Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 21°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Wer überzeugt die Wetterauer Wähler?: Natalie Pawlik tritt für die SPD an

Am 24. September entscheidet sich die Zusammensetzung des 19. Deutschen Bundestags. In 299 Wahlkreisen in Deutschland haben die Wähler jeweils zwei Stimmen. Mit ihrer Erststimme wählen sie den Direktkandidaten, der sie in Berlin vertreten soll, mit der zweiten eine Landesliste der jeweiligen Partei. Wir stellen die Kandidaten der drei Wahlkreise für den Wetterau- und den Main-Kinzig-Kreis vor. Heute im dritten Teil: der Wahlkreis Wetterau I (177), der auch Bad Vilbel, Bad Nauheim, Butzbach, Friedberg, Karben, Rosbach und Wöllstadt umfasst.
Natalie Pawlik will in den Bundestag einziehen. Foto: Petra Ihm-Fahle Natalie Pawlik will in den Bundestag einziehen.
Friedberg. 

Eins der meistgesehenen Gesichter im Wahlkreis Wetterau I dürfte aktuell das von SPD-Bundestagskandidatin Natalie Pawlik (25) sein, deren Plakat fast überall an den Straßen hängt. Pawlik hat vorgeschlagen, sich zum Gespräch in der Bad Nauheimer Stadtbücherei zu treffen. Doch der Bildungstempel hat wegen technischer Probleme zu, weshalb sich das Interview in ein Café verlagert. Die Bücherei sei für sie ein typischer Ort, sagt die Kandidatin, vor sich einen Cappuccino, „ich habe da das erste deutsche Buch gelesen“.

Als Kind wohnte die heute 25-Jährige nur zwei Straßen weiter im ehemaligen russischen Aussiedlerheim, nachdem sie mit sechs Jahren mit ihren Eltern und der Schwester aus Sibirien nach Deutschland kam. Sich einfach mal hinsetzen und in Ruhe einen Roman lesen, das kommt heute seltener vor. Das letzte Mal war im Urlaub, als sie sich Tolstois „Krieg und Frieden“ zu Gemüte führte. „Ich lese mehr Fachliteratur über Politik, das letzte war über Globalisierung“, sagt sie.

„Ich will etwas ändern“

Pawlik hat einen Universitätsabschluss in Geschichte und Kulturwissenschaften, ist dabei, den Master in Soziologie zu machen und arbeitet halbtags im Büro des Europaabgeordneten Udo Bullmann (SPD). Für den Bundestagswahlkampf hat sie sich ihren Jahresurlaub genommen, zudem sind Semesterferien. Zeit für Hausbesuche, bei denen sie auch schon mit dem SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel unterwegs war.

Der gesamte Wahlkreis Wetterau I ist mit ihren Plakaten nur so gesäumt, die junge Frau wird während des Interviews mehrfach von Passanten erkannt und angesprochen. „Es ist ungewohnt, weil ich mich selber nicht in so einer prominenten Stellung sehe“, sagt sie. Als Bundestagsabgeordnete nach Berlin zu gehen – dazu habe sie sehr viel Lust, „ich will auf jeden Fall etwas verändern“.

Ihre Themen sind Arbeits- und Sozialpolitik, weil sie findet, dass Arbeit einer der Grundschlüssel zur Teilhabe ist. „Es ist eine Grundlage zum sicheren und guten Leben: eine gute Arbeit, von der man leben kann.“ Sie kenne viele fleißige Menschen, die Jobs haben, die nicht fürs Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichen, weshalb sie Verbesserungsbedarf sieht. Ihr eigener Aufstieg vom Kind aus Sibirien zur Bundestagskandidatin auf dem aussichtsreichen Landeslistenplatz 14 sei etwas Ungewöhnliches, „weil die Menschen in diesem Land gehindert werden, sozial aufzusteigen“. Neben der Arbeitspolitik interessiere sie sich auch für Stadtentwicklung und Finanzpolitik, finde es spannend im Bad Nauheimer Parlament und dem Kreistag, denen sie als Fraktionsmitglied angehört.

Kämpferisch

Wenn Pawlik erzählt, redet sie vor allem über Politik. Privat sei es auch anders, sie treibe dreimal wöchentlich Sport, besuche Kino und Kulturveranstaltungen. „Der Großteil meines engsten Freundeskreises ist nicht in der Politik.“ Gefragt, wie sie sich selber beschreiben würde, erklärt sie, kämpferisch und diszipliniert zu sein. „Ich habe viel Durchhaltevermögen, bin empathisch, kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen und andere mitreißen. Ich finde, ich bin locker.“

Mit Kritik könne sie gut umgehen, neige allerdings dazu, manchmal zu viel von anderen zu verlangen – und auch an sich selbst zu hohe Ansprüche zu stellen. Bereits seit ihrem 15. Lebensjahr macht sie Politik, seit 2010 ist sie Mitglied in der SPD.

(ihm)
Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse