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Queen Elizabeth II. in Deutschland: Gauck-Geschenk an Queen: "Soll das mein Vater sein?"

Bundespräsident Joachim Gauck schenkt der Queen ein Bild, die britische Presse spottet darüber. Auch der Kunstkritiker Mark Hudson sieht keine große Kunst in dem Gemälde.
Das Gemälde, das bei den Briten Fragen aufwirft. Foto: Jesco Denzel (Bundespresseamt) Das Gemälde, das bei den Briten Fragen aufwirft.
London. 

Da hat die Chemie nicht gestimmt. Ein Gastgeschenk an Queen Elizabeth II kam insbesondere bei der britischen Presse nicht besonders gut an und sorgt nun für öffentlichen Spott: Bundespräsident Gauck schenkte der Queen am Donnerstag ein Bild von Nicole Leidenforst, das die Queen (auf einem Pferd) und ihren Vater George VI zeigt.

Als Vorlage diente der Künstlerin eine Fotoaufnahme, das sie im Internet fand und auf dem Elizabeth II. als 9-jähriges Mädchen auf einem Pferd sitzt, daneben steht ihr Vater und hält die Zügel. Beim Betrachten des Bildes schien die Monarchin sichtlich "not amused", kommentierte das blaue Pferd mit "Das ist eine merkwürdige Farbe für ein Pferd" und fragte "Soll das mein Vater sein?", den sie auf dem Kunstwerk offenbar nicht erkannte. Das originale Foto, welches als Basis diente, ist übrigens in einem   Artikel des Telegraph   zu sehen.

Hämische und vernichtende Reaktionen in den Medien ließen nicht lange auf sich warten. So schrieb die englische Boulevardzeitung "Daily Express" etwa: "Deutsche beleidigen Königin mit Portrait, das aussieht wie die Arbeit eines Funfjährigen". Der britische Popkultur-Blog "Gawker" spricht sogar von einem "Shitty-Ass Gift", der Guardian bezeichnete das Geschenk hingegen schlichtweg als "peinlich". Der Telegraph spekulierte indessen, ob die Queen "generell keine Bilder mag, in denen braune Pfrede blau dargestellt werden oder ihr nicht wiederekennbarer Vater eine knallgelbe Jacke trägt".

Kunstkritiker Mark Hudson gab im „The Daily Telegraph“ ebenfalls keine gute Kunstnote und fragte: „Ist es Bad Painting oder einfach nur schlecht gemalt?“ Und schrieb weiter: „Wenn man Leidenfrosts Bild betrachtet, ist man für ein paar Augenblicke perplex und fragt sich, ob das ein Stück des späten Neo-Expressionismus – also eine wertvolle Dreingabe zu einer großartigen deutschen Tradition, die Riesen der Klasse von Kandinsky oder Klee hervorgebracht hat – oder einfach ein Stück grotesken Kitschs ist“

Die Künstlerin Nicole Leidenforst erlebt seitdem einen "ziemlichen Presserummel", wie sie in einem Interview für das Monopol-Magazin erzählt. Auf die Reaktionen der britischen Presse reagiert sie gelassen: "Alles gut. Ich hab das gesehen, aber da bin ich sehr entspannt."

Lesen Sie ihr das gesamte Interview mit Nicole Leidenforst

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