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Freizeitfußballer der SG Heidebube Riedelbach: Wie „e paar Knallköpp“ zur Institution wurden

Von In unserer Rubrik ist der vermeintlich kleine Sport ganz groß. Wir nehmen Disziplinen, Vereine, Mannschaften oder einzelne Protagonisten unter die Lupe, die selten oder gar nicht im Rampenlicht stehen.
Schön ist es, ein Heidebube oder Heidemädel zu sein: Durch einheitliches Auftreten, in neuen Trikots, machen die Riedelbacher Freizeitfußballer auf ihren auch sozial engagierten Verein aufmerksam. Schön ist es, ein Heidebube oder Heidemädel zu sein: Durch einheitliches Auftreten, in neuen Trikots, machen die Riedelbacher Freizeitfußballer auf ihren auch sozial engagierten Verein aufmerksam.
Weilrod. 

Erbarme, zu spät, die Hesse komme, lautet ein Ohrwurm der Rodgau Monotones, den sich die SG Heidebube Riedelbach zu Herzen genommen hat. Die Freizeitkicker aus dem Weilroder Stadtteil heißen den User auf ihrer Homepage auch auf Hessisch willkommen.

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„Gegründet hammer uns so 1989, da habbe sich so e paar Knallköpp zusammegetan, um in Ruh kicke zu könne“ heißt es auf der Internet-Seite über die Anfangstage des Vereins, der seinen Ursprung in der freiwilligen Feuerwehr des Ortes hat. Nachzulesen ist die Chronik freilich auch auf (Hoch-)Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Am Freitag nun sind die 85 Mitglieder eingeladen, auf der Jahreshauptversammlung die Weichen für die Zukunft zu stellen, wobei mit Veränderungen in der Führungscrew zu rechnen ist. Die Sitzung ist im neuen Feuerwehr-Gerätehaus „In der Ensterwiesen“.

Mehr Kicker im Training

„Zwei Vorstandsmitglieder studieren und viele unserer Mitglieder wohnen berufsbedingt ebenfalls nicht mehr in Weilrod, so dass die Arbeit zunehmend schwieriger wird“, lautet die Situationsbeschreibung des Vorsitzenden Patrick Vollberg, der mit seinem Stellvertreter Marc Nicolai, seinem Bruder Tobias Vollberg (Schatzmeister) sowie Nils Hillebrandt (Schriftführer) und Tobias Lang (Sportwart) bisher die Geschicke leitet.

Was die Situation beim Training betrifft, das immer freitags ab 19.30 Uhr in der Sporthalle in Riedelbach (im Sommer ab 18.30 auf der Sportanlage Riedelbacher Heide) stattfindet, hat sich die Lage seit Oktober deutlich verbessert. Immer mehr Flüchtlinge kommen zum Kicken und haben bei den Heidebuben ihren Spaß an Sport, Spiel und Geselligkeit. „Die Sprache Fußball versteht jeder“, erklärt Vollberg die Erfolgsgeschichte dieser vorbildlichen Integration, die von der Flüchtlingshilfe Weilrod durch die Fahrdienste von Mauloff nach Riedelbach unterstützt wird. Vor allem eine Gruppe von zehn jungen Männern aus Syrien, die nach ihrer Flucht ohne Familien in den Taunus gekommen waren, blieb den Heidebuben treu, obwohl sie wegen Schließung der Unterkunft in der Langstraße 2 in Riedelbach nach Schmitten umziehen mussten. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Patrick Vollberg.

Der Heidebube-Chef verweist auch auf den Freizeitsport als Sprungbrett. Für die FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach ist mancher Kicker inzwischen mit offiziellem Spielerpass des Hessischen Fußball-Verbands am Ball.

Die Integration der Flüchtlinge läuft dessen ungeachtet weiter: Dank der Initiative von Weilrods Sport-Coach Rainer Brechtel sind gemeinsame Hallen-Trainingsabende mit der Montags-Gruppe der Flüchtlinge aus der Unterkunft „Erbismühle“ geplant. Außerdem nehmen einige aus dieser Gruppe regelmäßig am Training der Lauf- und Triathlonabteilung des TuS Weilnau teil. Im Veranstaltungskalender der SGH ist neben der Jahreshauptversammlung am Freitag auch der 10. Juni notiert. An diesem Tag findet das traditionsreiche Kleinfeld-Fußballturnier auf der Riedelbacher Heide in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes statt.

Trikotsendung nach Varrel

Dabei können die Heidebube in neuen Trikots glänzen, die den Hobbykickern von einer örtlichen Unternehmensberatung für Softwareentwicklung finanziert worden ist. Die Trikots fanden nicht nur bei den Heidebuben und Heidemädels sowie deren Nachwuchs großen Anklang, sondern wurden auch von den Freizeitkickern aus Varrel bei Bremen geordert, mit denen man seit Jahren freundschaftliche Beziehungen pflegt.

Apropos Riedelbacher Heide: „Wir werden im Frühjahr um einige Arbeitseinsätze nicht umhin können, denn zu den Schmierereien am Turm sind in letzter Zeit noch einige hinzugekommen“, ärgert sich Vollberg über die Verschmutzungen (die TZ berichtete) und die mutwillige Zerstörung von Teilen der Sportplatz-Umrandung.

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