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Im Hochtaunus: Pilotprojekt "Sport und Flüchtlinge": Migranten sollen Vereinen helfen

Von Das Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ geht in die nächste Runde – mit einem Pilotprojekt im Hochtaunus.
Gemeinsam sind wir stark: Über den Sport kann Integration so gut funktionieren, dass es mehrere Profiteure gibt. 	Symbolfoto: dpa Foto: Patrick Seeger (dpa) Gemeinsam sind wir stark: Über den Sport kann Integration so gut funktionieren, dass es mehrere Profiteure gibt. Symbolfoto: dpa
Hochtaunus. 

Was die Arbeit von Wieland Speer auszeichnet: Er hat stets das große Ganze im Blick. Ausruhen, und noch dazu auf Lorbeeren, kommt für den Koordinator für Flüchtlingssport im Hochtaunus überhaupt nicht in Frage. Dass „sein“ Landkreis hessenweit der einzige ist, in dem alle Kommunen am millionenschweren Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ partizipieren: ein schöner Nebeneffekt. Es gibt noch viel zu viel zu tun. Und was das Feld angeht, das er als Honorarkraft des Sportkreises, finanziert von Geldern des Landessportbundes, beackert, wird es wahrscheinlich auch immer etwas zu tun geben. Für die zweite Runde des Landesprogramms „Sport und Flüchtlinge“ hat sich Speer neue Ziele gesteckt. Hohe Ziele.

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Flüchtlinge als Vereinshelfer Kommentar: Echte Chance für Vereine

Wenn der Koordinator für Flüchtlingssport im Hochtaunus, Wieland Speer, beginnt, unter Einwanderern aus Syrien oder Afghanistan Vereinshelfer zu suchen, klingt das nur im ersten Moment illusorisch. Ein Kommentar von TZ-Sportredakteur Thorsten Remsperger.

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Im ersten Jahr, fasst der 53-Jährige zusammen, seien die Menschen in den Sportvereinen willkommen geheißen worden. Als Vermittler zwischen Flüchtling und Verein konnte der Sportkreis Hochtaunus nicht zuletzt durch Speers Engagement sogenannte Sport-Coaches gewinnen. Zumeist schon zuvor tätige Ehrenamtler, die auf die zugereisten Menschen zugingen, um sie mit dem Vereinsleben vertraut zu machen. Rund 500 Flüchtlinge habe man auf diese Art und Weise erreicht, nennt Speer die aktuellste Zahl aus dem Herbst vergangenen Jahres. 200 davon hätten daraufhin Sport in einem Verein betrieben und 85 Mitgliedschaften seien daraus hervorgegangen.

An einer regelmäßigen Teilnahme an Training und Wettkämpfen gelte es weiterhin mit Hilfe der Sport-Coaches zu arbeiten, sagt Speer. Das sei aber nur ein Aspekt der zweiten Runde des Förderprogrammes, in der es um nichts anderes gehe als Integration.

Zu diesem überstrapazierten Wort muss man in diesem Zusammenhang wissen: Wieland Speer, früher deutscher Bundestrainer für Tischtennisspieler mit Handicap, lebt Integration. Als Privatperson, als Unternehmer, als Koordinator für Flüchtlingssport. Seine Ziele für dieses Jahr: Speer möchte Flüchtlingen auf der einen Seite eine Perspektive in der Gesellschaft aufzeigen und auf der anderen Seite, dass die Vereine durch die Manpower und – im besten Fall – das Know-how der Flüchtlingen profitieren.

Das Juniorenteam

Was sich nach Worthülsen eines Politikers anhört, kann Speer an konkreten Beispielen bereits veranschaulichen. Der Koordinator für Flüchtlingssport hat bereits im Dezember, als sich abzeichnete, das Förderprogramm würde in die nächste Runde gehen, gemeinsam mit der Sportjugend Hessen begonnen, ein Juniorteam zu bilden. Diese Mannschaft bilden ein Dutzend 16 bis 27 Jahre alte Menschen aus Krisenregionen dieser Welt, die von Speer und anderen Sportkreis-Mitarbeitern darin geschult werden, in Vereinen einmal organisatorische Aufgaben übernehmen zu können.

Wie die Arbeit im Juniorteam, dem hessenweiten Pilotprojekt, funktioniere? Natürlich schleppend, da ist Speer realistisch. Das ginge gar nicht anders. Sprachliche Defizite würden teils mit Hilfe eines Übersetzers oder auf Englisch oder mit Händen und Füßen versucht, auszugleichen.

Erste Einsätze

Dennoch ist das Juniorteam über theoretische Schulungen hinaus schon tätig geworden: Bei den Mini-Meisterschaften im Tischtennis und der Durchführung eines Hallenfußballturniers packten beispielsweise deren Mitglieder bereits an. Für Speer ist das gelebte Integration: Wenn alle profitieren. Nicht nur die Flüchtlinge selbst, die etwas über Vereinsmanagement oder Übungsleitung erfahren und sich Qualifikationen aneignen, „um über Bildungsangebote im Sport vielleicht auch einmal berufliche Aufstiegsmöglichkeiten zu haben“, sagt Speer. Sein Wunsch ist es, im zweiten Jahr des Landesförderprogramms dieses Juniorteam auszubauen und mit Hilfe von Kommunen und Vereine weitere zu bilden.

Das Juniorteam partizipiert übrigens von einem schon länger laufenden Programm der Sportjugend Hessen. Mit dessen Fortbildungsmaßnahmen sollen Jugendlichen und Heranwachsenden Wege in Funktionärskarrieren aufgezeigt werden. In diesem Falle stammen die junge Leute eben aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea.

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