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Sportschießen, 2. Bundesliga: Wieder alles offen für die Abenteurer aus Usingen

Im Bürgerhaus Eschbach verschafft sich die Luftpistolen-Mannschaft des Schützenvereins Usingen eine gute Ausgangslage zum Verbleib in der 2. Liga. Der Weg dorthin war bereits kurios.
Volle Konzentration am Schießstand: Hermann Müller vom Schützenverein Usingen. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Volle Konzentration am Schießstand: Hermann Müller vom Schützenverein Usingen.
Usingen. 

Einmal, auch zweimal drüber schlafen genügte noch nicht. Einen „Riesenkrimi“ habe der Schützenverein Usingen (SVU) in seinem Heimspiel erlebt, berichtet dessen Vorsitzender Jens Kröger, noch immer von der Spannung des Wettkampfs mitgenommen.

Die beste Luftpistolen-Mannschaft weit und breit trat beim einzigen Wettkampf der Saison am heimischen Schießstand unter gehörigem Druck an: Bis dato hatte das Team ohne Mannschaftspunkte auf dem achten und letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga West gestanden. Diesen Umstand korrigierten die Sportschützen nun: Dank eines knappen Sieges gegen den SC Windecken (3:2) konnte der Neuling den letzten Platz verlassen. Ob das zum Klassenerhalt in der zweithöchsten Klasse Deutschlands reichen wird, entscheidet sich am 7. Januar beim letzten Schießen der laufenden Runde. Unabhängig vom Ausgang hat der SV Usingen die Saison bereits jetzt als großen Erfolg verbucht – und als großes Abenteuer.

Das verwundert nicht, schließlich kam die Teilnahme an der 2. Liga überraschend. Erst im vergangenen Jahr war das Team aus der Oberliga in die Landesliga aufgestiegen und schickte sich zwar an, dort einen Durchmarsch zu schaffen. Doch beim Schießen um den abermaligen Aufstieg in Bad Homburg scheiterte der Usinger Schützenverein knapp. Sehr knapp.

Verkettung des Glücks

„In der Relegation haben uns 18 Ringe auf den Ersten und 3 auf den Zweitplatzierten gefehlt“, erinnert sich Kröger. Daraufhin wurden die Vorbereitungen auf ein weiteres Jahr in der Landesliga getroffen, ehe kurz vor Rundenbeginn die frohe Botschaft eintraf.

Ein Teilnehmer der 1. Bundesliga meldete sich vom Schießbetrieb ab, woraufhin ein Zweitligist nachrücken durfte. Und dessen nun frei gewordenes Startrecht für die 2. Liga ging an den Drittplatzierten der Landesliga Hessen, also den SV Usingen, über. „Es war wirklich eine Verkettung von glücklichen Umständen“, sagt Kröger.

Die 1. Bundesliga der Luftpistolenschützen ist in zwei regionale Gruppen aufgeteilt, die 2. Liga sogar auf deren fünf. Hätte das Startrecht für die höchste Klasse nicht den Sportschützen Raesfeld (Nordrhein-Westfalen) zugestanden, wäre Usingen nicht aufgestiegen. Dennoch mussten sich der Vorstand und die Schützen zunächst beraten, ob man sich auf das Abenteuer denn überhaupt einlassen wolle.

Die Teilnahmegebühr für die 2. Bundesliga West beträgt zwar insgesamt nur überschaubare 220 Euro, doch der organisatorische Aufwand ist groß und viel größer als zuletzt in der Landesliga. Auswärtsfahrten können nun eine einfache Strecke von 200 Kilometern und mehr mit sich bringen. „Letztlich waren wir uns aber einig, dass wir diese einmalige Chance wahrnehmen müssen“, sagt Kröger.

Bisher verlief die Saison für die Usinger allerdings sportlich noch nicht optimal. Kröger weiß, warum das so ist: Der Druck, der auf den einzelnen Schützen laste, sei bei jedem Wettkampf deutlich höher, kleinste Fehler würden Wettkämpfe entscheiden, erklärt der Vereinschef. Dies zeigte sich bereits beim ersten Wettkampf im Oktober, bei dem die beiden ersten Duelle knapp verloren gingen.

Auch auf der heimischen Anlage im Ortsteil Eschbach scheiterten die Luftpistolen-Schützen zunächst mit einem 2:3 am SV Biebrich aus der Landeshauptstadt. Doch wie eingangs erwähnt konnte das zweite Schießen gewonnen werden.

„Jetzt ist wieder alles offen“, meint Kröger. Am 7. Januar tritt der SVU bei Tabellenführer SSV Bad Westernkotten im Landkreis Soest an. Bezwingt man dort im zweiten Duell die SPSG Tell Raunheim, dann wird zumindest der direkte Wiederabstieg verhindert und der Klassenerhalt kann in der Relegation noch geschafft werden. Und dieses „Shoot-out“ würde so neu für die Usinger Sportschützen nicht mehr sein.

Der Zweitliga-Kader des SVU: Peter Brzezinski, Christoph Plümacher, Patrick Veidt, Hermann Müller, Markus Bill, Andreas Sauerteig. rk

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