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Einblicke in die Rüsselsheimer Urgeschichte: 30 Millionen Jahre im Zeitraffer

Mehr als 30 Millionen Jahre umfasste der Vortrag der beiden Geologen Manuel Lauterbach und Christine Kumerics im Stadt- und Industriemuseum. Doch wer glaubt, die Folgen der geologisch zum Teil turbulenten Vergangenheit dieser Region seien nicht mehr präsent, der irrt.
Die beiden Geologen Manuel Lauterbach und Christine Kumerics kennen sich mit der Erdgeschichte aus. Foto: Ralph Keim Die beiden Geologen Manuel Lauterbach und Christine Kumerics kennen sich mit der Erdgeschichte aus.
Rüsselsheim. 

Höchst wahrscheinlich hat keiner etwas gespürt. Doch am 17. März dieses Jahres bebte in Rüsselsheim die Erde. Mit 1,73 auf der Richterskala und das auch in einer Tiefe von zehn Kilometern war das nichts im Vergleich zu dem, was sich in anderen Regionen der Erde abspielt. „Ein solches Erdbeben ist die Folge der Bewegungen, die immer noch im Oberrheingraben vorherrschen“, erläuterte die Geologin Christine Kumerics vor mehr als 80 Zuhörern im Stadt- und Industriemuseum, wo sie zusammen mit ihrem Ehemann Manuel Lauterbach, ebenfalls Geologe, die erdgeschichtliche Entwicklung der Region der vergangenen mehr als 30 Millionen Jahre vom Tropenmeer bis zum Ur-Main darlegte.

Ein Meer voller Haie

Doch vor 30 Millionen Jahren gab es den Rheingraben noch nicht. Stattdessen erstreckte sich in der Region, in der auch Rüsselsheim liegt, ein warmes Meer, in dem sich Haie, Seekühe und Langusten tummelten. In den kommenden Jahrmillionen kam und ging das Meer. Und irgendwann blieb es ganz weg. „Vor zehn Millionen Jahren bildete sich der Ur-Rhein“, führten die beiden Geologen anhand von Darstellungen und Zeichnungen vor. Dieser Fluss sei allerdings mit dem „Vater Rhein“ von heute nicht zu vergleichen gewesen. „An seinen von Urwäldern besäumten Ufern tummelten sich Ur-Nashörner und Ur-Pferde.“

Erst der sich – heute noch – formende Rheingraben schuf ein halbwegs stabiles Bett. Da sich der Rheingraben heute noch jährlich rund einen Millimeter hebt und senkt, gibt es immer wieder Erdbeben, die im Landkreis Groß-Gerau schon so manchen im Schlaf erschreckt haben.

Mammuts am Main

Vor 2,8 Millionen Jahren war schließlich Schluss mit den angenehmen Temperaturen. Die Eiszeiten kamen und mit ihnen die Mammuts und ein neuer Fluss: der Main.

„Doch der Ur-Main dürfte bis zur 16-fachen Wassermenge des heutigen Mains gehabt haben“, erläuterte Manuel Lauterbach den staunenden Zuhörern.

Die Erdbeben sind nicht die einzigen Überbleibsel der geologischen Entwicklung der Region, die seit Jahrmillionen anhält. In Rüsselsheim, genauer gesagt in Bauschheim, ist nach Auskunft von Christine Kumerics in der Region das einzige oberirdische Gestein aus der Tertiär-Zeit zu finden. Wer beim Spaziergang besonders im Bereich Bauschheimer Kalkhügel auf den Boden schaut, der blickt dabei vielleicht auf kleine Steinchen, die 30 Millionen Jahre und älter sind.

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