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Olympia: Hellwach zu nächtlicher Olympiastunde

Eisschnelllaufen ist sein Metier. Und so wird sich der 49-jährige Groß-Gerauer auch so manche Nacht den Wecker stellen, um bei Olympia in Südkorea live dabei zu sein.
Die Groß-Gerauer Skater Tjard Kopka (AK 40), Kurt Kroneberger (AK 50) und Rainer Arnold (AK 40, von links). Archivfoto: Kramer Foto: Uwe Kramer Die Groß-Gerauer Skater Tjard Kopka (AK 40), Kurt Kroneberger (AK 50) und Rainer Arnold (AK 40, von links). Archivfoto: Kramer
Groß-Gerau. 

Nur noch wenige Tage, dann ist es so weit: Am Freitag, 9. Februar, werden um 12 Uhr deutscher Zeit die Olympischen Spiele im südkoreanischen Pyeongchang eröffnet. In 15 Sportarten werden für 102 Disziplinen Medaillen vergeben. Aufmerksamer Beobachter am heimischen Fernseher an der Bergstraße wird dann – trotz Zeitverschiebung – auch der Groß-Gerauer Speedskater Tjard Kopka sein. „Ich sehe mir jedes Rennen im Eisschnelllaufen an“ , nickt der 49-Jährige, der im Winter selbst auf dem Eis herumsaust.

Vom 19. bis 21. Januar bewies der Starter des SV Blau-Gelb Groß-Gerau bei den 27. Masters International Allround Games in Baselga di Pine im italienischen Trient, dass er in einer Altersklasse AK 50 auch auf dem Eis zu den Besten gehört. Der Groß-Gerauer feierte bereits seinen zweiten Weltmeistertitel in der Masters-Serie. „Dabei bin ich erst 2012 zum Eislauf gekommen“, verrät er.

Ursprünglich wollte Kopka in die für ihn bis dato gänzlich unbekannte Sportart „einfach nur mal reinschnuppern“. Da es aber in den ersten Trainingseinheiten gut funktioniert hat, blieb er dabei: „Hat mir auf Anhieb Riesenspaß gemacht.“

WM-Titel in Kanada

Aus einem reinen Ersatz für das Speedskating in den Wintermonaten ist bei Kopka inzwischen eine solche Begeisterung geworden, dass er bereits zu Eisschnelllauf-Events in Kanada antrat. In Fort St. John (British Columbia) holte er im März 2017 seinen ersten WM-Titel. Zudem hält er mit 170,474 Punkten im kleinen Vierkampf auf der Kunsteisbahn in der Eishalle von St. John den Bahnrekord.

Eisschnelllauf und Speedskating – was den Unterschied ausmacht, beschreibt Kopka so: „Auf dem Eis ist man sicherer. Beim Skating auf der Bahn oder der Straße rutscht man leichter mal weg.“ Besonders beliebt sind bei ihm die Wettbewerbe in Kanada, da dort aufgrund der Meereshöhe schnellere Zeiten möglich sind. Längst ist er der Faszination Eisschnelllauf verfallen – für so manchen Freizeit- und „TV-Sportler“ gewiss schwer nachvollziehbar. So wirkt das Rundendrehen im Oval unter dem Eishallendach oder auch im Freien doch bisweilen eher etwas eintönig. „Wir haben nur drei überdachte Eishallen in Deutschland“, spricht der Groß-Gerauer ein Problem an. Erfurt, Inzell, Berlin. Das war’s auch schon. In Frankfurt ist es immerhin möglich, auf der Freiluftbahn an der Eishalle am Ratsweg zu laufen. Die Niederlande können derweil sage und schreibe mehr als 30 Eishallen – und zugleich auch mehr Nachwuchs vorweisen.

Mehr als nur Pechstein

„Eisschnelllauf in Deutschland, das ist nicht alleine Claudia Pechstein“, sieht Kopka die deutsche Mannschaft für Pyeongchang gut aufgestellt, nachdem vor vier Jahren bei den Winterspielen in Sotschi das deutsche Team erstmals ohne Medaille blieb. Neben der 45-jährigen Pechstein (Berlin) traut Kopka auch Patrick Beckert (Erfurt) und Nico Ihle (Chemnitz) eine Medaille zu. Dazu zählen Judith Dannhauer (Erfurt), Joel Dufter, Roxanne Dufter, Moritz Geisreiter, Gabriele Hirschbichler (alle Inzell), und Michelle Uhrig (Berlin) zum Team. Dennoch wird auch in Korea Pechstein bei ihren siebten Olympischen Spielen wieder das deutsche Aushängeschild sein. Mit Edelmetall wäre sie die älteste Medaillengewinnerin bei Olympia.

Was die zwei Wochen in Südkorea angeht, hat sich Tjard Kopka „fest vorgenommen, sämtliche Sportarten am TV unter die Lupe zu nehmen“. Neben Eisschnelllauf gilt sein Interesse vor allem noch dem Tennis („Das rührt noch aus der Zeit von Boris Becker“).

Die Wettbewerbe im Eisschnelllauf beginnen am ersten Wettkampftag, 10. Februar, wenn ab 12 Uhr die Rennen der Frauen über 3000 m stattfinden. Finale ist am 24. Februar, dann legen erstmals Frauen und Männer einen Massenstart hin. Am 16. Februar steigt mit den 5000 m der Frauen das aus deutscher Sicht interessanteste Rennen.

Kumpel startet in Korea

Während Claudia Pechstein bei Skater-Veranstaltungen sommers wiederholt die Wege der Groß-Gerauer Speedskater kreuzt, trainiert Kopka im Winter regelmäßig mit den deutschen Eisschnellläufern in der Halle. Einer seiner Trainingspartner: Bart Swings. Der Belgier wird in Südkorea im Eisschnelllaufen starten. In den vergangenen Jahren konnte er sich beim Kriterium des SV Blau-Gelb Groß-Gerau jeweils Gesamtsieg sichern.

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