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Schule: Einst musste er Nachhilfe nehmen, jetzt gibt er Unterricht

Ismail Albakri hat früher selbst den Sachausschuss Berufs- und Arbeitswelt (SaBA) genutzt, um seine schulischen Leistungen zu verbessern. Jetzt, mit 19 Jahren, hilft er in der ökumenischen Einrichtung als ehrenamtliche Lehrkraft – „mit unorthodoxen Methoden“, wie er sagt.
Nachhilfe im Sachausschuss: Ismail Albakri (links) unterstützt Schülerinnen wie die 16 Jahre alte Ingrid Lavric, die die Königstädter Gerhart-Hauptmann-Schule besucht. Nachhilfe im Sachausschuss: Ismail Albakri (links) unterstützt Schülerinnen wie die 16 Jahre alte Ingrid Lavric, die die Königstädter Gerhart-Hauptmann-Schule besucht.
NAUHEIM. 

„In Chemie und Deutsch war ich schwach“, sagt Ismail Albakri. Der Sachausschuss Berufs- und Arbeitswelt (SaBA) hat ihn einst unterstützt, in der Schule besser zu werden. Als Informatikstudent greift der junge Mann nun selbst Jugendlichen unter die Arme. Er will etwas zurückgeben und helfen.

Ohne den SaBA wäre es für Albakri wohl schwierig geworden, sein Abi zu bewältigen und Informatik an der Uni Mainz zu studieren. „Wir hatten damals kein Geld für Nachhilfe“, erinnert er sich, als er immer dienstags in den Kulturbahnhof Xpresso ging – nicht um Tischfußball oder an Computern zu spielen, sondern um zu lernen.

Es sei toll gewesen, wie die SaBA-Lehrkräfte ihre Zeit für andere geopfert hätten, betont Albakri, der in Deutschland geboren wurde. Seine Mutter stammt aus dem Libanon, sein Vater aus Syrien. Im deutschen Bildungssystem aufgewachsen, wurde dem Jungen klar, dass er sich auf den Hosenboden setzen musste, um seine Ziele zu verwirklichen.

Bilder im Kopf

In Mathe und Physik waren seine schulischen Leistungen gut. Nach dem Abi plädierte seine Mutter für eine Ausbildung im Bereich Fachinformatik. „Ich hatte auch zwei Firmen gefunden, aber ich wäre nicht glücklich geworden“, zieht er ein Fazit für die vergangenen Monate. Also nahm er im Herbst 2017 das Studium auf, was ihm jetzt bei seiner ehrenamtlichen Arbeit zugute komme.

Albakri nutzt als SaBA-Lehrkraft die Möglichkeit, an Probleme auf ungewöhnliche Art heranzugehen, gerade im Bereich Mathematik. Es gehe darum, Aufgabenstellungen verständlicher zu machen, „dann kriegt es jeder Schüler hin“. Eine logische Herangehensweise sei hilfreich, wie in der Informatik. „Es geht um Bilder im Kopf. Man muss klar sehen, wo man hin will“, sagt er.

Im SaBA will er „helfen, so viel ich kann“. Dass er neben Deutsch auch Englisch und Spanisch spricht und Arabisch versteht, kommt ihm bei Schülern mit Migrationshintergrund zugute. Als 19-Jähriger sticht er zudem aus dem Kreis der Helfer heraus, bei es denen sich überwiegend um ehemalige Lehrkräfte im Ruhestand oder Rentner handelt, die ihre beruflichen Kenntnisse einbringen.

Albakri hat nach den ersten Wochen als Nachhilfelehrer gute Erfahrungen gemacht. Manches davon überrascht und passt zu seinem Wahr-oder-falsch-Ansatz aus der Informatik. Dass junge Menschen heutzutage einen Dreisatz nicht beherrschten, sei schlicht falsch, sagt er. „Ich habe hier noch keinen erlebt, der das nicht könnte.“

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