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Anfrage gestellt: Minister ignoriert Stauproblem

Von Das tägliche Stauproblem auf der Büdinger Straße und der L 3008 erreicht nun sogar schon Wiesbaden. Und auch ein Bad Vilbeler Verein drängt weiter auf Lösungen.
Alltägliches Bild im Abendverkehr: Schon lange vor dem Ortsschild staut es sich auf der Bad Vilbeler Nordumgehung in Richtung Büdinger Straße. Alltägliches Bild im Abendverkehr: Schon lange vor dem Ortsschild staut es sich auf der Bad Vilbeler Nordumgehung in Richtung Büdinger Straße.
Bad Vilbel. 

Werktäglich bietet sich morgens und abends von der B 3 über die Büdinger Straße/L 3008 bis weit über die Stadtgrenzen Bad Vilbels hinaus das gleiche Bild: Stau. Betroffen davon sind vor allem Pendler aus Niederdorfelden, Schöneck und Nidderau, die über diese Strecke nach Frankfurt und zurück kommen wollen. Deswegen hat sich nun auch der Main-Kinzig-Landtagsabgeordnete Christoph Degen (SPD) eingeschaltet.

Er hat sich beim Verkehrsministerium mit einer kleinen Anfrage nach der Situation erkundigt. „Für die betroffenen Pendler liefert die Antwort keine befriedigende Antwort. Leider sehe sich Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nicht in der Pflicht, aktiv zu werden, sondern verweise lediglich auf die Ampelschaltung der Stadt an der Kreuzung Büdinger Straße und Friedberger Straße, die als Staugrund ausgemacht werde. „Damit ist den Menschen jedoch auch nicht geholfen. Zumal die Stadt Bad Vilbel nach eigenen Angaben selbst keine weitere Möglichkeit mehr sieht, hier für eine Verbesserung der Lage zu sorgen“, sagt Degen.

Ampeln bereits geändert

Bei der Stadtverwaltung ist das Problem nur allzu gut bekannt, es ist das wohl drängendste Verkehrsproblem in Bad Vilbel. Doch allzu viele Lösungen scheint es nicht zu geben, bedenkt man, dass sogar schon über einen Tunnel nachgedacht wurde. So sagt Stadtsprecher Yannick Schwander: „Die kleine Anfrage von Christoph Degen hat im Grunde keine neuen Erkenntnisse ergeben. Wir sehen ja auch jeden Tag, wie viele Autos hier fahren. Die Ampelschaltungen haben wir bereits geändert. Und zwar nicht nur am Knotenpunkt Büdinger Straße/Friedberger Straße, sondern auch aus der Festplatzstraße kommend, um Schleichverkehr zu verhindern, der dann auf die Büdinger Straße wirkt.

Auch außerhalb der Stadtverwaltung macht man sich schon seit langer Zeit Gedanken über die täglichen Probleme. So beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC. Der versteht sich nicht nur als Sprachrohr für Radfahrer, sondern für den Verkehr in Bad Vilbel insgesamt.

Drängt auf eine Lösung: der Landtagsabgeordnete Christoph Degen (SPD). Bild-Zoom
Drängt auf eine Lösung: der Landtagsabgeordnete Christoph Degen (SPD).

„Immerhin hat es nur gut ein halbes Jahr gedauert, bis der Bad Vilbeler Magistrat bereit war, die vom ADFC im Oktober veröffentlichten Prognosezahlen für die Verkehrsbelastung auf der Büdinger Straße/Nordumgehung zur Kenntnis zu nehmen. Nun hat er sich von den veralteten Verkehrsdaten verabschiedet, die in diversen Verkehrsgutachten der Stadt im Zuge der Bebauungspläne zum Quellenpark herumgeisterten“, kommentiert der verkehrspolitische Sprecher des ADFC, Christian Euler, die Lage.

Im Herbst hatte der ADFC eine umfangreiche Stellungnahme zur Gesamtverkehrssituation in Bad Vilbel veröffentlicht. Darin wies er auf die hohe und wesentlich durch den Berufsverkehr verursachte tägliche Verkehrsbelastung auf der Nordumgehung zwischen den Knoten B 3 in Bad Vilbel und B 521 in Niederdorfelden hin.

Gleichzeitig zeigten die drei Autoren Christian Euler, Ute Gräber-Seißinger und Katja Koci weitere Belastungen durch die zukünftige Besiedelung des Baugebiets Quellenpark auf. Vorsitzende Gräber-Seißinger erläutert: „Für das Jahr 2025 hat der ADFC in der Verkehrsstudie eine Verkehrsbelastung an Werktagen von bis zu 30 000 Autos pro Tag errechnet. Die Prognose entspreche grob gerechnet dem doppelten Wert des Verkehrsaufkommens auf der Nordumgehung, von dem der Magistrat bislang ausgegangen sei.

Verein sieht neue Berechnungen als Teilerfolg an

Auch in einem anderen Umfeld sehen die Mitglieder des ADFC einen Teilerfolg. So habe eine Anfrage der ADFC-Aktiven Katja Koci als Stadtverordnete der SPD und eine Stellungnahme des ADFC im Zuge

clearing

Auch der ADFC bezieht sich auf die Kleine Anfrage Degens. Die Antwort Al-Wazirs bezog sich auf eine Zählung nahe Gronaus aus dem Jahr 2015. Demnach wurden im täglichen Durchschnitt knapp 16 800 Fahrzeuge gezählt, der ADFC spricht hingegen von knapp 18 300 Fahrzeugen. Und errechnet daraus für den verkehrsreicheren Winter über 20 000 Fahrzeuge pro Tag.

Die vom Bad Vilbeler Magistrat für das Jahr 2025 herangezogene Verkehrsprognose sei hingegen lediglich von unter 15 000 Fahrzeugen an Werktagen ausgegangen. Das Verkehrswachstum von 2010 bis 2015 wurde vom Verkehrsministerium mit 4,7 Prozent pro Jahr beziffert, der Magistrat sei demgegenüber von 0,2 bis 0,3 Prozent ausgegangen, berichtet der ADFC weiter.

An Realität vorbeigerechnet

Doch es scheint wenigstens einen kleinen Erfolg zu geben. Denn derzeit sei eine Verkehrszählung in Bad Vilbel beauftragt. Doch hier will die Stadt etwas klarstellen. „Diese Gutachten, die hier als auf den ADFC gehend beschrieben werden, waren längst in Planung“, sagt Schwander. Die Stadt habe immer betont, dass belastende Gutachten erst erstellt werden könnten, wenn die Homburger Straße wieder freigegeben ist, da ansonsten verfälschte Zahlen herauskommen würden.

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clearing

Die Zahlen des ADFC seien mit großer Vorsicht zu genießen, da sie keinerlei Flexibilität und Realität zeigten. Der Verein rechne etwa mit 9000 Autos bei 9000 Arbeitsplätzen zukünftig im Quellenpark. „Dabei lassen sie außer Acht, dass viele Arbeitnehmer mit dem Öffentlichen Personennahverkehr kommen, andere wegen des Arbeitsplatzes in den Quellenpark ziehen oder im Quellenpark wohnende Menschen hier einen Arbeitsplatz finden“, sagt Schwander. Hinzu komme, dass man bei Arbeitsplatzverkehr von 1,5 Personen pro Auto und nicht von einer Person pro Auto ausgehe. Mögliche Fahrradpendler würden ebenfalls außer Acht gelassen, „zumal gerade der Quellenpark über eine sehr gute Fahrradinfrastruktur verfügen wird.“ Doch eine Lösung für das aktuelle Problem scheint nicht in Sicht zu sein.

Schwander: „Zum Nadelöhr Büdinger Straße können wir leider nach wie vor nur mitteilen, dass uns hier die Hände gebunden sind, was eine zeitnahe, kostengünstige und seriös umsetzbare Lösung betrifft.“ Da es sich um hauptsächlich überörtlichen Verkehr handele, der nach und durch Bad Vilbel rollt, könne es nach wie vor keine alleinige innerörtliche Lösungsperspektive geben. „Wir verweisen deshalb noch einmal darauf, dass die Fertigstellung des Riederwaldtunnels für die Situation hier eine enorme Entlastung darstellen würde“, sagt Schwander.

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