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Karbener Rathaus: Flüchtlingshelfer suchen Mitstreiter

Von Im Karbener Rathaus wird es weiterhin keine feste Stelle für die Flüchtlingshilfe geben. Ein Grünen-Vorstoß hat im Parlament kaum Unterstützer gefunden. Die Flüchtlingshelfer selbst sind aber nicht sauer darüber: Sie haben ein ganz anderes Problem.
Helfer und Flüchtling in Karben im Gespräch: Elke Stelz mit Diebu Teklebshan. Archivfoto: Jürgen W. Niehoff Helfer und Flüchtling in Karben im Gespräch: Elke Stelz mit Diebu Teklebshan. Archivfoto: Jürgen W. Niehoff
Karben. 

Mehr Geld für die Karbener Flüchtlingshilfe in Form einer festen, halben Stelle im Rathaus – über diese Aussicht sollte eigentlich jeder der Freiwilligen jubilieren. Doch falsch gedacht. Im Stadtparlament hat der Vorschlag der Grünen zuletzt keine weiteren Freunde gefunden.

Nicht nur: Einer der Aktiven aus den Reihen der Flüchtlingshilfe, CDU-Stadtverordneter Reinhard Wortmann, spricht sich ausdrücklich gegen das Schaffen eine solchen Stelle aus. Die aber sei dringend nötig, findet Grünen-Fraktionschef Rainer Knack. Die Sozialarbeit des Kreises sei personell zu dünn ausgestattet, die Mitarbeiter hätten zu wenig Zeit.

Dabei sei mehr Hilfe für die Flüchtlinge nötig „Gut, dass es die Ehrenamtlichen gibt, die diese unterstützen“, dankt der Grüne. „Karben unternimmt eine Menge und die ehrenamtliche Hilfsbereitschaft war und ist nach wie vor groß.“

Hilfe bei der Suche nach Arbeit, Sprachvermittlungsangeboten und nach Wohnungen würden zumeist von Ehrenamtlichen getragen, „die da auch gelegentlich an ihre Grenzen geraten“, erinnert der Grüne. Deshalb sei es für eine Stadt wie Karben, „ die es sich leisten kann“, richtig, wenn sie „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ hilft, sagt Knak. Sprich: Noch mehr Geld ihrerseits für die Flüchtlingshilfe auszugeben. 25 000 Euro pro Jahr für eine halbe feste Stelle im Rathaus haben die Grünen deshalb beantragt.

Koordination funktioniert

Allein: „Wir brauchen keine halbe Stelle, um Arbeit zu dirigieren“, hält Flüchtlingshelfer und Stadtverordneter Wortmann dagegen. Bei der Koordination der Arbeit in der Stadt gebe es keine Probleme. „Was wir wirklich brauchen, sind Helfer, an der Basis, für die praktische Arbeit.“ Eine halbe Stelle im Rathaus bedeute dafür keine Entlastung.

So lehnen CDU, Freie Wähler und FDP den Grünen-Vorstoß mit breiter Mehrheit ab. Nur SPD und Linke unterstützen ihn.

Seit mehr als vier Jahren sind in Karben Flüchtlingshelfer aktiv. Zu Anfang kümmerten sich sieben Freiwillige um 20 Flüchtlinge. In der Spitze zählte die Gruppe Ehrenamtlicher rund 60 Köpfe, die rund 230 Geflüchtete betreuten.

Zahl der Helfer gesunken

Die Zahl der Flüchtlinge ist bis heute recht unverändert hoch – was auch daran liegt, dass diverse von ihnen wegen fehlender Wohnungen nicht aus den Unterkünften ausziehen können, selbst wenn sie das mit positivem Asylstatus längst dürfen. Die Zahl der Helfer aber war zuletzt wieder spürbar zurückgegangen und hatte zuletzt bei 35 Ehrenamtlichen gelegen.

Wieder mehr Freiwillige seien nötig, um den Flüchtlingen noch besser beim Fußfassen helfen zu können, betont Reinhard Wortmann. Das könnten nur die Ehrenamtlichen leisten, die flexibel auf den Bedarf der Geflüchteten reagierten – und oft viel Zeit dafür aufwendeten. „Das ist nicht mit Geld zu bezahlen“, sagt Wortmann. „Wir brauchen dafür Manpower.“

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Wer Pate werden möchte: Kontakt
zur Karbener Flüchtlingshilfe unter Telefon (01 72) 6 66 32 95 oder E-Mail sabine.reich1973@gmail.com

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