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Kunden der Stadtbibliothek entrümpeln ihren Alltag mit der richtigen Lektüre: Ratgeber und Reiseberichte stehen hoch im Kurs

Zum „Tag des positiven Denkens“ mal wieder einen Besuch in der Stadtbücherei wagen? Das Team hat ein paar Literatur-Tipps für besonders graue Tage parat.
Melanie Leukel, Daniela Olenik, Ulrike Müller (v. links) von der Stadtbücherei prüfen Ratgeber-Literatur. Melanie Leukel, Daniela Olenik, Ulrike Müller (v. links) von der Stadtbücherei prüfen Ratgeber-Literatur.
Rüsselsheim. 

Hurra, hurra, der Herbst ist da! Man muss sich ja immer mal wieder dran erinnern, dass nicht alles schlecht ist, was grau ist. Heute zum Beispiel, 13. September, ist ein guter Tag dafür: Irgendwer hat sich irgendwann einmal ausgedacht, dass man diesen Tag offiziell zum „Tag des positiven Denkens“ ausrufen könnte. Warum? Wozu? Weshalb? Die Genese zu diesem Tag ist etwas unübersichtlich – es gibt noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Aber, na ja, kann ja trotzdem nicht schaden: Ein Tag der Selbstmotivation. Ein Tag, um mal wieder die Faust in den Himmel zu strecken.

Doch fällt es schwer, sich selbst an den eigenen Haaren aus diesem Herbst-Blues zu ziehen – die Profis in der Rüsselsheimer Stadtbücherei haben Rat und für jeden Härtefall das richtige Buch parat. Bibliothekarin Melanie Leukel zum Beispiel holt dazu gerne Reisebücher aus dem Regal: Derzeit stehen bei ihr die turbulenten Reiseberichte von Andreas Altmann hoch im Kurs: „Reisereportagen tragen einen ja oft hinweg, bringen einen auf gute Gedanken“, sagt Melanie Leukel. Bei den Texten von Altmann funktioniert das immer: Der preisgekrönte Autor hat 1991 den Egon-Erwin-Kisch-Preis, den prestigeträchtigsten Reportage-Preis in Deutschland, über eine Erzählung aus Äthiopien erhalten.

Reise für den Kopf

Im Jahr 2011 sorgte er mit seiner Autobiographie „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ für Furore. Populär ist auch seine Erzählung „Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru und Chile“ (2008). Ein poetisches Buch, eine Reise für den Kopf. „Großartig“, sagt Leukel. „Beim Lesen kommt man durchaus auf positive Gedanken.“

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Beliebt bei den Kunden der Stadtbücherei sind derzeit Bücher, in denen es um die Minimalisierung des Lebens geht, „Entrümpelung des Alltags oder Minimalisierung“ wird das von den Profis gerne genannt.

Ein derzeit besonders erfolgreiches Werk in dieser „Du-musst-dein-Leben-ändern“-Rubrik: „Wunder wirken Wunder: Wie Medizin und Magie uns heilen“ von Eckart von Hirschhausen ist eines der aktuellen Verkaufshits. Und guckt man sich die weitere Liste an, so fällt auf, dass viele Lebensratgeber aus der jüngeren Vergangenheit stammen, von Psychologen geschrieben, auf Bestseller-Listen festgetackert. Klassiker der Literatur- und Philosophie-Geschichte hingegen bleiben im Regal stehen.

Glücksformel

Das Team der Stadtbücherei bestätigt diese Beobachtung: „Das stimmt, unsere Philosophie-Gruppe geht leider nicht besonders gut“, sagt Bibliothekarin Daniela Olenik. Im Gegensatz dazu allerdings das Regal „Glück“: „Da sind die meisten Bücher fast immer ausgeliehen“, sagt sie.

Auch Daniela Olenik glaubt, dass es derzeit einen populären Trend gibt, nachdem sich die Menschen nach einem Leitfaden für ein „bewusstes Leben“ sehnen. Nach Ratgebern, diedem Leser einen Leitfaden an die Hand geben, und erklären, wie man das Leben bewusster leben kann. Aktuelles Beispiel dafür: Das Büchlein „Das kleine Buch vom achtsamen Leben“ von Patrizia Collard steht bei den aktuellen Verkaufszahlen sehr weit oben. cp

 

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