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Vorbild Rheinland-Pfalz: SPD will gebührenfreien Kita-Besuch durchsetzen

Eltern aus Rheinland-Pfalz müssen für den Kita-Besuch ihres Kindes keine Gebühren zahlen. Gebührenfreie Bildung – ist das auch bei uns machbar?
Sandra Schweppenhäuser, Sohn Benjamin und Papa Florian Stuber. Sandra Schweppenhäuser, Sohn Benjamin und Papa Florian Stuber.
NAUHEIM. 

Der SPD-Ortsverein hat die Forderung „gebührenfreie Bildung“ schon mal in einer Mitgliederversammlung vertieft. Echo-Mitarbeiter Rainer Beutel befragte den 30 Jahre alten Florian Stuber – seines Zeichens SPD-Mitglied – und dessen drei Jahre jüngere Verlobte Sandra Schweppenhäuser aus Nauheim, was sie sich für ihren fünf Monate alten Sohn Benjamin wünschen.

Herr Stuber, Sie sind junger Familienvater. Wann kümmern Sie sich darum, dass Ihr Kind einen U3- oder später einen Ü3-Platz in einer Nauheimer Kita bekommt?

FLORIAN STUBER: Meine Verlobte und ich haben uns schon vor der Geburt unseres Sohnes darüber informiert, was wir genau machen müssen, welche Kitas es gibt und welche Formulare wir brauchen.

SANDRA SCHWEPPENHÄUSER: Ja, aber der Antrag liegt immer noch auf unserem Schreibtisch. Wir mussten uns erst entscheiden, ob wir einen U3-Platz nehmen oder nicht und ob der Ü3-Platz ganztags, zwei Drittel oder halbtags sein soll. Nun wollen wir ihn aber dann endlich abgeben.

Können Sie sich als junge Familie die Kita-Gebühren leisten, oder sind Sie deshalb gezwungen, dass beide arbeiten gehen?

STUBER: Gezwungen wären wir nicht. Wir haben aber auch das Glück, dass unsere Miete nicht so hoch ist und ich recht gut verdiene. Trotzdem wird es natürlich auch mal eng am Ende des Monats. Wenn die Gebühren wegfallen würden, wäre das später eine spürbare Entlastung.

Erwarten Sie von Land und Kommunen, dass die Kita-Betreuung kostenlos ist?

STUBER: Ich komme ja ursprünglich aus Rheinland-Pfalz, da ist das ja fast ganz normal. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass ich es „erwarte“, aber ich glaube, es wäre für viele Familien in Hessen eine Erleichterung.

Inwiefern sehen Sie in einem niederschwelligen Zugang zu Betreuungseinrichtungen die Chance, die Bildung von Kindern möglichst früh zu fördern?

STUBER: Ich glaube, dass manche Eltern dann ihre Kinder schon früher in eine Kita geben würden, was ja auch für das Kind nicht schlecht ist. Familien könnten dadurch profitieren, da die Mutter dann eher wieder arbeiten kann und das Geld nicht für den U3-Platz ausgeben müssen.

Wie fühlen Sie sich von der Gemeinde über die Kitas in Nauheim informiert? Was läuft dabei gut, was könnte noch verbessert werden?

SCHWEPPENHÄUSER: Wir haben zum Anmeldebogen einige Infoblätter erhalten, die waren ja schon informativ, man findet die Kitas mit Öffnungszeiten und Anschrift, auch wie man sich bei Krankheiten der Kinder verhalten soll. Aber man hat kaum Vorstellungen von den Kitas. Also Informationen bekommt man, aber ich finde es etwas wenig.

Welche Mindestanforderungen an eine Betreuungseinrichtung haben Sie als Eltern, und worauf legen Sie persönlich besonderen Wert?

STUBER: In erster Linie will man, dass es dem Kind gut geht und es Spaß in der Kita hat, da haben wir aber auch keine Bedenken. Natürlich soll es auch einige Sachen lernen, gerade das Sozialverhalten sollte sich gut entwickeln. Ich finde es aber auch falsch, wenn man jede Verantwortung an die Kitas übergeben will.

SCHWEPPENHÄUSER: Wichtig sollte sein, dass ein Kind immer noch ein Kind sein darf. Dafür sind die Kitas da, sie sollen Familien ergänzen.

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