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SV Bommersheim: Die Krise gemeistert

Noch vor ein paar Jahren stand der SV Bommersheim vor dem finanziellen Ruin. Doch der Fußballverein konnte sich nicht nur wieder fangen, sondern erlebt derzeit einen regelrechten Boom in der Jugendabteilung.
JugendleiterMarius Gerecht Bilder > Foto: Heiko Rhode JugendleiterMarius Gerecht
Oberursel. 

Sie bringen wieder Leben in den Verein: Mehr als 20 Kinder tummeln sich auf dem Fußballplatz im Oberurseler Stadtteil Bommersheim. Sie haben sichtlich Spaß am Kicken, rennen dem Ball hinterher, lachen, schreien, befolgen die Anweisungen ihres Trainers und schießen mit Power auf das Tor.

Die sieben- und achtjährigen Nachwuchskicker der Jahrgänge 2007 und 2008 gehören zur F-Jugend des SV Bommersheim – und der Kader ist so groß, wie seit langem nicht mehr. Der Fußballverein, der vor fünf Jahren noch vor dem finanziellen Ruin stand, erlebt derzeit einen regelrechten Boom.

„Das freut uns sehr“, sagt Jugendleiter Marius Gerecht, der Mitte des Jahres seinen Vorsitz im Verein gegen die Leitung der Nachwuchsabteilung eingetauscht hat. „Ich wollte mich stärker um den Aufbau der Jugendarbeit kümmern, die für einen Verein sehr wichtig ist. Denn wenn nichts nachkommt, dann merkt man das in der 1. Mannschaft sehr deutlich“, führt der 37-Jährige aus.

Als der Verein im Oktober 2011 durch Misswirtschaft fast pleite gegangen wäre (es fehlten knapp 8000 Euro), habe der neue Vorstand versucht, „den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“ und sich wieder ein finanzielles Standbein aufzubauen. „Da blieb einfach keine Zeit für Jugendarbeit“, erklärt Gerecht. Viele der Bommersheimer Kinder seien während dieser Jahre auf andere Vereine ausgewichen. Doch man sei sich immer über die Wichtigkeit des Nachwuchses bewusst gewesen. Als der SV Bommersheim sich vor allem Dank Spenden von Mitgliedern wieder berappeln konnte, nahm sich der Vorstand die Jugendarbeit vor. Martin Meuer, stellvertretender Jugendleiter und Trainer der G-Jugend, rührte die Werbetrommel, ging zum Beispiel in Kindergärten. Das erfreuliche Resultat für den einst klammen Club: Nach und nach traten immer mehr Kids dem Verein bei. Sie trainieren heute auf einem Sportplatz, auf dem neue Werbebanner zu sehen sind. Sie stehen für Sponsoren und damit auch für ein Stück Stabilität.

„Noch vor zwei Jahren hatten wir lediglich eine kleine Jugendmannschaft, heute sind es vier mit rund 70 Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren. Bei der F-Jugend könnten wir sogar zwei Teams anmelden“, freut sich Gerecht. Das sei aufgrund der angespannten Betreuersituation aber noch nicht möglich. Vier Trainer stünden für die G-, F-, E- und D-Jugend nur zur Verfügung, händeringend würden Betreuer gesucht.

Nächstes Ziel: C-Jugend

Ziel ist es laut dem Jugendleiter, auf zehn Kinder einen Trainer zu haben und eine C-Jugend aufzubauen, eventuell auch als Spielergemeinschaft mit einem benachbarten Verein, beispielsweise mit dem FC Weißkirchen. Eine eigene Mannschaft von 13- und 14-Jährigen allein aufzubauen, sei ziemlich schwierig, zumal gerade in dem Alter bei vielen andere Interessen dazu kämen, die wichtiger würden, als Fußball zu spielen, erläutert Gerecht. Insgesamt sei man jedoch guter Dinge, auch dieses Ziel erreichen zu können, was für andere Vereine im Hochtaunus eine Selbstverständlichkeit ist. Die haben aber auch andere Voraussetzungen als der einst kriselnde SVB.

Und als Zeichen für den Neuanfang konnte sich der Nachwuchs über ein komplett neues Equipment freuen – neben Bällen gab es frische Trikots und auch Rucksäcke für die Jungen. So können sie sich besser mit dem Verein identifizieren. Insgesamt hat der SVB über 1000 Euro in neue Spielgeräte investiert. Man wolle die Jugend durch zahlreiche Aktivitäten an den Verein binden, sagt Gerecht, so den Zusammenhalt unter den 300 Mitgliedern fördern. „Am 1. Dezember hat unser Nachwuchs die Möglichkeit, bei den Offenbacher Kickers mit den Drittligaspielern ins Stadion einzulaufen“, zählt der 37-Jährige auf. Zudem sei erneut die Teilnahme am Fastnachtsumzug in Oberursel geplant, ebenso wie am Brunnenfest 2016.

Bei so viel Euphorie bleibt jedoch ein Wermutstropfen: Der SV Bommersheim kann in der benachbarten Burgwiesenhalle lediglich einmal die Woche für eine Stunde in der halben Halle trainieren. Diese Regelung stamme noch aus der Zeit, als man kaum Jugendspieler hatte. Doch für vier Mannschaften sei das im Winter natürlich viel zu wenig. Noch habe die Stadt trotz Anfragen nichts geändert.

Die Hallensituation in Oberursel (siehe auch Artikel rechts oben) hat sich durch die neue Flüchtlingsunterkunft aber auch nicht gerade verbessert.

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