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Konzert: Nachwuchsbands im Jugendkultbahnhof: Plötzlich ist Pogo angesagt

Aller Anfang ist auch für junge Musiker schwer. Die Band „Rose for Helena“ kann ein Lied davon singen – eine der Nachwuchsbands, die beim „Extremlivemusikabend“ im Kulturbahnhof ihr Können zeigen durfte.
Zum Pogo animiert fühlen sich die Fans von „Rose for Helena“ schon beim dritten Song. Foto: (Rainer Beutel) Zum Pogo animiert fühlen sich die Fans von „Rose for Helena“ schon beim dritten Song.
Nauheim. 

Laut, aber noch erträglich hämmert der Alternative-Rock in die Glieder. „Rose for Helena“ ist die erste von zwei Bands, die am Samstagabend im „Xpresso“-Bahnhof in die Saiten haut. Knapp ein Drittel der rund 60 Besucher – viele unter 30 Jahre alt – zuckt vor der Bühne im Rhythmus, der Rest sitzt etwas weiter hinten oder hält Smalltalk an der Bar. Offensichtlich sind die Anhänger von „Sound.File“ ebenfalls schon anwesend. Die Gruppe wird zu späterer Stunde mit Funk, Rock und Soul etwas gemäßigtere Töne anschlagen, die Band „20three“ hat aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Tauschen, umstöpseln

Anfangs kämpft „Rose for Helena“ noch mit ein paar technischen Problemen. Ein Instrument von Gitarrist Robin Weber will nicht so recht, er muss unterbrechen, tauschen, umstöpseln. Eigentlich ein Killer für die Stimmung. Doch es spricht für die junge Band, dass die Fans bei der Stange bleiben.

Blaupause des Punk? Nein, die Band „Rose for Helena“ sorgt mit Alternative-Rock  beim „Extremlivemusikabend“ für Stimmung. Bild-Zoom Foto: (Rainer Beutel)
Blaupause des Punk? Nein, die Band „Rose for Helena“ sorgt mit Alternative-Rock beim „Extremlivemusikabend“ für Stimmung.

Beim dritten Stück tanzen zwei Mädels eine Art Disco-Fox. Weber ist begeistert, ruft den beiden zu, dass er sie am liebsten fürs nächste Musikvideo engagieren würde. Andere lassen sich gleichsam animieren, aber es geht bei ihnen härter zu. Wie in den späten 1970ern, als die Punkwelle sich bewusst vom alles beherrschenden Discosound distanzierte, ist plötzlich Pogo angesagt – zwar noch einigermaßen verhalten, aber doch impulsiv genug, um sich auszutesten. Wer verträgt beim wilden Anrempeln mehr Schmerzen?

Wer ist Helena?

In der Band von „Rose for Helena“ spielt Helena Kauf den Bass. Ihr Vorname lässt vermuten, dass der Bandname ihr gewidmet sein könnte.

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Für „Rose for Helena“ ist das Tanzen Inspiration pur. Die anfängliche Nervosität ist vorüber, jetzt bringen Robin Weber, Sänger David Schulz, Bassistin Helena Kauf, Drummer Dominik Jones, Gitarrist Lukas Merkl und Keyboarder Patrick Lahr den Kulturbahnhof in Stimmung. Wie gut sie es drauf haben, beweisen die jungen Leute auch 24 Stunden nach ihrem Auftritt in Nauheim. Bei einem Bandcontest in Darmstadt belegen sie in der Vorrunde den zweiten Platz und sind eine Runde weiter.

Jeder Auftritt zählt

Bis zum Finale heißt es proben, proben und nochmals proben. „Rose for Helena“ trifft sich im Jugendzentrum (JUZ) Trebur, wo sich die Bandmitglieder aus Astheim, Nauheim, Mörfelden-Walldorf, Trebur und Geinsheim regelmäßig versammeln, um an ihren Arrangements zu feilen. Sie seien äußerst zufrieden in der Nachbarkommune und würden von der Gemeinde Trebur gut unterstützt, berichtet der 22-jährige David Schulz. Ihre Band spielt seit zwei Jahren zusammen, sie wollen weiter machen, weiter nach oben, jeder Auftritt zähle. Da sei es gut, wenn sie sich keine Sorgen über Proberäume machen müssten, wie etwa Nauheimer Bands, die in den vergangenen 20 Jahren kamen, spielten und wieder gingen – ausgerechnet in der Musikgemeinde.

Allerdings steckt noch manches in den Kinderschuhen. So muss sich die Band selbst um Werbung kümmern, nutzt dafür E-Mails und Facebook. Unterstützt wurden Lokalmatadoren regelmäßig von Jugendpfleger Andreas Schmitt, der den „Xpresso“-Bahnhof auch immer wieder zum Üben öffnet und stolz ist, mittlerweile die 30. Auflage des „Extremlivemusikabends“ auf die Beine gestellt zu haben. „In Trebur zahlen wir einen sehr fairen Preis an die Gemeinde und können dann das JUZ nutzen“, sagt Schulz über die unkomplizierte Vorgehensweise, die es der Band erlaubt, an ihrem Stil „ohne feste Vorbilder“ zu feilen, ohne sich über Raumprobleme zu sorgen.

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