E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 17°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Fabrikgebäude der Firma Winter: Ausschuss sagt Nein zu Bauplänen

Wohnungsbaupläne sorgen in der Kommune für Gesprächsstoff. Nach massiver Kritik aus der Bürgerschaft über einen wuchtigen Gebäudekomplex am Schillerplatz reagieren die Gemeindevertreter bei einem Investorenprojekt mit maximaler Geländeausnutzung in der Graslitzer Straße sensibel.
Strich durch die Rechnung: Bei den Wohnungsbauplänen der Firma Winter in der Graslitzer Straße wollen die Fraktionen mitreden. Der Bau von 70 Wohnungen an dieser Stelle kommt ihnen unpassend vor. Strich durch die Rechnung: Bei den Wohnungsbauplänen der Firma Winter in der Graslitzer Straße wollen die Fraktionen mitreden. Der Bau von 70 Wohnungen an dieser Stelle kommt ihnen unpassend vor.
Nauheim. 

Die Koffer- und Etui-Fabrik Winter will den größten Teil ihres Firmengeländes für 70 neue Wohneinheiten frei machen. Die Fraktionen bewerten das kritisch und haben dem Ansinnen im Bauausschuss einen Riegel vorgeschoben.

Ein Plan der Firma sieht den Abriss bisheriger Gebäude vor. Es dreht sich um einen langgestreckten Bau in der Graslitzer Straße, der sich um die Ecke in die Industriestraße zieht. Der Etui- und Kofferproduzent nutzt diese Gebäude nach eigenen Angaben bislang als Büro-, Produktions- und Lagerflächen. Durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll die rechtliche Grundlage geschaffen werden, um dort „eine Wohnanlage mit vier Mehrfamilienhäusern“ zu errichten.

„Keine Auskunft“

Die Rede ist von 70 neuen Wohneinheiten. Ob es Miet- oder Eigentumswohnungen werden, wann ein Baubeginn ins Auge gefasst wird, welches Investitionsvolumen geplant ist und ob durch auch Arbeitsplätze gefährdet sind, lässt sich nicht sagen. Geschäftsführer Dennis Winter betonte auf telefonische Anfrage: „Wir wollen dazu keine Auskunft geben.“

Bislang gibt es für das Gelände und angrenzende Gebiete nur einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Der Bauausschuss hat einstimmig beschlossen, diesen Beschluss für das Winter-Gelände aufzuheben. Auf Antrag der Erbengemeinschaft wird nun das Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan eingeleitet. Die Offenlage soll erst mit dem Abschluss eines städtebaulichen Vertrags erfolgen.

Konkret bedeutet diese Vorgehensweise, dass die Firma ohne gültigen Bebauungsplan keinen Bauantrag stellen kann, um passend zur Umgebung zu bauen. Das wäre nach Paragraf 34 Baugesetzbuch mit Reihen- oder Einfamilienhäusern möglich gewesen – ohne große Einflussmöglichkeit der Gemeinde. Ohne Bebauungsplan hat „die Firma kein Recht, 70 Wohneinheiten zu bauen“, bestätigt Bürgermeister Jan Fischer von der CDU.

Die Fraktionen bestehen darauf, bei den Verhandlungen mit den Bauherren mitreden zu können. Mehrfach wurde ihnen versichert, dass die eingeleitete Vorgehensweise genau das garantiere. Sie hätten die Hoheit und alles in der Hand.

Nichts spruchreif

Die Firmenpläne seien nicht spruchreif. Gleichwohl liegen sie vor, wurden an alle Gemeindevertreter verteilt und sind über die Gemeinde-Homepage runterzuladen. Darin präzisiert die Firma ihre Pläne und nennt eine Darmstädter Planungsgruppe, die in ihrem Namen das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan begleiten soll.

Bekannt ist daher, dass die Erbengemeinschaft Joachim und Michael Winter in der Industriestraße an ein dreigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss denkt. In der Graslitzer Straße seien drei Häuser mit zwei bis drei Geschossen möglich. Am westlichen Rand des über 4000 Quadratmeter großen Grundstücks seien zweigeschossige Gebäudeteile vorgesehen.

Ein Gebäude in der Graslitzer Straße 8 bliebe bestehen. Im hinteren Bereich der heutigen Einfahrt solle noch ein zweigeschossiges Wohnhaus auf eigenem Grundstück entstehen. Parkplätze für die Mehrfamilienhäuser gebe es überwiegend in einer Tiefgarage, außerdem solle es noch ebenerdige Stellflächen geben.

Generell lässt sich sagen, dass sich im Immobilienmarkt die Gemeinde als gefragter Standort für neue Wohnungen herauszukristallisieren scheint. Nach der Feldchenbebauung werden derzeit in der Schillerstraße 44 Eigentumswohnungen, in der Georg-Diehl-Straße 18 altengerechte Wohnungen und an der Ecke Waldstraße/Berzallee 24 Wohnungen errichtet. Im Gespräch ist ein Wohnungsbau in der Alten Mainzer, falls der Bauhof verlagert werden sollte; ferner wären an einem Geländestreifen im geplanten Gewerbepark Süd Wohnhäuser denkbar.

Zur Startseite Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen