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Windecker Landfrauen: Seit 30 Jahren wehen die Röcke

Die Volkstanzgruppe der Landfrauen feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Viele der Mitglieder sind schon seit der ersten Stunde dabei. Sie üben heute noch regelmäßig und haben den Spaß am Tanzen nie verloren.
Die Volkstanzgruppe übt ihre Schritte in der Willi-Salzmann-Halle. Die Volkstanzgruppe übt ihre Schritte in der Willi-Salzmann-Halle.
Nidderau. 

Die blauen und roten Röcke der Volkstanzgruppe der Landfrauen wehen im Zweivierteltakt der Sternpolka, einem alten Figurentanz. Die Frauen stellen sich im Kreis auf und tanzen als Pärchen zur volkstümlichen Musik. Die verschiedenfarbigen Röcke der Tracht haben einen ganz besonderen Grund: Die Frauen mit roten Gewändern führen die Schritte der Frauen aus, die mit den blauen, die der Männer.

Seit 30 Jahren treffen sich die Frauen der Tanzgruppe zum Üben. Auch an diesem Mittwoch klingen von 20 bis 21.30 Uhr aus einem Nebenraum der Willi-Salzmann-Halle die Melodien traditioneller Volkslieder. Getanzt werden dazu Choreographien von deutschen Volkstänzen, wie dem Fenstertanz oder verschiedenen Polkas.

Den Part der Kapellmeisterin erfüllt Rosel Bauer. Am CD-Player sitzend sucht sie die Musik für die Tänze aus. Bauer übernahm bei der Gründung der Tanzfrauen die Leitung, kann aber aufgrund einer chronischen Krankheit selbst nicht mehr mittanzen. Jahrelang kümmerte sie sich mit Unterstützung anderer Frauen um die Choreographien und die Musikauswahl, nahm mit anderen Landfrauen an Volkstanzseminaren teil, schaute sich im Internet Tänze anderer Gruppen an und sammelte bei jeder Gelegenheit Musik.

Traditionelle Kleidung

„Bei einer Choreographie zu einer Musik ist es wie beim Strickmuster. Man muss die Schritte legen, bis es passt“, erklärt sie. Bei der Musik achtet sie darauf, dass sie bekannt ist und Stimmung erzeugt. So singen die Landfrauen beim Tanzen oft die Texte mit. Vor zehn Jahren übergab Bauer die Leitung an Beate Weisbecker und Elvira Naumann.

Von 16 Bäuerinnen gegründet

Die Volkstanzgruppe gehört zu dem Landfrauenverein Windecken, der sich 1962 unter der Leitung von Katharina Walther und 15 Bäuerinnen gründete.

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Offiziell wurde die Tanzgruppe 1988 anlässlich der 700-Jahr-Feier von Windecken gegründet. Dort sollten die Landfrauen einen traditionellen Tanz aufführen. Damals wurde jedem Verein eine Jahreszahl zugeteilt, an die deren Kleidung erinnert sollte. Der Verein der Landfrauen wurde fürs Jahr 1850 ausgewählt.

Um eine realitätsnahe traditionelle Tracht herstellen zu können, begab sich Bauer in die Bücherei und wälzte Bücher, denn in der Gegend gibt es seit dem 17. Jahrhundert keine Trachten mehr. Die Tracht wurde der Kleiderordnung von 1850 nachempfunden und von den Frauen genäht. Seitdem tragen sie sie mit Stolz.

Von den neun Volkstanzgruppen, die bei der 700-Jahr-Feier dabei waren, sind drei übrig geblieben, die sich regelmäßig treffen. Dort fehlt es wie in vielen Vereinen an Nachwuchs: Zurzeit sind 16 aktive Tänzerinnen bei der Windecker Gruppe dabei – Irene Reis, Karin Ertelt und Hilde Siebel schon seit der ersten Stunde. Die älteste, aber noch durchaus fitte Tänzerin, ist mit 80 Jahren Vera Zurmühl.

Gut für die grauen Zellen

Was diese Gruppe schon so lange zusammenhält, weiß Rosel Bauer: „Man muss sich immer wieder motivieren und man braucht eine gute Führung“, sagt sie. Die Frauen der Volkstanzgruppe sind ein eingespieltes Team und seit Jahren befreundet. Bei den wöchentlichen Treffen hat der Spaß und die Geselligkeit einen hohen Stellenwert. Es wird viel gelacht, Witze gemacht, wenn sich eine mal vertanzt und den Einsatz verpasst, weil sie sich gerade verquatscht hat.

Als Hilde Siebel vor knapp 38 Jahren von Mittelbuchen nach Windecken kam, waren es die Landfrauen, durch die sie Kontakt zu den Leuten aus dem Ort aufbaute. „Wenn man arbeiten geht, hat man kaum Zeit, um Leute kennenzulernen. Das Beste, was man machen kann, ist zur Feuerwehr oder den Landfrauen zu gehen“, sagt sie. „Außerdem ist das Tanzen gut für unsere grauen Zellen“ sagt Bauer.

Mit der Volkstanzgruppe hat sie gemeinsam mit den anderen Mitglieder in den letzten 30 Jahren viele schöne Erinnerungen bei zahlreichen Auftritten gesammelt. Sogar im Fernsehen war die Volkstanzgruppe schon zu sehen. „Wir haben schon so manche Feier mit unseren Auftritten rausgerissen“, erinnert sich Elvira Naumann. Dennoch würden sich die Frauen über neue Mitglieder freuen, die zu den Übungsstunden kommen und Spaß an der Bewegung haben.

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