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Kreisoberliga: Sarpei bringt der DJK kein Glück

Hans Sarpei hat mehr als 200 Mal in der Fußball-Bundesliga gespielt. Er tanzt und twittert wie ein Weltmeister. Doch auf einen Sieg als Coach von DJK Bad Homburg muss er verzichten.
Deniz Aslan (DJK) versucht Przemyslaw Ankowski (FV, links) auszuspielen. Rechts Antonio Castellino. Foto: Gerhard Strohmann Deniz Aslan (DJK) versucht Przemyslaw Ankowski (FV, links) auszuspielen. Rechts Antonio Castellino.
Kirdorf. 

Im Spitzenspiel der Kreisoberliga gegen den FV Stierstadt hatte die DJK Bad Homburg das Nachsehen – und das, obwohl die Fußballer eine prominente Verstärkung an der Seitenlinie hatten: Ex-Profi und Kult-Trainer Hans Sarpei. Mit 0:2 musste sich DJK Bad Homburg dem FV Stierstadt im Spiel „Dritter gegen Zweiter“ geschlagen geben und erlebte einen Rückschlag im Kampf um den Aufstieg.

Bilderstrecke Ex-Fußball-Profi Hans Sarpei coacht die DJK Helvetia Bad Homburg
TV-Promi Hans Sarpei war ein entspannter Beobachter der Partie. Auch die vier Trainer Stephan Bodenröder, Jürgen Bornschein, Hans Sarpei und Hendrina Achten (von links) konnten die 0:2-Heimniederlage der DJK Helvetia nicht verhindern.Gut gelaunt am Spielfeldrand: Sendungs-Produzent Andi Barth von Sport1 und Ex-Profi Hans Sarpei.Auch die Hintertor-Kamera muss eingerichtet werden.

Dabei hatte man sich vorübergehend einen ehemaligen Profi in den Trainerstab geholt. Doch selbst ein Hans Sarpei, mit der Erfahrung aus mehr als 200 Bundesligaeinsätzen als Spieler für Wolfsburg, Schalke und Leverkusen konnte die Niederlage nicht abwenden. Sarpei, der seit 2012 in seiner zweiten Karriere als „Multimedia-Star“ unter anderem die TV-Show „Let’s Dance“ gewann, besucht im Rahmen seiner Doku „Das T steht für Coach“ regelmäßig als Gast-Trainer unterklassige Vereine. Die DJK bewarb sich erfolgreich: Sarpei übernahm zwei Trainingseinheiten plus das Coaching beim Spiel.

„Als Schwerpunkt haben wir ihm das schnelle Umschalten nach Balleroberung aufgetragen“, erklärte DJK-Stammtrainer Stefan Bodenröder, „unsere Spieler haben sich super ins Zeug gelegt.“ Auch wenn Sarpei im Internet schon Kultstatus genießt und reihenweise Sprüche auf Twitter produziert („Wie viele Liegestütze schafft ein Hans Sarpei? Richtig: Alle!“), den Sport nimmt er nach wie vor und unabhängig von der Spielklasse ernst. „Er ist ganz ohne Zweifel ein lustiger Typ, aber eben nicht auf dem Platz“, sagte Bodenröder, „wenn ein Spieler mal eine Übungseinheit abkürzen wollte oder nicht richtig mitgezogen hat, dann gab es die ein oder andere Liegestütze zur Strafe.“

Für Bodenröder und seinen Kollegen Jürgen Bornschein sei es sehr aufschlussreich gewesen, den ehemaligen Nationalspieler Ghanas im Trainingsbetrieb zu beobachten. Unmittelbar vor und während des wichtigen Spiels nahm sich Sarpei aber zurück. Nur selten gab er taktische Anweisungen oder klopfte einen aufmunternden Spruch. Die meiste Zeit verfolgte er das Geschehen am Wiesenborn regungslos.

Aufmunterung hatte die DJK bereits nach drei Minuten nötig, als Stierstadts Antonio Castellino per Kopf zum 1:0 traf. „Kopf hoch, Leute“, feuerte Sarpei an, und tatsächlich ließ sich „sein“ Team nicht hängen. Keeper Jan Oliver Bieker zeigte einige gute Paraden und hielt in der 32. Minute einen Strafstoß von Altan Sak. Danach fing sich Kirdorf so langsam, war jedoch vor dem Tor kaum gefährlich.

Die einzige große Chance spielte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit ab. Zunächst wurde ein Distanzschuss von Marvin Willenberg per Kopfball von der Linie gekratzt. Den Nachschuss durch Patrick Schröder entschärfte dann Torhüter Emil Fetsch. „Wenn der reingeht, dann hast du auch noch die Chance zu gewinnen“, waren sich Sarpei und sein TV-Produzent Andy Barth am Spielfeldrand sicher. Entschieden war die Partie in der 76. Minute, als erneut Castellino vollkommen frei zum Kopfball kam. Nicht mehr ins Gewicht fiel die Gelb-Rote Karte für Stierstadts Marcel Biskup wegen Meckerns.

„Ihr seid eine gute Mannschaft und könnt alle Fußball spielen“, versicherte Hans Sarpei dem Team nach dem Abpfiff, „aber euer Problem ist, dass ihr heute nicht so an euch geglaubt habt, wie ich es getan habe.“ Aktuell würde die DJK bei 70 Prozent Leistungsvermögen spielen. Mit der richtigen Mentalität kämen mindestens 20 Prozent hinzu. „Und mit diesen“, so Sarpei, „gewinnt ihr künftig auch Spiele wie dieses.“ Bevor sich der charismatische Ex-Profi verabschiedete, gab er der DJK augenzwinkernd noch ein kleines Versprechen. In der Rückrunde würde er Stierstadt als Coach übernehmen und zu einer Niederlage führen, damit die DJK in der Tabelle wieder aufschließen könne.

Den Ausflug von Hans Sarpei in die Kreisoberliga kann man sich nochmals am 14. Dezember auf Sport 1 ansehen.

DJK Bad Homburg – FSG Weilnau/W./S., FV Stierstadt – SF Friedrichsdorf (beide So., 14.30 Uhr)

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