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Der Fall Annika Seidel: Kelkheimerin seit 17 Jahren vermisst

Von Wo ist Annika Seidel? Vor 17 Jahren verschwand die damals 12-jährige Kelkheimerin. Die Polizei sucht immer noch nach ihr – und die Angehörigen geben die Hoffnung nicht auf.
Kelkheim. 
Annika Seidel Bild-Zoom
Annika Seidel

29 Jahre alt wäre Annika Seidel heute – oder ist sie tatsächlich, wenn sie nämlich noch lebt. Genau das aber weiß man nicht, seit sie im September des Jahres 1996 spurlos in Kelkheim verschwand. Die Fotos, die es von ihr gibt, zeigen sie als Elfjährige und sind deshalb nicht wirklich dazu geeignet, sie heute zu identifizieren. Schon deshalb wird es immer schwieriger, noch eine Spur zu finden.
 

Die Polizei hat es noch einmal versucht. Am Sonntag wurde im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks eine Sonderausgabe des „Kriminalreports Hessen“ gezeigt, die sich ausschließlich um Vermisstenfälle drehte. Gleich der erste Fall war der der Annika Seidel, gezeigt wurden Schauplätze in Kelkheim, Interviews mit der Kriminalpolizei, alte Filmaufnahmen von Suchaktionen. Die Sendung wurde am Montagabend wiederholt.

Gebracht hat es bislang nichts. Kein einziger Hinweis sei eingegangen, berichtet Andreas Beese, Pressesprecher der Polizeidirektion Hofheim, auf Anfrage des Kreisblattes. Etwas mehr hatte man sich schon erhofft, räumt er ein. Aber schon in den vergangenen Jahren habe sich keiner mehr wegen dieser Geschichte bei der Polizei gemeldet.

Es war der Hessische Rundfunk, der die Hofheimer Polizei für seine Sendung auf den Fall angesprochen hatte. Die Polizei hatte das Angebot gerne angenommen, denn so lange das Schicksal des Mädchens nicht geklärt ist, so lange wird der Fall auch nicht zu den Akten gelegt. Immer wieder einmal nimmt sich ein Mitarbeiter solche Fälle vor und schaut die Akten durch – ein anderer Beamte deckt mit anderem Blickwinkel eventuell neue Zusammenhänge auf.

Dabei hat man in all den Jahren kaum mehr herausfinden können als das, was schon gleich nach dem Verschwinden des Mädchens feststand. Sie war 10. September 1996 mit ihrer Mutter in Kelkheim unterwegs und trennte sich von ihr, um in einer Zoohandlung noch Floh-Spray für ihren Hund zu besorgen. In dem Geschäft kam sie nie an, auch nicht zu Hause.

Die Polizei ermittelte intensiv; Hubschrauber, Hunde und Hunderte von Einsatzkräften waren unterwegs. In Oberjosbach soll das Mädchen gesehen worden sein, gleich mehrere Zeuge gaben an, sie am Gimbacher Hof erkannt zu haben, und zwar an einem Auto mit osteuropäischem Kennzeichen. Allerdings führte diese Spur nicht weiter, und auch als sich später ein Zeuge meldete, der Annika Seidel im nordrhein-westfälischen Oberhausen gesehen haben will, brachte das nichts.

Weitere Spuren gab es keine. Wenige Jahre nach dem Verschwinden Annika Seidels starb ihre Mutter, die Fernsehjournalisten brachten etwas spekulativ beides miteinander in Zusammenhang. Der Vater lebte schon nicht mehr, als Annika Seidel verschwand, übrig blieb der Bruder. Das Schlimmste sei die Ungewissheit, erklärte dieser gegenüber dem Hessischen Rundfunk. Die Hoffnung, seine Schwester eines Tages lebendig wieder zu sehen, hat er noch nicht ganz aufgegeben.

Die Polizei kann umgekehrt nicht ausschließen, dass das Mädchen Opfer eines Tötungsdeliktes wurde, bezeichnete es aber auch als Möglichkeit, dass sie irgendwo gefangen gehalten wird. Dass sie sich absichtlich und freiwillig von ihrer Familie und aus Kelkheim entfernt hat, gilt als unwahrscheinlich.

Polizeisprecher Beese ermuntert mögliche Zeugen, sich auch jetzt noch bei der Polizei zu melden, wenn sie es noch längst nicht getan haben. Manchmal erscheinen bestimmte Begebenheiten nach Jahren in völlig anderem Licht, hat die Polizei schon festgestellt. Besser werde zehn Hinweisen vergeblich nachgegangen als es bleibe einer aus, der zum Erfolg führe. Wem jetzt auch nach der Fernsehreportage noch etwas eingefallen ist, kann die Polizei unter der Nummer (0 61 92) 2 07 90 anrufen.

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