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Neidharts Küche in Karbe: Gewinner des FNP-Sommerrätsels zaubern feines Menü mit Spitzenkoch

Gemeinsam unter der Anleitung eines Spitzenkochs ein Menü zaubern – dieser Traum wurde für Familie Warncke wahr. Reiner Neidhart von Neidharts Küche in Karben zeigte den Gewinnern des FNP-Sommerrätsels, wie man fünf Gänge zubereitet.
Kerstin Warncke und Tochter Lea haben schon ordentlich etwas geschafft: Wirsingblätter und Fleischstücke sind vorbereitet. Foto: Anne-Rose Dostalek Kerstin Warncke und Tochter Lea haben schon ordentlich etwas geschafft: Wirsingblätter und Fleischstücke sind vorbereitet.
Karben. 

„Schaut mal, da liegt ein ganzer Hirsch auf dem Tisch“, platzt es aus Jan-Erik (12) heraus, als er die Küche betritt. Damit hat er nicht gerechnet. Auch die anderen Familienmitglieder bestaunen das 45 Kilogramm schwere Trumm – edelstes Wildbret. Das Portionieren mit einem scharfen Messer übernimmt Neidhart und erklärt dabei ausführlich, welche Teile sich für welche Fleischgerichte am besten eignen. „Bratenstücke werden beim Metzger immer seltener gekauft, weil die Menschen damit nicht mehr umgehen können“, bedauert er.

Für die Kochkurs-Gruppe legt er den Hirschrücken beiseite, alles andere verschwindet im Kühlraum des Restaurants. Jetzt geht es tatsächlich los für Andreas und Kerstin Warncke aus Bad Vilbel, die mit ihren beiden Kindern Lena (14) und Jan-Erik (12) zu diesem besonderen Anlass ins Restaurant „Neidharts Küche“ in Karben gekommen sind.

Spitzenkoch Reiner Neidhart kocht auch live im Fernsehen. Bild-Zoom
Spitzenkoch Reiner Neidhart kocht auch live im Fernsehen.

Mitgebracht haben sie das befreundete Ehepaar Ingo und Dagmar Ullmann und Tillmann (12), einen Freund von Jan-Erik. „Hirschrücken mit Haselnusskruste, Waldpilzbuchteln und gefülltem Wirsingblatt“ steht als Hauptgang auf dem Rezeptblatt, das ihnen Neidhart gleich zu Beginn in die Hände gedrückt hat.

Arbeitsteilung

Um in drei Stunden das geplante Fünf-Gänge-Menü mit zwei Vorspeisen, Hauptgericht und zwei Desserts vorzubereiten und zu kochen, ist Arbeitsteilung angesagt. „Es ist ganz schön viel, was auf dem Rezept steht, Ich hoffe, es wird lecker“, sagt Tochter Lena. Wie die beiden Jungen mag sie normalerweise Nudeln am liebsten. Unter der Woche essen die Kinder in der Mensa der Georg-Büchner-Schule. Am Wochenende kocht Mutter Kerstin für die ganze Familie. „Aber nicht nur Nudeln, da kommt schon etwas anderes auf den Tisch“ sagt sie lächelnd. „Sie ist das Kochtalent“, lobt sie der Ehemann Ingo. Die Ullmanns hingegen stehen beide sehr gerne in der Küche und teilen sich die Arbeit.

An die Vorbereitung der Vorspeisen „Riesengarnele im Knusperle“ und die „Zitronengras-Ingwer-Suppe“ machen sich die Männer. Geduldig pinselt Ingo Ullmann Teigblätter mit Eigelb an, packt die vorbereitete Fischfarce darauf und faltet das Ganze zu einem Päckchen. Andreas Warncke bearbeitet das ihm bis dato unbekannte Zitronengras: „Sieht aus wie Spargel“ sagt er, schneidet die fingerdicken Stängel klein, klopft sie platt und schwitzt sie an mit Schalotten, Lauch und Ingwer.

Am anderen Ende der glänzenden Edelstahl-Arbeitsplatte steht Tochter Lena und bereitet den Hirschrücken vor. Wie sie es bei Neidhart zuvor gesehen hat, zieht sie sorgfältig Sehnen und Silberhaut ab. „Zuerst war das ein bisschen eklig, aber das ist jetzt vorbei, es macht großen Spaß“, erzählt sie und arbeitet konzentriert weiter.

Handarbeit ist wichtig

„Lebensmittel muss man erfassen und Hände sind die wichtigsten Arbeitsinstrumente“, erklärte Neidhart den Familien zu Beginn des Kochkurses. Mit Feuereifer dabei sind die zwei Jungen, die sich für die Zubereitung des Nachtisches entschieden haben. Sie schlagen Eier auf, fügen Karamell, Sahne und Gelatine hinzu und rühren alles zu einem cremigen Pudding. „Lecker“ sagen sie, als sie zum Schluss von der Karamellmousse naschen dürfen. „Viel besser als Fertigpudding“.

Für die undankbare Schnippel-Arbeit hat sich Kerstin Warncke entschieden. Sie hat den knackig frischen grünen Wirsingkohlkopf vor sich und schneidet die Blätter in feine Streifen. Dagmar Ullmann zerkleinert die Waldpilze, die den Kartoffelbuchteln zugefügt werden sollen. Ihr zur Seite steht ihr der Auszubildende Sven Fortak (18). Er zeigt ihr, wie sie am besten mit dem breiten Schneidmesser umgeht. „Greifen Sie die Pilze mit zwei Krallenfingern und lassen Sie das Messer schön auf und ab gleiten“, rät er. Bald steigt Dampf aus Töpfen und Pfannen, es wird blanchiert, gedünstet und karamellisiert. Ingo und Kerstin Warncke stehen nebeneinander und wetteifern im Rühren. Er hält die Suppe am Köcheln, sie die Soße. Neidhart mahnt: „Rühren, rühren, rühren – mindestens fünf Minuten, damit der Mehlgeschmack verschwindet“.

„Knusperle“ munden

Neidhart ist überall, zeigt, wie das Ananas-Chutney karamellisiert wird mit Zutaten aus Zucker, Zitronengras-Essig, Orangensaft, gewürzt mit Curry, Ingwer, Safran und Chili-Fäden. Er knetet den Hefeteig für die Kartoffelbuchteln und schiebt die Schüssel Dagmar Ullmann zu, die weitermacht. Als nach drei Stunden alles zubereitet ist und die Beine vom Stehen schwer werden, spricht Neidhart die erlösenden Worte „zu Tisch“. Alle jubeln, haben sie doch Hunger, und binden die Schürzen ab.

Am festlich gedeckten Tisch erwarten alle den ersten Gang. Die Männer tragen stolz das „Knusperle“ hinein, das sie unter der Anleitung von Neidhart professionell garniert haben. „Wow“ staunen alle und kosten. „Sehr aromatisch, sehr fruchtig“, urteilt Ullmann zufrieden. Lena erkundet genießerisch, was sie da auf dem Teller hat und nur Jan-Eriks Geschmack ist nicht ganz so getroffen. Seine Portion verspeist sein Vater mit Vergnügen und dann warten alle mit Spannung auf die nächsten Gänge.

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