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Vollsperrung: Dem alten Asphalt zwischen Rendel und Klein-Karben geht’s an den Kragen

Weil die Landesstraße zwischen Rendel und Klein-Karben erneuert wird, ist die wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen voll gesperrt. Das mögen viele nicht einsehen und versuchen, auf Schleichwegen durchzukommen. Doch dort treffen sie auf die Stadtpolizei. Derweil geht es der Straßendecke mit viel Getöse an den Kragen.
Die Fräsmaschine reißt den Asphalt weg, schreddert ihn und schleudert ihn über ein Förderband in den Sattelschlepper. An einem Vormittag ist die Deckschicht weg. Foto: unknown Die Fräsmaschine reißt den Asphalt weg, schreddert ihn und schleudert ihn über ein Förderband in den Sattelschlepper. An einem Vormittag ist die Deckschicht weg.
Karben. 

Der silberne Golf rollt auf der verlängerten Gronauer Straße, obwohl er dort gar nicht fahren dürfte. Denn der gut ausgebaute Feldweg, der zumeist von Spaziergängern und Radfahrern genutzt wird, ist nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge zugelassen.

Nach einer Biegung sieht der Fahrer plötzlich eine Polizeikelle vor sich. Stadtpolizist Udo Kürten hält sie in die Höhe. Er tritt zusammen mit Andreas Wagner ans heruntergelassene Fenster. Dort erklären die beiden dem Fahrer, dass er hier nicht fahren darf. Sie zwingen ihn zum Umkehren, er muss außen herum. So geht es noch vier-, fünfmal an diesem Vormittag.

„Halt, hier keine Durchfahrt!“, heißt es in diesen Tagen auf den Feldwegen zwischen Klein-Karben und Rendel: Hier kontrolliert die Stadtpolizei. Bild-Zoom Foto: unknown
„Halt, hier keine Durchfahrt!“, heißt es in diesen Tagen auf den Feldwegen zwischen Klein-Karben und Rendel: Hier kontrolliert die Stadtpolizei.

In der verlängerten Stauffenbergstraße im Stadtteil Rendel ist eine zweite Streife im Einsatz, der Schutzpolizist vor Ort unterstützt. Denn wegen Krankheit und Urlaub ist die örtliche Polizei nicht gerade üppig besetzt. „Aber die Kontrolle der Schleichwege hat oberste Priorität“, sagt Wagner.

Viele Knöllchen verteilt

Ein gutes Dutzend Falschfahrer geht der zweiten Streife in Rendel ins Netz. Dort hatten die Uneinsichtigen versucht, über den gutausgebauten Feldweg nach Klein-Karben zu gelangen. Gleichfalls vergebens. 20 Euro sind fällig, wenn jemand unerlaubt einen solchen Schleichweg benutzt. „Und wir haben heute schon einige Knöllchen geschrieben.“

Los ging der Ärger bereits am Vortag. Bis zum Nachmittag war noch freie Fahrt, dann standen gegen 14 Uhr die rot-weißen Sperrschilder. „Wir waren gleich vor Ort“, sagt Wagner. Zurecht, wie sich gezeigt hat. „Die Leute haben versucht, die Sperrungen zu umfahren und auf dem parallel verlaufenden Radweg durchzukommen.“ Dass das nicht geht, werden die Fahrer demnächst merken. Denn dann erhalten sie einen Brief der Stadt mit der Aufforderung, 20 Euro Ordnungsgeld zu zahlen.

Dicht bis 21. Juli

Ab 22. Juli soll die Straße wieder befahrbar sein. Ab 23. Juli folgt der zweite Bauabschnitt zwischen Ulmenweg und Büdesheimer Straße.

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Die einzigen, die hier fahren dürfen, sind diejenigen, die eine Sondergenehmigung haben. „Wir haben etwa 30 Genehmigungen ausgestellt“, informiert Ordnungshüter Wagner. Beispielsweise Pflegedienste, die Post, einige Bäckereien und die Hausmeister der Stadt, die keinen Dienstwagen haben, hätten eine solche Genehmigung erhalten.

Die verstärkten Kontrollen werden auch in den nächsten Tagen fortgesetzt, denn die Vollsperrung dauert bis zum 21. Juli. Rendeler, die nach Klein-Karben wollen, müssen ebenso außen herumfahren wie Klein-Karbener, die nach Rendel wollen. Die Umleitung ist ausgeschildert. Zudem stellt die Stadt auf ihrer Homepage die neuesten Infos bereit (siehe Infobox).

Es geht schnell voran

Während die Stadtpolizei an den Feldwegen ihre „Baustellen“ hat, kommt die richtige Baustelle auf der Landesstraße mit großer Geschwindigkeit voran. Eine große Fräsmaschine eines Hanauer Spezialunternehmens ist im Auftrag der Firma Wilhelm Schütz unterwegs. Sie kratzt den Asphalt rund zehn Zentimeter tief weg, schreddert ihn sofort, über ein Förderband rollt die zerkleinerte Straße in die Anhänger der Sattelschlepper, die nach und nach vorfahren. Innerhalb nur eines halben Tages ist die Fahrbahn auf einer Länge von 500 Metern abgefräst worden. 3500 Quadratmeter Straße landen auf diese Weise zerkleinert in den Lastwagen.

Tag eins gilt also dem „Abkratzen“ der schadhaften Oberfläche. Am zweiten Tag werden die Sinkkästen und die Fundamente für die Beschilderung getauscht. Am Dienstag und Mittwoch nächster Woche soll dann der neue Asphalt aufgetragen werden. Der Bauleiter der Firma Schütz: „Bis nächsten Freitag müssen wir hier fertig sein. Und wir werden fertig.“

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