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Bad Vilbeler Burgfestspiele: Einmal selbst auf der Bühne stehen

Sich selbst einmal ausprobieren, hinter die Kulissen blicken und Teil eines Teams sein: Bei den Theaterkursen der Burgfestspiele Bad Vilbel können Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen die Bühne erleben. Im Vordergrund steht dabei zwar Spaß, aber am Ende soll doch etwas Ordentliches dabei herauskommen. Das Besondere: Angeleitet werden die Kinder von den professionellen Schauspielern der Vilbeler Burgfestspiele.
Wollen Kinder und Jugendliche vor und hinter die Kulissen führen: Das Team der Theaterkurse mit (von links) Maximilian Wahnelt, Johanna Dähler, Tobias Gondolf, Britta Hübel,Caroline Welzl, Marlou Düster, Laura Brechmann, Ruth Schröfel und Claudia Carda-Döring . Wollen Kinder und Jugendliche vor und hinter die Kulissen führen: Das Team der Theaterkurse mit (von links) Maximilian Wahnelt, Johanna Dähler, Tobias Gondolf, Britta Hübel,Caroline Welzl, Marlou Düster, Laura Brechmann, Ruth Schröfel und Claudia Carda-Döring .
Bad Vilbel. 

Selbst spielen und zuschauen, dass soll im Mittelpunkt der Theaterkurse der Vilbeler Burgfestspiele in den Sommerferien stehen, meint Theaterdramaturgin Ruth Schröfel. Seit 2012 finden die Kurse statt, seitdem wurde das Angebot immer weiter ausgebaut. „Es gibt eine große Nachfrage, auch durch den guten Ruf der Vilbeler Festspiele in der Region. Nicht nur Vilbeler, auch von weiter entfernt kommen Teilnehmer.“

Die Themen sind dabei unterschiedlich und auf die unterschiedlichen Altersgruppen und Interessen der Teilnehmer zugeschnitten. So zum Beispiel bei Tobias Gondolf, der die Gruppe im Alter von elf bis 16 Jahren bereits zum dritten Mal betreuen wird. „Wie im letzten Jahr soll es bei mir rund um das Handwerk eines Schauspielers gehen.“ Bewegung, Stimme und Spiel sind der Kern dieses Kurses. „Es geht darum, das eigene Handeln und die eigene Bewegung kennenzulernen.

Dies ist insofern spannend, da wir eine große Altersspanne mit ganz unterschiedlichen Typen haben werden,“ erklärt Gondolf. Doch auch auf die Interessen der Teilnehmer möchte er eingehen. „Es ist wichtig, ihnen einen Spielraum zur eigenen Entfaltung zu geben, damit sie selber ausprobieren können, was ihnen gefällt. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel Schillers Räuber gespielt, damals eine Art Popstar. Die Jugendlichen haben dann Texte ihrer Stars mitgebracht und der Inhalt war ähnlich. Die Themen sind immer die gleichen, sie handeln von Liebe, Freundschaft und Problemen.“

Bewegung und Musik

Besonders gefreut habe es ihn, dass die Gruppe trotz der Überzahl aus Mädchen trotzdem die Räuber gespielt habe. „Die Interessen unterscheiden sich da zwischen Mädchen und Jungs nicht viel. Letzten Endes hatten alle viel Spaß.“ Davon ist auch Malou Düster überzeugt. „Spaß an der Schauspielerei ist für die Kinder und Jugendlichen ganz wichtig.“ Dies hat sie auch bei ihren Kursen zur Verknüpfung von Bewegung und Musik beobachtet. „Wenn man etwas gemeinsam tut oder es alle tun, nimmt man den Kindern die Angst. Panik vor der Bühne entsteht dann erst gar nicht oder ist viel schwächer.“

Auch bei der Auswahl des Stücks achte sie auf diese Thematik. „Freundschaft spielt bei diesen Stücken eine ganz große Rolle.“ „Es gemeinsam tun, ist insgesamt ein sehr wichtiger Aspekt“, meint auch Schröfel. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Gemeinsam etwas zu entwickeln und am Ende den Eltern vorzustellen, ist etwas Besonderes und schweißt die Gruppe zusammen.“

„Am Ende der Woche ist aus dem am Anfang der Woche unorganisierten Haufen ein Team geworden, in dem sich jeder wohlfühlt. Dies merkt man auch bei den Pausen. So entstehen Freundschaften“, ergänzt Düster. Trotzdem wird auch das Ziel nicht aus den Augen gelassen. „Trotz all dem Spaß soll am Ende etwas Schönes dabei heauskommen. Dabei können die Kinder und Jugendlichen einen tiefen Blick hinter die Kulissen werfen. Sie sehen was hinter dem Vorhang passiert, was eine Maske ist und was es mit der Beleuchtung auf sich hat“, sagt Schröfel.

Auf Reise begleiten

Neu ist in diesem Jahr das Angebot für die Jüngsten von drei bis fünf Jahren. „Hier geht es weniger darum am Ende ein Ergebnis zu haben“, erklärt Caroline Welzl, die bereits solche Gruppen geleitet hat. „Gemeinsam werden wir mit den Kindern Jim Knopf und seine Lokomotive auf ihrer fantastischen Reise begleiten. Es dreht sich rund um Vorstellungskraft und Kreativität. So wird es vielleicht eine etwas chaotische Performance, aber es geht ja auch gar nicht darum, am Ende etwas abzuliefern.“

Auch vonseiten der Schauspieler ist das Angebot interessant, ist Johanna Dähler überzeugt, die zum ersten Mal dabei ist. „Ich freue mich eigene Erfahrungen zu sammeln. Als Darsteller sind wir manchmal in unserem eigenen Trott gefangen. Mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten, hilft über den eigenen Schatten zu springen. Fantasie spielt bei den Jüngeren noch eine ganz andere Rolle, bei der ich auch für mich selbst noch lernen kann.“

Davon ist auch Schröfel überzeugt. „Das Angebot wird von den Darstellern richtig gut angenommen, manche gehen dabei richtig auf. Für die ist es dann eine Initialzündung, so etwas in Zukunft häufiger zu machen.“ „Ich denke es bringt viel für die Kinder, selbst wenn sie danach keine Schauspieler werden wollen. An den Schulen wird vielleicht kein Theaterbesuch gemacht, so geht Kultur verloren“, ist Düster überzeugt. „Hier mal hinter die Kulissen schauen zu können und mitzumachen verdeutlicht den Kindern auch die Bedeutung von Kultur, obwohl der Spaß natürlich im Vordergrund steht.“

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