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Meist antimuslimischer Rassismus: Beratungsstelle: Rechte Gewalt wird zu Gesellschaftsproblem

Seit einem Jahr arbeitet die Beratungsstelle «response» in Frankfurt. Ihr Fazit nach dieser Zeit: Immer häufiger gehen Übergriffe von Menschen aus, die sich selbst nicht als rechtsextrem bezeichnen, sagt Sprecherin Olivia Sarma.
Ein Aufkleber „Gegen Nazis” klebt an einem Straßenschild. Foto: Arno Burgi/Archiv Ein Aufkleber „Gegen Nazis” klebt an einem Straßenschild. Foto: Arno Burgi/Archiv
Frankfurt. 

Misstrauische Blicke, abfällige Bemerkungen, Übergriffe und Gewalt - die seit einem Jahr in Frankfurt arbeitende hessische Beratungsstelle «response» sieht eine Zunahme rechter Gewalt im Alltag. «Dabei gehen die tätlichen Angriffe immer häufiger von Menschen aus, die sich nicht der extremen Rechten zuordnen lassen und die sich auch selbst nicht als rechtsextrem bezeichnen», sagte Olivia Sarma, Leiterin der Beratungsstelle für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt.

Ähnlich sah es Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums der Philipps-Universität Marburg, das sich unter anderem mit Prävention befasst. «Die rechtsextreme Szene in Hessen ist relativ schwach organisiert», sagte er. Bei der Beratungsarbeit des Zentrums werde zunehmend deutlich, wie sehr die Gesellschaft polarisiert sei: «Rechte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.»

«Response» arbeitet seit gut einem Jahr und wird aus Mitteln von Bund und Land finanziert. Dank einer Aufstockung durch das hessische Innenministerium wird nun eine Zweigstelle in Kassel entstehen. Bisher habe das Zentrum rund 40 Anfragen erhalten, sagte Sarma. Meist handele es sich um antimuslimischen Rassismus. Neben Begleitung zur Polizei, um Anzeige zu erstatten, werde auch psychosoziale Hilfe für Opfer von Gewalt geleistet.

Das Zentrum berät den Angaben zufolge auch in zahlreichen Fällen, die nicht zur Anzeige gebracht werden und daher nicht in Polizeistatistiken auftauchen. Nach Angaben des hessischen Landeskriminalamts gab es im vergangenen Jahr 840 rechtsmotivierte Straftaten - das waren 18,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

(dpa)
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