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Hofheimer mit Stadtpolitik unzufrieden: „Veralberung der Bürger“

Von Der umstrittene Neubaukomplex der Bücherei am Kellereiplatz wird zwar kleiner – aber von einem städtebaulichen Gesamtkonzept könne keine Rede sein, monieren die Kritiker.
Immerhin ein Zugeständnis: Die Bäume an der Pfarrgasse bleiben stehen, da der Bücherei-Komplex zehn Meter von der Straßenkante wegrückt. Der dahinter liegende Parkplatz wird aber weitgehend überbaut, und der sogenannte Altstadtriegel mit Tiefgaragenzufahrt stößt an das historische Gebäudeensemble (rechts) an der Pfarrgasse  mit Wohnhaus und Scheune. Bilder > Foto: Knapp Immerhin ein Zugeständnis: Die Bäume an der Pfarrgasse bleiben stehen, da der Bücherei-Komplex zehn Meter von der Straßenkante wegrückt. Der dahinter liegende Parkplatz wird aber weitgehend überbaut, und der sogenannte Altstadtriegel mit Tiefgaragenzufahrt stößt an das historische Gebäudeensemble (rechts) an der Pfarrgasse mit Wohnhaus und Scheune.
Hofheim. 

„Zufrieden bin ich ganz sicher nicht“, fasst Dr. Gerhard Marquordt, der Vorsitzende des Kunstvereins, seine Reaktion auf den neuesten Beschluss der Stadtverordneten zur geplanten Bebauung der Kellereiplatz-Nordseite zusammen. Meine Befürchtung bleibt, dass Stückwerk gemacht wird“, sagt Marquordt, denn von einem städtebaulichen Gesamtkonzept für alle noch zur Neubebauung anstehenden Grundstücke sei ja nach wie vor keine Rede. Im Grunde habe man schon mit der Verwirklichung des HWB-Baus, „das ja auch nicht passt“, das ursprüngliche Konzept verlassen. Nun müsse man befürchten, dass nach einer Bebauung der Nordseite das restliche Gelände, auf dem jetzt noch die Bücherei, das frühere MKW-Gebäude und eine Garagenzeile steht, „an einen Investor verramscht“ wird, sagt Marquordt. „Und es wird dann so bebaut, wie er es haben will.“

Dass die Stadt die Idee nicht aufgreife, wirklich dort einen lebenswerten Platz entstehen zu lassen, finde er nicht gut, zeigt sich Marquordt enttäuscht. Es handle sich um eine städtebaulich so wichtige Achse in Hofheim, „da muss eine anständige Architektur entstehen“. Das hatte auch Professor Klaus Trojan, von dem das ursprüngliche Gesamtkonzept für den Bereich zwischen Rathaus und Kellerei stammte, in einem Kreisblatt-Interview im Februar bekräftigt. „Trojan hat in allem Recht“, sagt Marquordt.

Ingrid Schulz, Sprecherin der Bürgerinitiative Kellereiplatz, will in jedem Fall weiter für eine städtebaulich gute Lösung kämpfen. „Jetzt erst recht“, sagt sie entschlossen. „Eine Veralberung“ sei, was die Stadtverordneten den Bürgern an Mitsprachemöglichkeit geben wollten. Einmal mehr ist für sie belegt, „dass der Bürgerwille in Hofheim überhaupt nichts zählt“. Dass man das Gebäude ein paar Meter zurück nehmen wolle, sei zu wenig. Sehr berechtigt sei die Frage von Makler Ralf Weber gewesen, ob nicht vor allem das Interesse der Taunus Sparkasse, die dem Vernehmen nach Ankermieter werden soll, am Ende den Bau bestimmen werde.

Die Linke, die, wie berichtet, als einzige am Dienstagabend gegen den Beschlussvorschlag stimmte, mit dem das weitere Verfahren auf der Basis des überarbeiteten HWB-Nutzungskonzepts von den drei Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung abgesegnet wurde, sieht schon einen Beleg dafür, dass es zu einer „Interessentenplanung“ (so Weber) kommen werde. Denn ursprünglich hätten die Zugänge zu den gewerblichen Räumen von der Pfarrgasse aus erfolgen sollen, nun sehe der HWB-Vorschlag für die Architektenplanung Zugänge auch für die Sparkasse vom Kellereiplatz aus vor, lässt der Linke Stadtverordnete Bernd Hausmann in einer Pressemitteilung wissen. Bisher habe diese „Schauseite“ allein der Bücherei gehören sollen. Für Hausmann sind weiter viele Fragen offen. Gelte, wie Bürgermeisterin Stang betont habe, weiter der Beschluss der Stadtverordneten aus dem September, dann sei alles ausgeschlossen, was die Bücherei-Miete teurer mache als die damals beschlossenen 81 900 Euro jährlich.

Ingrid Schulz bekräftigt, dass die BI auf jeden Fall an den Bürgerforen teilnehmen werde. „Boykottieren bringt gar nichts.“ Auch die Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt will sich in jedem Fall in die weiteren Gespräche einbringen. Man sei aufgefordert, einen Architektenvorschlag zu machen, das werde die Bürgervereinigung auch tun, sagt der Vorsitzende Andreas Friedrich. Auf jeden Fall hätte man da gern jemanden, „der die Hofheimer Verhältnisse kennt.“ Für die Bürgervereinigung wäre die verkleinerte Form des Hauptbaukörpers an der Elisabethenstraße schon ein Fortschritt, sagt Friedrich. Probleme habe man aber nach wie vor mit dem sogenannten „Altstadtriegel“, der die historische Scheune auf dem denkmalgeschützten Anwesen Pfarrgasse 22 komplett zustelle. „Wenn natürlich von vornherein bestimmte Quadratmeter vorgeben sind, die untergebracht werden müssen, ist das architektonisch ein Problem“, fürchtet Friedrich.

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