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Weihnachtsbäume: Einsammeln, umladen, verbrennen

Anhaltender Regen hat den Nauheimern beim Neujahrsfeuer ein wenig die Party verdorben. In die Nähe der brennenden Tannen und Fichten, direkt über einen verschlammten Weg, stapften am Samstagabend vergleichsweise wenig Menschen.
Roland Kappes wuchtet beim Umladen Weihnachtsbäume im Akkord, Ralf Becker von der Feuerwehr nimmt sie entgegen. Roland Kappes wuchtet beim Umladen Weihnachtsbäume im Akkord, Ralf Becker von der Feuerwehr nimmt sie entgegen.
NAUHEIM. 

Für die Helfer aus fünf Vereinen war es am Samstagmorgen kein Vergnügen, ausrangierte Weihnachtsbäume einzusammeln. Ständiger Nieselregen durchnässte mehr als 120 Freiwillige von Jugendfeuerwehr, Jugendrotkreuz, DLRG, SKV und Turnverein. Trotzdem gab es freudige Überraschungen.

Die Hoffnung, dass sich bis zum Entzünden des Neujahrsfeuers das Wetter bessern sollte, erfüllte sich nicht. Die Folge war ein deutlich schwächerer Besuch von Familien und anderen Neugierigen, die sich normalerweise alljährlich zu Hunderten um das Neujahrsfeuer scharen, um mit gebührendem Respektabstand das Knistern und Knacken brennender Äste zu erleben und sich etwas aufzuwärmen.

950 Tannen brennen

Eine Minute nach 17 Uhr entfachte die Feuerwehr in dem aus insgesamt rund 950 Bäumen bestehenden Haufen mit Brandbeschleuniger eine Stichflamme. Rund 100 Kinder, Frauen und Männer ließen sich vom hellen Schein wie das Licht die Fliegen anlocken – ohne Rücksicht aufs Schuhwerk. Etwa genauso viele blieben sauberen Fußes am Feuerwehrhaus zurück.

In der Nähe der gut acht Meter hohen Flammen war Familie Rudek mit Sohn David anzutreffen, der nun das zweite Mal mit seinen Eltern das Spektakel erlebt hat. Mit Schirmen blieben die Drei einigermaßen trocken. David schaute fasziniert in die Flammen und neugierig zu einem etwas älteren Jungen von der Jugendwehr. Ob er eines Tages zu dieser Truppe stößt, ließ sein Vater noch offen.

Der Nachwuchs der Feuerwehr machte sich morgens wie die Mitglieder anderer Vereine ans Einsammeln. Der zwölf Jahre alte Sebastian Kauke und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Leon gehörten zu den Fleißigen. „Das macht Spaß, die Leute sind anständig“, sagte Sebastian, der seit zwei Jahren der Jugendwehr angehört. Der Junge stellte mit seinem Kameraden fest, dass für die meisten Tannenbäume der gewünschte Obolus von drei Euro gezahlt wurde. Einige hatten das Geld in einem Säckchen an den Baum geknüpft, andere gaben ihre Adresse an. „Wir klingeln dann und holen da Geld ab“, erklärte Ronja Halfmann. Sie ist die Jugendwehrbetreuerin.

Es gebe Familien, die mehr als drei Euro spendeten, womit sich die schlechte Zahlungsmoral von einigen schwarzen Schafen, die ihren Baum anonym hinterließen, wieder ausgleiche. Kaum hatte Ronja Halfmann darauf hingewiesen, kamen Maleen Ernst, Selina Bettermann und Michelle Jung mit einer dicken Überraschung: In der Thomas-Mann-Straße überreichte ihnen eine Frau eine Dankeskarte mit den besten Wünschen fürs neue Jahr. Sie hatte einen 20-Euro-Schein als Spende hinzu gefügt. Außerdem erhielt die Jugendwehr Schokolade und Plätzchen.

Derweil ging es unter den erwachsenen Helfern an einer Verladestation zu wie im Akkord. Handwerker Roland Kappes etwa stellte nicht nur Fahrzeuge für den Transport der Bäume zur Verfügung. Er und andere schnappten sich einen Baum nach dem anderen, um diese auf eine Rolle zu schmeißen. Das Umladen war nötig, weil die Bäume nur per Traktor über einen tief verschlammten Weg zur Sammelstelle transportiert werden konnten.

Schlamm sorgt für Ärger

Ausdrücklich gelobt wurden die Mitarbeiter des Bauhofs, die mit Recyclingmaterial noch versucht hatten, den Weg befahrbar zu machen. „Aber nach drei Fuhren war alles wieder aufgeweicht“, berichtete der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Stefan Hamm. Zugführer Christoph Lösel, Chef der Jugendwehr, war froh, dass es seiner Truppe noch gelungen war, den Platz vor dem Feuerwehrhaus zu säubern. „Wegen des Schlamms von den Reifen waren wir den ganzen Mittag beschäftigt“, stöhnte er über unerwünschte Zusatzleistungen.

Die Vereine, die beim Einsammeln beteiligt waren, nutzten den Hof für ihre Imbissstände. So konnten die Besucher immerhin Gegrilltes und Heißgetränke genießen, ohne sich die Schuhe zu verschmutzen.

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