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Burgfestspiele Bad Vilbel: Schon wieder ein Rekordjahr?

Von Die Zahlen sprechen für sich: Zur Halbzeit der diesjährigen 30. Saison der Bad Vilbeler Burgfestspiele steuern die Verantwortlichen erneut auf einen Besucherrekord zu. Das liegt auch an Umstrukturierungen.
Sie präsentieren lachend die Halbzeitbilanz der diesjährigen Burgfestspiele Bad Vilbel (von links): Ruth Schröfel, Angelika Zwack, Claus Günther Kunzmann und Bürgermeister Thomas Stöhr. Sie präsentieren lachend die Halbzeitbilanz der diesjährigen Burgfestspiele Bad Vilbel (von links): Ruth Schröfel, Angelika Zwack, Claus Günther Kunzmann und Bürgermeister Thomas Stöhr.
Bad Vilbel. 

Eigentlich war so einiges im Unklaren, wenn es darum ging, vorab zu sagen, wie die diesjährige Spielzeit der Burgfestspiele verlaufen würde. Denn den Verantwortlichen muss man Mut attestieren.

„Es ist ein fantastischer Spielplan“, ist Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) von der der „großen Spreizung“ des Angebotes dennoch überzeugt. Denn zwischen dem leichteren „Mein Freund Harvey“, dem skurrilen Stück „Der kleine Horrorladen“, dem pointierten Musical „Evita“ und dem progressiven Stück „Der Name der Rose“ liegen Welten, was die unterschiedlichen Vorlieben der Zuschauer angeht. Dennoch liegen die Zahlen bislang erneut über jenen der Vorjahre.

Kinderprogramm läuft super

Was bis zum Donnerstag gebuchte Karten für die komplette Spielzeit angeht, kann die Spielzeit laut Intendant Claus-Günther Kunzmann 86 600 Verkäufe melden. Im Rekordjahr 2015 waren es zur Halbzeit 83 500, in den Jahren zuvor 76 500 und 73 700. Auch bei den bislang tatsächlich erschienen Gästen liegt dieses Jahr vorne. 48 100 strömten in s Rund der Burgruine, im vergangenen Jahr waren es 41 300, davor 40 000 und 41 500.

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Wer Karten für eine der Aufführungen erwerben möchte, findet die Termine im Internet unter der Adresse www.kultur-bad-vilbel.de. Die Tickets gibt es dann ebenfalls im Internet oder im

clearing

Dabei gibt es – im Gegensatz sehr gleichmäßigen Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren –einen absoluten Renner: „Evita“. „Das aber hatten wir auch gedacht, ,Evita’ ist deswegen deutlich stärker vertreten als die anderen Stücke“, gibt Kunzmann zu bedenken. 2015 betrug der Unterschied zwischen dem schwächsten und dem stärksten Stück 3000 Besucher, dieses Jahr sind es zwischen „Evita“ und dem „Kleinen Horrorladen“ 7000.

Insgesamt allerdings ist das Abendprogramm sogar etwas schwächer besucht als in den Vorjahren. „Was sicherlich auch an der Witterung und der Fußball-EM liegt“, skizziert Stöhr. Bei Regen blieben spontane Gäste eher fern. Auch deswegen, so Kunzmann, richte sich sein häufigster Blick auf den Regenradar.

Dass die Saison so erfolgreich ist, liegt also an anderen Faktoren. Etwa an den Kindervorstellungen. „Die Zauberflöte“ etwa habe sich als Knüller erwiesen, auch wenn „Ronja Räubertochter“ und „Jim Knopf“ noch bessere Zahlen aufwiesen. Doch eine Oper für Kidner habe es immer etwas schwerer, gibt Kunzmann zu bedenken und freut sich deswegen umso mehr über den großen Erfolg. Die Besucherzahlen in diesem Segment stiegen von 16 000 im vergangenen Jahr auf 23 500 in diesem Jahr an. Damit schlagen sie sogar die Abendvorstellungen, die bislang 20 000 Zuschauer registrierten, 2000 weniger als 2015.

In kleineren Dimensionen muss man naturgegeben im Theaterkeller denken – schließlich bieten die Tribünen um die Hauptbühne 731, der Keller jedoch nur 87 Gästen Platz – , doch auch hier sind Kunzmann und die Dramaturginnen Ruth Schröfel und Angelika Zwack durchaus mit der bisherigen Bilanz zufrieden. „Erstmals haben wir mit ,Tschick’ ein Jugendstück vormittags aufgeführt, das lief sehr gut“, schildert Kunzmann.

Insgesamt strömten schon 2300 Besucher in den Keller, 2015 waren es zu diesem Zeitpunkt 1500. Die bereits gebuchten Karten haben zur Halbzeit erstmals die 4000er-Marke geknackt, 2015 waren es zur Hälfte 2700.

Zwei neue Regisseure

Sehr geteilte Meinungen gibt es zur Aufführung von „Der Name der Rose“. Doch Kunzmann widerspricht hier so manchem Kritiker: „Wer ein reines Kriminalstück erwartet, der befindet sich weit weg von dem, was Umberto Eco entworfen hat. Auch wer in ein Schiller-Stück geht, ohne sich vorzubereiten, wird bei ,Don Carlos’ Probleme bekommen“, sagt er.

Auch deswegen habe man die Einführungsvorträge zum Stück angeboten, um auf Ecos Entwurf des Mittelalters vorzubereiten. Kunzmann auf jeden fall ist begeistert von der tiefen Symbolik, die in so mach kleiner Szene stecke.

Der Regisseur des Stücks, Malte Kreuzfeldt, ist ebenso neu im Team wie Regisseurin Judith Kuhnert („Die 39 Stufen“). „Das ist immer ein Wagnis, aber in diesem Jahr ist das sehr gut gelaufen“, pflichtet Zwack dem Intendanten bei.

Nicht ganz so gewagt war es dann wohl, die Öffnungszeiten rund um die Stücke auszuweiten. „Viele wollen schon vor den Aufführungen hierher kommen, etwas trinken und den Abend genießen“, sagt Kunzmann. Rund 50 Prozent der Gastro-Sitzflächen seien vorab reserviert. Trotzdem gebe es keine langen schlangen an den Ständen, wozu auch der gastronomische Bereich außerhalb der Burg seinen Teil beitrage.

Angesichts von elf Produktionen in diesem Jahr und den Auswärts-Gastspielen unter andere in Eppstein, Dreieich und Neuwied sei vor allem für die Techniker und die Kostümabteilung die Luft gerade zu den Premieren ganz schön dünn geworden. Auch jetzt könne man sich nicht völlig entspannt zurücklehnen. Doch die bisherigen Zahlen bestätigen die Theatermacher wieder einmal voll und ganz.

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