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TV-Kritik: "Wir holen dich da raus: Sie helfen Kindern in Not

Von Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendnotdienste haben einen Job, der sie oft an ihre Grenzen bringt. Diese "37 °"-Reportage zeigt, wieso!
Nächtlicher Einsatz im Brennpunkt: In Krisensituationen müssen die Sozialarbeiterinnen schnelle Entscheidungen treffen. Foto: ZDF und Jasper Engel Nächtlicher Einsatz im Brennpunkt: In Krisensituationen müssen die Sozialarbeiterinnen schnelle Entscheidungen treffen.

Sexueller Missbrauch, Abschottung, Drogen, psychotische Eltern, Gewalt – es gibt nur wenig Trauriges, was die Mitarbeiter des Kinder- und Jugend-Notdienstes - abgekürzt KJND - im Laufe ihres Berufslebens nicht erleben. Diese „37 °“-Sendung gibt einen beklemmenden Eindruck davon, unter welchem Druck die dort angestellten Mitarbeiter stehen. Sie müssen Hilfe leisten, Lösungen finden und das oft unter massivem Zeitdruck. Und vor allem das Wichtigste: eine Situation richtig einschätzen können.
Rund dreißig Mitarbeiter hat in Hamburg der ambulante Notdienst der KJND. Oft stehen sie vor verschlossenen Türen und müssen selbst die Polizei zu Hilfe rufen. Das Ehepaar Renate (51) und Reinhard Flerlage-Hölzen (62) ist seit knapp dreißig Jahren dabei und hat zwei Töchter im jungen Erwachsenenalter. Was sie dabei erlebt haben, war oft schwer erträglich. Viele Mitarbeiter des KJND haben selbst Kinder und vergleichen die Situation ihrer Kinder mit dem, was sie bei ihrer Arbeit erleben.  

Missbrauch durch den Vater

Mal ist es eine Dreizehnjährige, die den Partner ihrer Pflegemutter beschuldigt, sie sexuell zu missbrauchen. Das Team macht sich auf die Suche nach ihr. Wo befindet sie sich? Ist sie momentan in Sicherheit? In einem anderen Fall besteht der Verdacht auf den Missbrauch eines Zehnjährigen durch seinen leiblichen Vater. Der ältere Bruder will durch eine halbgeöffnete Schlafzimmertür etwas Verdächtiges beobachtet haben.  Was tut man am besten in so einem Fall?

Sendung verpasst? Hier geht es zur Mediathek

Soll sich das zuständige Jugendamt um den Fall kümmern? Oft gibt die aktuelle familiäre Situation den Ausschlag. Oft unschätzbar wertvoll sind auch Erfahrung und Menschenkenntnis der KJND-Mitarbeiter. Sie erleben Eltern, die übergriffig, gewalttätig oder psychotisch sind. So eine Mutter, die ihren Sohn, mittlerweile fünfzehn Jahre alt, über einen langen Zeitraum von der Außenwelt isolierte. Der Junge wirkt wie nicht wie andere Kinder in seinem Alter: Er ist ängstlich, misstrauisch und findet sich kaum zurecht.

Manchmal auch einfach überfordert

Aber nicht immer ist es eine so massive Schuld der Erwachsenen. Oft zeigen sich Eltern oder Großeltern auch einfach überfordert mit der Situation ihrer Kinder und Enkelkinder, haben sie pubertierende Heranwachsende nicht mehr im Griff. So eine verzweifelte Großmutter, deren zwölfjähriger Enkel möglicherweise an der Aufmerksamkeitsstörung ADHS leiden könnte. Lehrer haben sich über seine Aggressivität beklagt. Sie bringen den Jungen in einer betreuten Wohngruppe unter. Aber eine echte Lösung stellt das natürlich nicht dar.
 
Und manchmal sehen sich die KJND-Mitarbeiter selbst getäuscht. Nicht alles, wessen Eltern beschuldigt werden, trifft auch tatsächlich zu. Die Sendung spart die Betroffenen natürlich aus, gibt aber auch ohne direkten Kontakt einen ungeschönten Blick ins Leben in sozialen Randzonen der Gesellschaft. Es ist eine Reportage, die wütend macht und vor allem auch ein Gefühl der Hilflosigkeit vermittelt. 


 
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