Klare Regeln für Erreichbarkeit in der Freizeit festlegen

Viele Arbeitnehmer bleiben auch in ihrer Freizeit für Chef und Kollegen ständig erreichbar. Smartphone und Internet machen es möglich. Führt die Dauerbereitschaft jedoch zu einer Belastung, hilft nur ein offenes Gespräch.
Oftmals gibt es in Unternehmen keine klaren Regeln für die Erreichbarkeit in der Freizeit. In einem offenen Gespräch sollten deshalb Erwartungen und Bedürfnisse geklärt werden. Foto: Daniel Naupold Oftmals gibt es in Unternehmen keine klaren Regeln für die Erreichbarkeit in der Freizeit. In einem offenen Gespräch sollten deshalb Erwartungen und Bedürfnisse geklärt werden.
Berlin. 

Abends noch schnell E-Mails lesen und im Urlaub eine kurze Telefonkonferenz - für manche Arbeitnehmer ist das ganz normal.

In einer aktuellen Umfrage der Initiative Neue Qualität der Arbeit gaben zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten an, schon mal nach Feierabend wegen beruflicher Anliegen kontaktiert worden zu sein. Fast die Hälfte (46 Prozent) wurde am Wochenende angemailt oder angerufen. 37 Prozent sahen sich auch schon mal im Urlaub mit Arbeitsthemen konfrontiert.

Distanz wird unter diesen Umständen zur Herausforderung: Rund jedem fünften Befragten fällt es nach eigenen Angaben schwer oder sehr schwer, nach der Arbeit abzuschalten. Weitere 34 Prozent haben damit manchmal Probleme.

Belastet einen die ständige Erreichbarkeit, rät die Initiative zu einem offenen Gespräch mit der Führungskraft. Dabei sollten beide Seiten ihre Erwartungen und Bedürfnisse deutlich machen. Häufig sei nämlich gar nicht klar, was erwartet wird: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen keine klaren Regeln zur Erreichbarkeit in der Freizeit gibt.

Hilfreich sei auch eine Vertretungsregelung für Urlaube. Dazu können auch die Arbeitnehmer selbst beitragen, indem sie genügend Zeit für eine ausführliche Übergabe einplanen.

Die Umfrage hat die Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesarbeitsministeriums gemeinsam mit YouGov im Juni 2018 unter 1030 Erwerbstätigen, darunter 29 Prozent mit Führungsverantwortung, durchgeführt.

(dpa)
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