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TV-Kritik: "Im Wald": So gut war der Taunuskrimi noch nie

Der packende Thriller nimmt gekonnt Anleihen bei Horrorklassikern: Ein unheimlicher Mörder weckt in Kommissar von Bodenstein Erinnerungen an das Verschwinden seines besten Freundes Jahrzehnte zuvor.
Ralf Ehlers (Nicki von Tempelhoff,  r.) provoziert seinen Jugendfreund Edgar Herold (Martin Feifel, l.), der kurz vor dem Verhör zusammenbricht. Foto: Sophie Schüler Ralf Ehlers (Nicki von Tempelhoff, r.) provoziert seinen Jugendfreund Edgar Herold (Martin Feifel, l.), der kurz vor dem Verhör zusammenbricht.

Die Taunuskrimis nach den Romanen von Nele Neuhaus sind schon überraschend: Während die 90-Minüter durch ihre zähe und umständliche Erzählweise nur wenig Sogkraft entwickelten, ziehen die doppelt so langen Zweiteiler die Spannungsschraube erheblich an. "Im Wald" heißt die jüngste ZDF-Verfilmung, eine schöne Anspielung darauf, wo ein Teil der Handlung spielt. Aber auch ein Hinweis auf das Dickicht, das Undurchdringliche, dass diesen Fall bestimmt.

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Pia Sander (Felicitas Woll) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) haben es diesmal mit einer ganzen Mordserie zu tun. Der erste Tote findet sich in den ausgebrannten Trümmern eines Campingwagens. Spuren deuten darauf hin, dass er ermordet wurde. Als nächstes trifft es die Mutter des Toten, die in einem Sterbehospiz ihre letzten Tage verbrachte. Dann hängt ein Pfarrer in seiner Kirche, doch Oliver von Bodenstein, der den Pfarrer und die anderen Toten kannte, schließt einen Selbstmord aus.

Vom Schlitzerfilm bis zu "Das Omen"

Die Morde wecken in Bodenstein Erinnerungen an das Verschwinden seines Freundes Artur 35 Jahre zuvor. Hat jemand aus einer Bande, zu der auch Bodenstein damals gehörte, etwas mit den Morden zu tun? Marcus O. Rosenmüller setzt in seinem mittlerweile neunten Taunuskrimi auf viele Versatzstücke des Horrorfilms und das macht er bemerkenswert gut. Schon die Mordserie setzt auf knallige Schockeffekte und zeigt sich wie in einem ausnehmend gelungenen Schlitzerfilm inszeniert.

Am Ende des ersten und Beginn des zweiten Teils kommt es zu einem Moment auf einem Friedhof, der zudem stark an  eine ähnliche Szene aus "Das Omen" erinnert. Dass Rosenmüller die Hollywood-Vorbilder bestens studiert hat, zeigt sich in vielen Details. Wie in einem rasanten B-Film lässt die Geschichte niemals locker. Ständig kommen neue Szenen, in denen eine lauernde Atmosphäre den nächsten Schock erwarten lässt.

Rückblenden mit etwas Nostalgie

Rosenmüller setzt von der Kamera (Marcus Kanter) bis zur Musik von Florin Tessloff alles ein, um die Spannung konsequent hoch zu halten. Mit Andrea Sawatzki und Birge Schade hat Rosenmüller auch Nebenrollen prominent besetzt. Sogar aus Veronica Ferres hat Rosenmüller schauspielerisch noch einen halbwegs passablen Auftritt herausgeholt. Das hohe Tempo leidet nicht einmal unter den Rückblicken ins Jahr 1982, die Rosenmüller mit Farbfilter inszeniert hat und die dem Krimi noch einen kräftigen Schuss Nostalgie verleihen.

Wenn es etwas auszusetzen gibt, dann die Rolle von Andrea Sawatzki, die gerne noch größer hätte ausfallen können. Ansonsten kann Rosenmüller die Spannung bis zum Schluss auf hohem Niveau halten. Fazit: "Im Wald" ist der bisher stärkste Taunuskrimi.

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