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Wahlkampf: Nachmittagsbetreuung in Nauheim könnte bald Geld kosten

Begrüßt wird sie als „ heimliche Bürgermeisterkandidatin“. Das gibt schon mal einen Applaus. Mehr Beifall erhält SPD-Landtagabgeordnete Kerstin Geis für ihren kämpferischen Wahlkampfauftakt beim politischen Aschermittwoch in Nauheim.
Schon jetzt nutzt die Gemeinde für die Schulkindbetreuung Container. Nach wie vor fehlen Plätze, was von der SPD kritisiert wird. Schon jetzt nutzt die Gemeinde für die Schulkindbetreuung Container. Nach wie vor fehlen Plätze, was von der SPD kritisiert wird.
NAUHEIM. 

Die Erinnerung an die erste Kandidatur von Kerstin Geis für den hessischen Landtag sorgt für ein Raunen im Café Stelzer. „Wir haben Dich damals nicht gewählt“, gesteht Ortsvereinsvorsitzender Frank Schmitz. „Ich weiß“, kontert Geis trocken, wohl wissend, dass sie die Nauheimer Genossen mittlerweile unterstützen. So bekennt Schmitz, dass er von Geis gelernt habe, wie ein Wahlkampf an der Haustür funktioniere.

Freiwillige Leistung

Zügig kommt Geis auf Landes- und Bildungspolitik zu sprechen. Sie prophezeit, dass mit dem Bau einer Nauheimer Ganztagsschule der Pakt für den Nachmittag greife und die Eltern dann für nachmittags Schulgeld zu zahlen hätten – wobei allerdings die heutige Schulkindbetreuung eine freiwillige Leistung der Kommune ist und von den Eltern dafür Gebühren genommen werden.

Sie fordert ein Zurück zur Drittelfinanzierung bei der Schulsozialarbeit und erwartet, dass der Kreis mit seinem Drittel Eltern finanziell entlaste. Dem hessischen Kultusministerium wirft sie vor, „vor Gedankenlosigkeit zu strotzen“, beispielsweise wenn es darum gehe, Schüler digital zu bilden.

Die SPD geht davon aus, dass in der Schulkindbetreuung der Gemeinde im neuen Schuljahr rund zwei Dutzend Plätze fehlen werden. Noch vor Jahresfrist hieß es sogar, dass die Gemeinde 35 Plätze zu wenig anbieten könne. Bürgermeister Jan Fischer (CDU) sagt dazu, dass das freiwillige Angebot der Kommune nicht ausgebaut werden könne. Die SPD drängt darauf, dies zu prüfen. Im März sollen Ergebnisse vorliegen. Derzeit gebe es 98 Plätze für Schüler, die nachmittags in der Schule beaufsichtigt werden, weil ihre Eltern noch arbeiten.

Geis kommt in ihrer rund 20-minütigen Rede auf den „riesigen Eingriff in die kommunalen Haushalte“ und auf die Folgen zu sprechen: „Nauheim hat die Rote Laterne“, spielt sie auf die Steuerbelastung der Bürger an, die bundesweit den höchsten Grundsteuersatz (960 Prozent) zu zahlen haben. Auch in ihrer Heimatgemeinde Bischofsheim werde es ungemütlicher, blickt sie auf den Wahlkreis.

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