E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 17°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Fusion der Standesämter: Ämter-Hochzeit sorgt für Ärger

Bürgermeister Jan Fischer (CDU) bringt am Donnerstag im Ortsparlament den Haushalt samt Stellenplan ein. Über die Personalplanung wird schon jetzt gestritten. Einig sind sich die Fraktionen bislang nur über eine Fusion der Standesämter von Nauheim und Trebur.
Das Trauzimmer im Alten Rathaus Nauheim. Das Trauzimmer im Alten Rathaus Nauheim.
NAUHEIM / TREBUR. 

Nauheim und Trebur könnten bei Trauungen künftig kooperieren. Zwar ist nicht daran gedacht, hier oder dort auf ein Standesamt zu verzichten. Gleichwohl besteht die Chance, die Hochzeitstermine nur von Nauheimer Seite aus zu verwalten. Andere Personalfragen sind so umstritten wie nie.

Der Gemeindevorstand hat vom Haupt- und Finanzausschuss (HFA) sieben Ja-Stimmen für die mit Trebur mögliche interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des Standesamts erhalten. Das vorletzte Wort hat die Gemeindevertretung, das letzte sprechen die Treburer. Die müssen nämlich noch prüfen, ob es sich für die Großgemeinde wirtschaftlich lohnt, sich auf einen gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Nauheim zu einigen. Ausschlaggebend für die mögliche Zusammenarbeit seien personelle Änderungen auf Treburer Seite gewesen, hieß es im HFA.

Kooperation ab 2018

Denkbar sei die Kooperation ab März 2018. Nauheim würde das Standesamtspersonal von Trebur personell führen, das heißt anleiten und terminlich einsetzen. Beschäftigt blieben die Treburer im Nachbarort, so dass Trebur weiterhin die Personalkosten für seine Leute trage. Gebühreneinnahmen flössen in die Nauheimer Kasse. Ehen könnten wie bisher in den jeweiligen Trauzimmern der beteiligten Orte geschlossen werden – in Nauheim also im dafür schmuck eingerichteten Alten Rathaus.

Fünf Minuten waren den Fraktionen im HFA diese Gedankenspiele wert, dann war das Angebot für den neuen Bund besiegelt. Mehr als zehn Mal so lang debattierten die Fraktionen über die Personalplanung der Gemeinde. Die SPD-Fraktion bekräftigte ihre Kritik an einem Personalentwicklungskonzept, das der Gemeindevorstand vorgelegt hatte. Nach Ansicht des SPD-Vorsitzenden Frank Schmitz sei es „dürftig“ und lasse reihenweise Fragen offen.

Streit um Stellenplan

Bürgermeister Jan Fischer berief sich darauf, dass der Stellenplan erst am Donnerstag vorgelegt, an der Personalplanung noch gearbeitet werde und Visionen von der Gemeindevertretung definiert werden müssten. Nicht vom Gemeindevorstand.

Wortgefechte zwischen SPD und CDU waren die Folge. Die Geschäftsverteilung obliege der Verwaltungsspitze, das Parlament beschließe über den Stellenplan, stellte CDU-Vorsitzender Peter Ziemainz klar, während Schmitz sich darauf berief, dass der Bürgermeister versprochen habe, die Verwaltung effizienter zu gestalten. „Wir können nicht die Hand für einen Stellenplan heben, wenn wir nicht wissen, wo es hin geht“, so der Sozialdemokrat.

Der HFA beschloss mehrheitlich gegen das Votum von SPD und Grüne eine Vorlage des Gemeindevorstands, wonach eine bislang mit Sperrvermerk versehene Stelle aus der Liegenschaftsverwaltung für maximal vier Jahre aufs Bauamt verlagert werden solle. Grund: Für etliche Projekte, die die Gemeinde angestoßen habe, seien Fördermittel in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro zu generieren. Das Bauamt könne dies nicht auch noch leisten. Dafür sei eine Fachkraft notwendig.

Während die FDP die innere Organisation des Rathauses vertrauensvoll dem Gemeindevorstand überlassen würde, rieten die Grünen dazu, „jetzt nichts übers Knie zu brechen“. Die FLN hält nichts davon, das Thema aufzuschieben.

Zu aufgeregten Disputen kam es nach der Vermutung, dass die Verwaltung vielleicht schon „jemand in petto“ habe. Die „nur in den Raum gestellte Frage“ (Schmitz) wurde vom Bürgermeister dementiert und von Verwaltungsbediensteten brüskiert zurückgewiesen.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen