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Luftsprünge vor lauter Freude

Wenn von einem Turngruppenwettstreit (TGW) erzählt wird, geht es meist ums Sportliche. Doch eigentlich ist das nebensächlich. Die TGW-Jugendlichen aus dem Turnverein schätzen viel mehr ihre Freundschaft. „Hier ist es wie in einer Familie“, sagen sie.
NAUHEIM. 

Die Riege des TV 1888/94 hat bei der Hessenmeisterschaft gerade wieder ihre Klasse bewiesen: dritter Platz in Weiterstadt trotz zahlreicher Konkurrenz. Trainerin Stefanie Schade ist glücklich. Doch nicht die gute Platzierung ist für sie und die Kinder entscheidend, dass sie allwöchentlich in die Übungsstunde in der Jahnhalle kommen, sondern das fröhliche und kameradschaftliche Miteinander. Es scheint „das“ Erfolgsgeheimnis zu sein.

Nicht immer einfach

Dabei ist es für die Teenager nicht immer einfach, die vielen Termine ihres Alltags zu berücksichtigen. Schule bis nachmittags, lernen, Hausaufgaben machen und die Pflichten zu Hause nehmen massig Zeit in Anspruch. Sich mittags einfach stundenlang mit Freunden treffen, die Freizeit ohne Sorgen genießen, das gibt es offenbar nur noch selten.

Wer die TGW-Gruppe von Stefanie Schade besucht, bekommt den Eindruck, dass die Mädchen sich nirgends wohler fühlen als in ihrer Übungsstunde. „Das ist wie in einer Familie hier“, freut sich die zwölfjährige Amira Melander über den Zusammenhalt.

Auf einem Turnfest ist sie auf die TGW-Riege aufmerksam geworden. „Das war vor sechs oder sieben Jahren“, genau weiß sie das nicht mehr. Sie ist demnach von Kindesbeinen an dabei. Die zwei Jahre ältere Anna-Marie Bold stieß vor fünf Jahren dazu. Die beiden sind sich einig, dass es für sie gerade nichts Besseres gibt. „Es macht einfach Spaß“, Turnen und Tanzen sei die richtige Mischung, bekräftigen die Mädchen unmittelbar vor einem gigantischen Strecksprung vom Kasten.

Ihr Alltag sei ziemlich voll mit Aufgaben und Verbindlichkeiten. „Hier kriege ich den Kopf frei, kann auch mal loslassen“, sagt Melander. Da stellt sich die Frage, woher im jungen Alter die Anspannung kommt? Die Antwort sprudelt aus den beiden so schnell heraus wie sie einen Flickflack auf die Matte zaubern: „Von der Schule“ und „wenn man Stress mit Freunden hat“, sagen sie. Lina Melchior (13 Jahre) bestätigt das: „Wir haben den ganzen Tag Schule, Schule, Schule im Kopf. Das hier ist einfach mal eine Abwechslung.“

Es gebe zwar noch andere Angebote, räumt Melander ein, die ihr Spaß bereitet hätten, etwa das Rope-Skipping. Bei der TGW-Gruppe gehe es aber extrem locker zu, es gehe um Sport und Spaß. Anna-Marie Bold weiß allerdings, dass selbst die Übungsstunden beim TV eines Tages zu viel sein könnten. Einige Ältere aus der Gruppe, die noch in Weiterstadt dabei waren, hätten nun aufgehört, weil bei ihnen der Zeitaufwand für die Schule noch größer geworden sei, berichtet sie.

Zeit für Neuaufbau

Ihre Trainerin würde es deshalb begrüßen, wenn wieder neue Mädchen hinzu kämen. Jetzt sei ein guter Zeitpunkt für einen Neuaufbau, sagt Schade. Ihre Tochter Florina ist jetzt 13 Jahre alt. Sie konnte besser krabbeln als laufen, da war sie schon mit ihrer Mutter in der Halle zum Herumtollen. Für sie ist der Turndress fast Alltagskluft, für Gleichaltrige eher nicht. „Viele sind einfach zu faul, die hängen nur am Handy“, wundert sich das Mädchen.

Im Freundeskreis werde das Hobby des turn- und tanzfreudigen Quartetts durchaus akzeptiert, dennoch gebe es manche, die Tanzen kindisch finden, erzählen sie. Solche Anmerkungen prallen an den Teenagern jedoch ab. Sie wissen es besser und freuen sich schon auf neue TGW-Mitglieder, die sie in ihrer Familie aufnehmen dürfen.

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