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Paul Galczinsky: Schnell auf den Kufen

Von Kaum zu glauben: Zwei Frankfurter Eisschnellläufer mischen auf den europäischen Bahnen erfolgreich mit.
Emile Schnabel. Emile Schnabel.
Frankfurt. 

Wenn in Deutschland das Wort Eisschnelllauf fällt, denkt jeder Sportinteressierte an Inzell. Frankfurt wird bei den Wintersportarten höchstens mit Eishockey in Verbindung gebracht. Dabei ist die Main-Metropole die Stadt, in der der erste überlieferte Eisschnelllaufwettkampf in Deutschland durchgeführt wurde: Am 2. Januar 1872 vom damaligen Frankfurter Schlittschuhclub, dem späteren Frankfurter Sportclub Sachsenhausen Forsthausstraße (SAFO). Bis heute gibt es neben dem Außenring an der Eissporthalle am Ratsweg bundesweit nur sechs weitere 400-Meter-Bahnen.

Dass aber gleich zwei Frankfurter Eisschnellläufer national spitze und auch international konkurrenzfähig sind, überrascht dennoch. Die Trainingsbedingungen sind schwierig, das Außen-Oval am Ratsweg wird fast ständig vom zahlenden Publikum „belegt“, Rennen in der Main-Metropole finden mit Ausnahme der alljährlichen Südwestmeisterschaft keine statt. Wer gute Zeiten laufen will, muss über kurz oder lang die großen Eisschnelllauf-Stützpunkte in Inzell, Erfurt oder Berlin aufsuchen.

Dass unter den gegebenen Bedingungen Frankfurter Athleten Höchstleistungen bringen, ist erstaunlich. Der 18-jährige Paul Galczinsky vom Eisschnelllauf Club Dynamo Frankfurt (EDF) ist seit seinem 13. Lebensjahr ununterbrochen Deutscher Meister in seinen Alterskategorien, nimmt regelmäßig an Weltmeisterschaften und neuerdings auch an Weltcup-Rennen teil. Der um vier Jahre jüngere Emile Schnabel vom Olympischen Eisschnelllauf Club (OEC) Frankfurt wurde Deutscher Vizemeister und durfte zum Lohn am als inoffizielle Junioren-EM geltenden „Viking Race“ im holländischen Heerenveen teilnehmen (siehe weiteren Text auf dieser Seite).

Paul Galczinsky machte die ersten schnellen Laufschritte noch als Inline-Skater. In seiner Fechenheimer Schule wurden Talent-Sporttage angeboten. Paul war sofort mit Begeisterung dabei. Zwei Jahre später, als Achtjähriger, schnallte er schon lieber die Schlittschuhe an. Und zwar beim Eisschnelllauf Club Dynamo. Ein Jahr später gewann er die ersten Wettkämpfe. Mit zwölf Jahren belegte er bei den Deutschen Meisterschaften Rang vier, nahm anschließend am „Viking Race“ teil. Dort gewann er drei der vier Rennen seiner Altersklasse über 500 Meter, wurde einmal Zweiter. Das brachte ihm auf Anhieb den Titelgewinn.

Mit 13 Jahren siegte er zum ersten Mal bei den Deutschen Meisterschaften. In Erfurt war er über die seinerzeit gelaufenen 500, 1000 und 1500 Meter der schnellste, womit er ungefährdet die Deutsche Meisterschaft im Vierkampf gewann. Die hat ihm seitdem niemand streitig machen können. Sechsmal in Folge gewann er den Vierkampf-Titel, zuletzt bei den Junioren zusätzlich im Team-Wettbewerb, den er für den Berliner Stützpunkt bestritt, bei dem er aktuell trainiert. In Heerenveen war er noch viermal am Start. Immer im Vorderfeld platziert, aber seit seiner Premiere 2011 nicht mehr siegreich.

Erste Starts im Weltcup

Im vergangenen Jahr machte Paul Galczinsky sein Abitur und siedelte im Sommer nach Berlin um. Im überdachten Sportforum Hohenschönhausen findet er beste Trainingsbedingungen vor. Das Leben in der Bundeshauptstadt finanziert die Familie. Den deutschen Junioren ist er überlegen, bei Männern darf er aber noch nicht starten. Aktuell ist Paul Galczinsky auch international öfters vertreten. Im November 2016 nahm er erstmals am Junioren-Weltcup teil. Sein bestes Ergebnis in Minsk war ein zehnter Platz über 3000 Meter. Im Januar startete er im italienischen Collalbo. Diesmal reichte es gegen die besten Junioren der Welt zu Rang 13 über 1500 und Rang 14 über 3000 Meter. Beim Weltcup-Finale in Erfurt belegte er über beide Strecken Platz zehn.

Der vorläufige Höhepunkt in Galczinskys Karriere war der Start bei der Junioren-WM in Helsinki vor einem Monat. Den Vierkampf beendete er als Zehnter unter 72 Startern, beste Platzierung war Rang sieben über 1500 Meter. In der laufenden Saison verbesserte der Frankfurter auf der schnellen Bahn in Inzell seine Bestleistungen auf allen Strecken.

Seine Heimatstadt vergisst er dabei nicht. Zwischendurch ist er immer wieder in Frankfurt. Und trainiert am Ratsweg. Manchmal mit seinen Schwestern Charlotte (20) und Annegreth (10). Der Vorteil gegenüber dem Training im Stützpunkt ist, dass die Bahn nicht mit so vielen Athleten geteilt werden muss. Allerdings gilt es, früh aufzustehen, um dem Publikumslauf zuvorzukommen. Nur dann hat man das Oval fast für sich allein. Sein Frankfurter Vereinstrainer Juri Diakov beklagt, dass das Eis am Ratsweg zu schlecht sei, um hier Wettkämpfe auszutragen. Fürs Training ist es aber gut genug. Sonst würden am Main keine Deutschen Meister heranwachsen.

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