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Jungblut und Fuß: Wie geht es den TZ-Sportlern des Jahres 2017?

Von Heute werden die TZ-Sportler des Jahres gekürt. Eine Triathletin und ein Handballer haben die Wahl 2017 aufgemischt. Seitdem steckten Julie Jungblut und Merlin Fuß auch Rückschläge weg.
Stolzer Sieger im März 2017: Handballer Merlin Fuß. Bilder > Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Stolzer Sieger im März 2017: Handballer Merlin Fuß.
Hochtaunus. 

In einer ruhigen Minute nahm der Nationaltrainer Carsten Klavehn seinen Schützling Merlin Fuß zur Seite und erklärte ihm seine Sicht der Dinge – aus einer Perspektive, die der hochbegabte Handballer aus Wehrheim noch nicht eingenommen hatte. „Vielleicht ist es die größte Herausforderung, die du in deiner Karriere bisher hattest“, sagte Klavehn. Merlin Fuß, 18 Jahre, einer der besten Linkshänder seines Jahrgangs in Deutschland, war an der Schulter schwer verletzt und am Boden zerstört. Aber er nahm die große Herausforderung an.

Szenenwechsel zu einer jungen Triathletin aus Königstein, die sich nach einem zwischenzeitlichen Tief ebenfalls neuen Herausforderungen stellt. Während der Video-Telefonie sitzt Julie Jungblut im roten T-Shirt der Southern Methodist University in ihrem Zimmer. In Dallas hat es morgens schon 25 Grad Celsius, die 20-Jährige ist bester Laune. Als „student athlete“ fliege sie mit dem College-Team zu Wettkämpfen durchs Land, erzählt Julie Jungblut, ihr Trainingspensum betrage jetzt nur noch eine Einheit pro Tag (nicht mehr drei), aber dafür sei der Stoff an der Uni auch lernintensiver als an der Schule. Während sie das erzählt, macht sie einen glücklichen Eindruck.

Julie Jungblut hat mit Merlin Fuß gemeinsam, dass die Leser der Taunus Zeitung sie vor fast genau einem Jahr bei der Sportlerwahl zur Siegerin kürten. Und dass sie noch im gleichen Jahr des großen Erfolgs auch die Schattenseiten ihres Sportlerdaseins erlebte. Die Kurzstrecken-Triathletin, die bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Nürnberg auf den dritten Platz gelaufen war, hatte zunächst das Pech, beim maßgeblichen Leistungstest der Deutschen Triathlon-Union Zweite und nicht Erste ihrer Altersklasse geworden zu sein. Die zweite und letzte Chance auf die Qualifikation zur Europameisterschaft und einen (geförderten) Platz im deutschen B-Kader beim Wettkampf in Forst ging durch einen technischen Defekt ihres Rennrades denkbar unglücklich flöten. Die Enttäuschung war erst einmal groß, und dennoch hatte sich ihre leistungsorientierte Schulzeit am Potsdamer Sportinternat bezahlt gemacht. Nach dem Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,2 nahm Julie Jungblut das Angebot für ein Stipendium an.

„Sich nur auf den Sport zu konzentrieren, hätte ein zu großes Risiko für meinen beruflichen Werdegang dargestellt“, erzählt Julie Jungblut. Auch ihr Fernziel, Olympia 2020 in Tokio, hat sie deshalb abgehakt. In der texanischen Metropole studiert sie nun Business und Computer-Science. Und sie läuft 5000 Meter, querfeldein und auf der Bahn. Das Laufen war immer ihre Stärke, die beiden anderen Disziplinen verfolgt die zierliche Athletin fast nicht mehr. Ihr letzter Bundesliga-Wettkampf beim Kraichgau-Triathlon bleibt ihr aber in guter Erinnerung. Sie lief in die Top 10 und war beste Juniorin.

Der Sport als Beruf

Ihr männliches Pendant der letztjährigen TZ-Sportlerwahl, Merlin Fuß, ist weiterhin fest entschlossen, sein Hobby zum Beruf zu machen. Nach dem Gewinn der Goldmedaille mit der deutschen Jugendnationalmannschaft im Sommer beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Györ nahm das „emotionale Hoch“, wie es Vater Patrick beschreibt, ein jähes Ende.

Ohne große Pause absolvierte Fuß die Saisonvorbereitung in der A-Jugend des TV Hüttenberg. Erst brach sich der erschöpfte Spieler die Nase, dann folgte die erste schwerwiegende Verletzung: Sprengung des Eckgelenks in der rechten Schulter. Mit der damit verbundenen Pause konnte Fuß erst einmal nicht umgehen. Er begann zu grübeln: „Was wäre wenn. . .“ Professor Kurt Steuer, Mannschaftsarzt der A-Nationalmannschaft, riet dem Talent davon ab, sich operieren zu lassen. Der Wendepunkt. Und gemeinsam mit der moralischen Unterstützung von Nationaltrainer Klavehn, Verein und Familie bekam Merlin Fuß die Kurve. „In der Abwehr ist er schon wieder der Alte, vorne muss Merlin den Respekt noch ablegen“, sagt Vater Patrick. Sein Sohn macht im nächsten Jahr das Abitur, die Zukunft als Handball-Profi steht Merlin Fuß offen.

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