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Kanalisation: Pumpen schaffen das Abwasser fort

Von Viele Rüsselsheimer sind schon an dem mit Graffiti übersäten Gebäude hinter den Hockey-Plätzen am Stadion vorbeigelaufen ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Darin verbirgt sich eine der wichtigsten Einrichtungen der Stadt: die Pumpstation „Festung“.
Der Herr der Pumpen: Dirk Adam erklärt, wie die Station arbeitet. Die drei ockerfarbenen Pumpen rechts befördern bei Bedarf das Abwasser ins Pufferbecken, die blauen links kommen gegen den Hochwasserdruck des Mains an. Foto: Maik Reuß Der Herr der Pumpen: Dirk Adam erklärt, wie die Station arbeitet. Die drei ockerfarbenen Pumpen rechts befördern bei Bedarf das Abwasser ins Pufferbecken, die blauen links kommen gegen den Hochwasserdruck des Mains an.
Rüsselsheim. 

Treppenstufen führen 13 Meter in die Tiefe. Unten röhren die Pumpen. In der hinteren Ecke stehen sechs von ihnen: rechts drei blaue, links drei braune. Die blauen befördern das Abwasser aus der westlichen Innenstadt Richtung Kläranlage, die braunen das aus der östlichen Innenstadt.

Im Moment läuft auf jeder Seite nur eine Pumpe. Es ist Vormittag, da entsteht wenig Abwasser. Aber wenn die Menschen morgens duschen oder abends von der Arbeit kommen, dann können auch schon mal zwei Pumpen pro Gebiet anspringen, berichtet Dirk Adam, Leiter der Abteilung Stadtentwässerung und Wasserbau, von seinem Chef Andras Ekkert liebevoll „Herr der Pumpen“ genannt. Die jeweils dritte Pumpe ist als Reserve gedacht.

Spitze des Eisbergs

„Wir stehen hier in einem der wichtigsten Gebäude der Stadt“, sagt Baustadtrat Nils Kraft (SPD) bei der seltenen Ortsbegehung. Viele Rüsselsheimer kennen nur die „Spitze des Eisbergs“ des Bauwerks hinter den Hockeyfeldern am Stadion. Von 1989 an wurde die Pumpstation an der Festung für 13,4 Millionen Euro gebaut. 1991 löste sie den Betrieb ihrer viel zu klein gewordene Vorgängerin ab. Es gibt rund 50 Bauwerke am 290 Kilometer langen Kanalnetz in der Stadt, die sich in irgendeiner Form mit dem Abwasser der Rüsselsheimer befassen. Die Pumpstation „Festung“ ist das größte und wohl auch das wichtigste.

Weil es in der Stadt am Main kaum Gefälle gibt, muss das Wasser gesammelt und angehoben werden, damit es in die Kläranlage bei Raunheim weitergeleitet werden kann. Rüsselsheim arbeitet nach dem Mischwasserprinzip, das heißt Regen- und Schmutzwasser aus Toiletten, Duschen, Küchen und Waschmaschinen fließt zusammen. Es rauscht unterirdisch, aber hörbar in die Station. Durch ein Gitter können Spaziergänger auch von außen einen Blick nach unten auf die dunkle Brühe werfen. Sie riecht kaum. An heißen Tagen könne das schon mal anders sein, berichtet Adam.

Obwohl es am Tag der Begehung draußen regnet, spricht Adam von einem Tag mit „Trockenwetterabfluss“. Wenn es aber mehr und anhaltend regnet, kommt die gewaltige Gruppe mit drei Pumpen ins Spiel: Sie befördert das Zuviel an Wasser in ein unterirdisches Pufferbecken, das 4500 Kubikmeter fasst. Wenn das Becken voll ist, werden Schieber geöffnet, und das Abwasser fließt in den Main. „Dafür haben wir eine Einleitgenehmigung vom RP“, berichtet Tiefbau-Amtsleiter Ekkert.

Gegen den Druck

Eigentlich sind es die vier gewaltigen, blau angestrichenen Pumpen, die im Tiefgeschoss der Station sofort auffallen. Sie stehen still, andernfalls würde man hier kein Wort verstehen, sagt Adam. Diese Pumpengruppe wird eingesetzt, wenn das Pufferbecken voll ist, der Main aber Hochwasser hat. Sie schafft es, das Abwasser gegen den Hochwasserdruck in den Main zu pressen. „Das ist aber erst einmal seit Bestehen der Station der Fall gewesen“, berichtet Adam. Damit die Pumpen trotzdem stets einsatzbereit sind, werden sie regelmäßig gewartet.

Die gesamte Anlage arbeitet völlig eigenständig. Lediglich zwei Mitarbeiter des Abwasserverbands Rüsselsheim/Raunheim sehen einmal am Tag nach dem Rechten.

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