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Engagierte fehlen: Verschwisterung mit Born steht auf der Kippe

Die Verschwisterung mit dem niederländischen Stadtteil Born hängt am seidenen Faden. Aus einem 2015 gestarteten Versuch zu retten, was zu retten ist, wurde nichts. Auf beiden Seiten fehlen die Kontaktpersonen.
Beim Europafest 2015 standen die Flaggen der beteiligten Nationen noch nebeneinander. Die niederländische (rechts) scheint auf diesem Bild ein wenig abseits platziert zu sein. Bilder > Foto: (Rainer Beutel) Beim Europafest 2015 standen die Flaggen der beteiligten Nationen noch nebeneinander. Die niederländische (rechts) scheint auf diesem Bild ein wenig abseits platziert zu sein.
NAUHEIM. 

Seit 1972 pflegt Nauheim eine kommunale Partnerschaft mit Born, Stadtteil der niederländischen Stadt Sittard-Geleen. Seit Jahren geht das Interesse an der Jumelage zurück. Eine holländische Delegation weilte im Herbst 2015 in Nauheim, es gab Mut machende Pläne. Aber nichts Nennenswertes ist passiert. Die Verschwisterungskommission hat sich mit den kommunalen Beziehungsproblemen in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt. Die Situation hat sich, wie zu hören war, weiter verschlechtert.

Der bislang für die Kontakte zu Born zuständige zweite Kommissionsvorsitzende, Gerhard Kunz, ist von seinem Amt zurückgetreten. Er sei mit manchem nicht zufrieden gewesen, teilte Vorsitzender Wolfgang Schmall der Versammlung mit, der nur das Rücktrittschreiben erhalten habe. Kunz, einige Tage vor der Sitzung auf sein Ausscheiden angesprochen, wollte sich dazu nicht weiter äußern. Er sagte lediglich, da sei „einiges falsch gelaufen“. Damit hat sich auf Nauheimer Seite die letzte Person verabschiedet, die den Kontakt nach Born aufrecht erhalten hat. Zuvor hatte Alt-Bürgermeister Hermann Reitz, der Anfang der 70er Jahre die Verschwisterung mit seinem damaligen Borner Amtskollegen Jan Onland initiiert hatte, die Beziehung gepflegt; im September 2014 war er mit 85 Jahren gestorben.

Auf Borner Seite sieht es personell ebenfalls schlecht aus. Der Niederländer Jules Hermanns, der die Jumelage nahezu von Anfang an begleitet hat, sei mittlerweile 80 Jahre alt. Außer ihm gebe es niemanden mehr, der die Kontakte zu Nauheim gepflegt habe. 2015 hatte er letztmals die Musikgemeinde mit dem Ziel besucht, die Beziehungen aufzufrischen. Schmall und Bürgermeister Jan Fischer (CDU) signalisierten damals ebenso wie die Borner, dass die Gemeinde an den Kontakten festhalten wolle.

Lage hat sich zugespitzt

Jetzt hat sich die Lage zugespitzt. Hermanns habe schon lange nicht mehr auf E-Mails reagiert, ließ Kommissionsmitglied Helga Stadler wissen, die zumindest noch Schriftverkehr mit Born pflegte. Über einen weiteren Borner Verschwisterungsfreund musste Wolfgang Schmall berichten, dass dieser inzwischen gestorben sei. Ein dritter – und mehr kenne er wirklich nicht mehr – habe aus familiären Gründen sein Engagement eingestellt. Schmall betonte, dass die Borner als Stadtteil von Sittard-Geleen über keinen Etat für die Verschwisterung verfügten. Das sei Sache beteiligter Vereine oder Privatleute, sei dort die Auffassung. Keiner fühle sich zuständig.

Gute Beziehungen mit Charvieu-Chavagneux

Im Gegensatz zum niederländischen Born funktioniert die Jumelage mit dem französischen Charvieu-Chavagneux besser. An Himmelfahrt wollen Nauheimer mit dem Bus in den Ort nahe Lyon reisen, um

clearing

Ein Versuch der Nauheimer Jugendfeuerwehr, nach Born zu fahren und dort zu zelten, sei beispielsweise 2016 gescheitert, weil bis zum Anfahrtstag von Borner Seite kein Zeltplatz für die Jugendlichen organisiert worden war.

Die Verschwisterungskommission verständigte sich darauf, noch einmal den Kontakt nach Born zu knüpfen. Gleichzeitig werde jemand gesucht, der sich auf Nauheimer Seite als Nachfolger von Kunz für die Beziehungen in die Niederlande engagieren wolle.

Als Einstieg für einen Austausch biete sich die Teilnahme von Nauheimer Fußballjugendmannschaften bei einem Turnier in Born an, hieß es. Die Gemeinde signalisierte, dass sie eine solche Reise finanziell unterstütze.

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