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Karbens Hallenfreizeitbad: Hallenbad wird fit gemacht für neuen Rekord

Von Stetig voran schwimmt Karbens Hallenfreizeitbad einem nächsten Besucherrekord entgegen. Mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung lockt die Badepyramide immer mehr Gäste an. Dieser Tage aber ist das Bad zu.
oto: Ralf Hirschberger oto: Ralf Hirschberger
Karben. 

Carina Frohnapfel steht dort, wo Menschen sonst nur tauchend hinkommen: auf dem Boden des leeren Schwimmerbeckens des Karbener Hallenfreizeitbades. Mit Spezialputzmittel waschen die Bäderfachangestellte und ihre Kollegen die Fliesen sauber. Defekte Fliesen und Fugen hatte in der Woche zuvor eine Fachfirma ersetzt.

„Auch im Kinderbecken, da wird das Silikon immer rausgepittelt“, erklärt Bad-Chefin Carolin Beck. In den Duschen sollen neue Fugen aus speziellem Schwimmbad-Silikon dafür sorgen, dass nicht wieder unschöne Stockflecken entstehen.

Das Großreinemachen läuft derzeit, wo sonst die Schwimmer ihre Bahnen ziehen: Carina Frohnapfel und ihre Kollegen bei der großen Revision des Karbener Hallenfreizeitbades. Fotos, Repro: Dennis Pfeiffer-Goldmann Bild-Zoom
Das Großreinemachen läuft derzeit, wo sonst die Schwimmer ihre Bahnen ziehen: Carina Frohnapfel und ihre Kollegen bei der großen Revision des Karbener Hallenfreizeitbades. Fotos, Repro: Dennis Pfeiffer-Goldmann

Nach der Reinigung kann langsam Wasser einlaufen ins Becken, drei Tage lang. Langsam, damit der Druckunterschied nicht die Fliesen beschädigt. Und auch, weil sonst der Wasserdruck in den Klein- und Groß-Karbener Haushalten das Wasser spürbar zurückginge. „Das merkt man schon“, sagt Carolin Beck. Kein Wunder. Das Schwimmerbecken fasst die Wassermenge von 3333 Badewannen.

Dass es geleert wird, geschieht daher nur selten – für die große Revision. So wie derzeit. Seit Weihnachten und bis Mitte Januar ist das Bad geschlossen – dann, wenn am wenigsten Gäste baden gehen.

Nur die Sauna ist derzeit geöffnet. Selbst sie war an den ersten Tagen im neuen Jahr zu: Das Blockheizkraftwerk und auch der Warmwasserkessel – die Rückfallebene – waren wegen technischer Defekte ausgefallen. „Glück im Unglück“, dass das ausgerechnet in einer Revisionswoche geschah, sagt Beck.

Ertrag pro Besucher höher

Der Kessel läuft nun wieder. Auch das Kraftwerk soll bis zum Start des Badebetriebs am 15. Januar volle Leistung bringen. Im Kellergeschoss unter der Schwimmhalle laufen ohnehin diverse Arbeiten.

Die Bad-Mitarbeiter haben die Chlorungsanlage gereinigt und den Schwallwasserbehälter. Externe Firmen überprüfen die Technik. Ebenso wird die Aktivkohle der drei Filter ausgetauscht, die das Beckenwasser reinigen. Lediglich alle zwei, drei Jahre ist das notwendig.

Für das Bad ist es die zweite Revision seit der 2014 abgeschlossenen Sanierung. Seitdem geht es mit den Besucherzahlen stetig bergauf – und fürs Jahr 2017 freuen sich die Stadtwerke über einen neuen Rekord seit der Wiedereröffnung. 82 018 Gäste in Bad und Sauna wurden im vorigen Jahr gezählt.

Das sind deutlich mehr als 2016 mit 76 800 und 2015 mit 74 100. Den Rekordwert der letzten Dekade vor der Sanierung nimmt das Bad nun ins Visier: 87 000 Gäste zählte es 2011. „Für 2018 haben wir 85 000 als Ziel“, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). 100 000 Besucher, die das Bad in den 1990er-Jahren zählte, seien kaum zu schaffen. „Damals hatte Schwimmen einen anderen Stellenwert.“

Doch ist Bad-Chefin Beck vor allem mit dem konstanten Anstieg der Besucherzahlen überaus zufrieden. Je Öffnungstag gingen diese von 2014 bis 2017 von 227 auf 274 deutlich spürbar in die Höhe.

Schwerpunkt verschoben

Dass die Gesamtbesucherzahl damit weit unter den Spitzenwerten liegt, ist für Carolin Beck auch gar nicht ganz so relevant. „Wichtig ist für uns, was jeder Besucher zahlt.“

So hätten früher einige wenige Stammgäste aufgrund der extrem niedrigen Preise der Jahreskarte nur zehn bis 15 Cent je Eintritt gezahlt. Die Anzahl der Eintritte sei entsprechend hoch gewesen, der Ertrag für die Kasse aber gering.

Zwischenzeitlich hatte die Stadt die Jahreskarte ganz abgeschafft. Seit 2015 gibt es sie zwar wieder, aber deutlich teurer für 320 Euro. Carolin Beck hat den Schwerpunkt von Bad und Sauna stattdessen auf Gesunderhaltung gelegt. „Eine solche Umstellung braucht lange, aber sie greift nun total.“ Das zeigen die Zahlen: Mehr als 15 000 Besucher pro Jahr kommen für Kurse ins Bad. Besonders die Rehasport-Angebote von TG Groß-Karben und SG Rodheim seien „Renner“, weiß der Bürgermeister. Die älteste Teilnehmerin ist 92 Jahre alt.

Zudem platziert das Bad sein Angebot als Betriebssport. Die Techno-Chemie, König+Neurath und die Stadt bieten das den Mitarbeitern bereits an. Von jährlich unter 1000 auf mehr als 6600 Besuche ist das Angebot binnen nur zwei Jahren durch die Decke gegangen.

Selbstzweck ist das Achten auf höhere Erträge pro Gast nicht. Nur so sei aber das jährliche Defizit auf dem bisherigen Niveau von immerhin deutlich mehr als einer halben Million Euro zu halten. Das habe auch 2017 wieder geklappt, sagt der Bürgermeister. „Dank der höheren Erträge durch mehr Besucher konnten wir die gestiegenen Kosten ausgleichen.“ Die genauen Finanzzahlen liegen so frisch im Jahr allerdings noch nicht final vor. Derzeit geht es erstmal darum, das Bad fit zu machen für die Besucher ab dem 15. Januar. Und bereit dafür, alte Besucherrekorde zu knacken.

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