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Aktion für Tafeln: Nauheimer zeigen sich bei "Kauf eins mehr" großzügig

Bei der Aktion „Kauf eins mehr“ haben sich die Nauheimer in den vergangenen Wochen großzügig gezeigt. Sie spendeten damit Lebensmittel für die Tafel. Jetzt haben die Helfer der Tafel die Produkte abgeholt.
Mit Rollwagen befördern die Helfer die Lebensmittel von A nach B. Mit Rollwagen befördern die Helfer die Lebensmittel von A nach B.
NAUHEIM. 

Die Männer sind voller Tatendrang. Mehrere Rollwagen mit Lebensmittel stehen bereit. Im Nu ist die erste Fuhre verstaut, der Transport zur Tafel nach Rüsselsheim kann beginnen. Friedel Balkmann aus Groß-Gerau sorgt dafür, dass die Tafel in der Kreisstadt ebenfalls etwas abbekommt.

Bei der Aktion „Kauf eins mehr“ haben sich die Nauheimer in den vergangenen Wochen wieder recht generös gezeigt. Im Edeka-Markt erwarben sie mehr Lebensmittel als nötig, um die Hilfsorganisation Tafel zu unterstützen. Jetzt haben Helfer der Tafel die Ware abgeholt.

Für die Aktion hatten die Rotary Clubs Rüsselsheim-Mainspitze und Rüsselsheim-Groß Gerau gesorgt. Auch die Rotary-Jugendorganisation Rotaract war beteiligt. Gewerbevereinsvorsitzender Ludwig Boßler berichtet, dass in seinem Nauheimer Einkaufsmarkt Waren im Wert von 10 000 Euro gesammelt worden seien.

Erfreuliche Bilanz

Die Bilanz erfreut alle Beteiligten. Zu ihnen gehört Friedel Balkmann aus Groß-Gerau. Der 71 Jahre alte Rentner engagiert sich seit einem Jahrzehnt für die Tafel. In seinem früheren Beruf war er EDV-Leiter, er hatte also nichts mit den sozialen Zielen zu tun, die von der Tafel oder den Rotariern verfolgt werden. Umso froher ist er nun, anderen helfen zu können.

Friedel Balkmann packt an, um Lebensmittelspenden für die Tafel abzutransportieren. Bild-Zoom
Friedel Balkmann packt an, um Lebensmittelspenden für die Tafel abzutransportieren.

„Durch Bekannte bin ich auf die Tafel aufmerksam geworden“, erzählt Balkmann im Einkaufsmarkt, wo er sich vor dem Verladen noch einen Kaffee gönnt. Er ist in Begleitung weiterer Helfer der Tafeln aus der Kreisstadt und aus Rüsselsheim. Sie sind sich schnell einig, dass die im Markt bereit stehende Ware fair geteilt wird.

Am Dienstagmittag wurden die Rüsselsheimer bedient, am Mittwoch rückten Balkmann und seine Helfer aus Groß-Gerau mit einem Kleinlastwagen an, um die zweite Ladung einzusammeln. Der Mann ist dankbar für die Unterstützung der Kunden aus Nauheim. Er berichtet, dass auch andere Märkte Ware für die Tafel abgäben, allerdings nicht als Folge einer Aktion beziehungsweise nach Aufruf der Rotarier, sondern nur, wenn etwas übrig bleibe.

Es bleibt weniger übrig

Und genau das sei das Problem. Denn die Märkte kalkulierten immer knapper, stellen Balkmann und der 77 Jahre alte Heinrich Diesel von der Rüsselsheimer Tafel fest. Es bleibe für die Menschen, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen seien, weniger übrig als früher, erklärt Diesel. Vieles müsse wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum aussortiert werden. Das sei „ein Trend der vergangenen drei, vier Jahre“, bemerkt Balkmann.

In der Kreisstadt nutzten etwa 150 bis 200 Menschen die Tafel. Donnerstagsmittags werde die Ware ausgegeben. Die Bedürftigen seien nach Gruppen aufgeteilt, damit das Gedränge nicht zu groß werde. Wer sich in einer Woche zuerst bedienen dürfe, müsse beim nächsten Mal die anderen vorlassen. So verteile sich das zur Verfügung stehende Kontingent gerecht. Benötigt würden überwiegend Grundnahrungsmittel, „also Brot, Mehl, Zucker, Nudeln und solche Sachen“, informiert Balkmann. Marktleiter Marius Krombholz ergänzt, dass auch Drogerieartikel häufig gespendet würden. Brot bekomme die Tafel von Bäckern, die unverkaufte Waren vom Vortag bereit stellten, ist zu erfahren.

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