie soll auch dazu beitragen, dass der finanziell etwas angeschlagenen Kulturgemeinde Kelkheim (siehe „Extra“ rechts) geholfen wird. Manfred Guder möchte ein sehr spezielles Werk zugunsten dieses Vereins versteigern. Die amerikanische Auktion ist für Sonntag, 9. Juni, ab 17  Uhr in der Alten Kirche geplant. Guder erhofft sich einen nennenswerten Beitrag für die Kulturgemeinde, deren Mitglied er ist und für die er die großen Veranstaltungsbanner zum Selbstkostenpreis gestaltet. Einen Auktionator hat er schon im Visier.

Das Bild der Versteigerung hat seinen Platz auf dem Podest in der Kirche. Auf den ersten Blick ist das Kelkheimer Rathaus in der Winterlandschaft schwer zu erkennen. Guder hat es wie einst Künstler Christo verhüllt. „Das ist der Reichstag von Kelkheim“, sagt zum bereits 1996 entstanden Bild - zu einer Zeit, als der extravagante Verhüllungsexperte weltweit unterwegs war. Er habe es damals für die Ausstellung „Die Farbe Weiß“ der Künstlergruppe um Guder, seine Frau Karin sowie die inzwischen verstorbene Rosemarie Philippbaar gemalt. „Da war Christo ganz groß - und ich habe gedacht: ,Pack’ doch mal das Rathaus im Winter ein.’“

„Ein bisschen traurig“

Die Stadt könne gerne mitbieten, spielt der selbsternannte „Maler der Region“ auf den Streit über die gekürzten Zuschüsse für die Kulturgemeinde an. „Der Verein hat es finanziell ein bisschen schwer, das will ich unterstützen.“ Den Streit um wenige tausend Euro im Kelkheimer Haushalt fand Guder „ein bisschen traurig“, betont er. „Ich kann verstehen, dass gekürzt werden muss. Aber die Kulturgemeinde ist etwas Besonderes, sie hat auch etwas mit dem Wohnwert der Stadt zu tun. Das ist schade, dass dort einfach mit dem Bleistift gekürzt wurde.“

Felsformationen

Manfred Guder hätte sicher nichts dagegen, es würden sich auch für andere Bilder der Ausstellung Käufer finden. Die Schau der Gemälde in Öl und Aquarell ist wie eine kleine Reise durch die Region. Hier hängen die unterschiedlichen Felslandschaften im Wechsel der Jahreszeiten - von den Eschbacher Klippen bis zum Dachsbau in Eppenhain. Dort ist die Burgen-Parade mit Eppstein und Königstein, und schließlich streift der Blick über Kronberg bis in die Mainebene. Diese Bild habe er nach fünf Besuchen ganz ohne Skizze oder Fotovorlage gemalt, betont Guder. „Mal um zu zeigen, ich kann es.“ Geübt hat der Kelkheimer Naturschützer übrigens schon lange. Schon währen der Lehrer zum Maschinenschlosser besuchte er die Städel-Abendschule. Seit 1986 malt er in Öl - fast 300 Landschaftsbilder sind seitdem entstanden. Etwa alle zwei Jahre stellt in Guder in Kelkheim aus. 2014 ist aber seine Frau Karin, mit er im Urlaub gerne gemeinsam malt, mit einer eigenen Schau dran.

Morgen, 19 Uhr, wird die Ausstellung von Manfred Guder in der städtischen Galerie in der Alten Kirche, Rotlintallee, eröffnet. Die Bilder sind bis zum 9.  Juni zu sehen - und zwar mittwochs von 15 bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

(Frank Weiner)
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