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Rückenleiden: Früherer Zehnkämpfer Jürgen Hingsen über Schmerzen und Therapie

Bei der Gesundheitsmesse im Rückenzentrum Medifit war unter den Referenten der frühere erfolgreiche Zehnkämpfer Jürgen Hingsen. Der 59-Jährige litt lange Zeit unter Rückenschmerzen.
Der frühere Modellathlet Jürgen Hingsen muss einiges tun, um nicht wieder von Rückenschmerzen geplagt zu werden. Der frühere Modellathlet Jürgen Hingsen muss einiges tun, um nicht wieder von Rückenschmerzen geplagt zu werden.
Rüsselsheim. 

Wenn Jürgen Hingsen in den frühen achtziger Jahre den Oberkörper freimachte (und das tat er häufig), gerieten die Frauen reihenweise in pure Verzückung. Kein Wunder, denn der Zehnkämpfer war damals ein wahrer Adonis. Es schien, als ob Michelangelo aus seinem Grab auferstanden war, um seinen David noch einmal und diesmal perfekt zu schaffen, und zwar aus Fleisch und Blut. Der 203 Zentimeter große und auch angezogen blendend aussehende Jürgen Hingsen hatte zudem noch eine Prise des damals populären TV-Detektivs Magnum (inklusive Schnauzbart), außerdem den Schalk im Nacken und – zumindest auf nationaler Ebene – den sportlichen Erfolg abonniert.

Nur Schein

Was längst nicht alle wussten: Der Vorzeige-Athlet, der nie eine Gold-Medaille gewonnen hat, hatte damals erhebliche Probleme mit dem Rücken. Er litt oft unter starken Schmerzen, die sein Training und seine sportlichen Aktivitäten nicht selten erheblich beeinträchtigten.

„Von daher war mein durchaus gesundes Aussehen auf bestimmte Art nur Schein.“ An diesem frühen Samstagnachmittag sitzt Hingsen im Rückenzentrum Medifit, wo er bei der Gesundheitsmesse gleich einen Vortrag hält.

Hingsen wird im Januar 60 Jahre alt. Das inzwischen ergraute Haar ist deutlich kürzer, der markante Schnauzbart längst weg. Weg sind auch die Rückenschmerzen. Dazu später mehr. „Ich litt als Kind an der Scheuermann-Krankheit, also einer Wachstumsstörung der Wirbelsäule“, erzählt Hingsen. Als er dann noch zwischen 14 und 17 Jahren satte 14 Zentimeter in die Länge schießt, ist die Leidenszeit programmiert.

Die ständigen Rückenschmerzen überschatten seine sportliche Karriere und den sportlichen Ruhestand. Der Hexenschuss gehört zum Alltag. „Eine falsche Bewegung, beispielsweise beim Aussteigen aus dem Auto, und es war geschehen.“ Dann lernt Hingsen 2016 die sogenannte FPZ-Therapie kennen, die auch bei Medifit angeboten wird. Sie werde von den meisten Krankenkassen als von ihnen finanzierte Rehamaßnahme anerkannt, sagte Medifit-Geschäftsführer Jan Boese.

Es hat sich gelohnt

An das spezielle Trainingsprogramm der Therapie, die Hingsen jetzt zweimal in der Woche absolviert, musste sich der frühere Modellathlet erst gewöhnen. Doch es habe sich gelohnt. „Schon nach drei Monaten war ich absolut beschwerdefrei.“

In seinem Vortrag plädiert Hingsen unter anderem dafür, Kindern bereits im Vorschulalter Bewegungsprogramme aufzulegen beziehungsweise sie in ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht einzuschränken.

Der frühere Adonis kann also endlich ein beschwerdefreies Leben genießen. Über sein Übergewicht schmunzelt er. „120 Kilo könnten es zurzeit sein. Aber bis zum Sommer geht das wieder runter auf 112 Kilo.“ Als Ehemann einer vom Kochen begeisterten Italienerin ist das frühere Wettkampfgewicht von 102 Kilo (bei sechs Prozent Fettanteil) sowieso nur noch Erinnerung.

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