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Energie sparen: Energetische Sanierung: Experten beraten Vermieter und Mieter

Sie wollen keine Konkurrenz zu Energieberatern oder Fachplanern sein. Trotzdem steht der Energiepunkt Frankfurt Haus- und Wohnungseigentümern zur Seite, wenn es um Fragen der energetischen Sanierung geht.
Lars Regge (links) und Marc Dauner erklären an einer Tafel in der Beratungsstelle des Energiepunkts die Fallstricke rund ums Energiesparen.
Frankfurt. 

Das Zauberwort heißt „EnEV“. Das ist die Abkürzung für die aktuelle Energieeinsparverordnung, die heute für alle Neubauten gilt und auch für energetische Sanierungen den Standard setzt. „Niemand überprüft die EnEV“, sagt Marc Dauner, Bauingenieur und Berater des Energiepunkt Frankfurt: „Und das ist ein Problem.“ Denn bei energetischen Sanierungen, sprich häufig der Wärmedämmung für das Haus, passierten oft Fehler.

„Rund 50 Prozent der Fälle in der Beratung sind Havariefälle“, weiß Dauner. Bei der Wärmedämmung sei ein typischer Fehler, die Fenster nicht richtig abzudichten, wodurch Wärmebrücken entstehen.

„Die ausführenden Firmen, zum Beispiel aus der Ukraine, kennen die EnEV nicht und machen zwar die Dämmung an die Wände, lassen sie aber an den Fenstern weg und so bildet sich später Schimmel in der Wohnung.“

Alternativen aufzeigen

Dauner und sein Kollege Lars Regge, der als Vorstandsassistent erste Fragen am Telefon beantwortet, wollen den Hilfesuchenden, das sind meist Haus- oder Wohnungseigentümer, Alternativen aufzeigen, wie sie an unterschiedlichsten Stellen Energie einsparen können. Ihre Impulsberatung von 90 Minuten ist kostenlos. Jede weitere halbe Stunde kostet 37,50 Euro. Hausbesichtigungen machen die Berater nicht: „Wir wollen keine Konkurrenz zu den Energieberatern oder Fachplanern sein, die die Ortsbesichtigungen machen.“

Auf Augenhöhe

Die Beratung findet ausschließlich in den Räumlichkeiten in der Ginnheimer Straße in Bockenheim statt.

Im Jahr 2010 gegründet

Der Energiepunkt Frankfurt e.V. wurde 2010 auf Initiative des Energiereferats der Stadt Frankfurt gegründet. Mitglieder sind 13 juristische Personen, neben dem Energiereferat sind das beispielsweise

clearing

Die Pläne vom Haus, die Bauakte, die Statik oder das Schornsteinfegerprotokoll sollten Ratsuchende mitbringen. „Wir helfen Bauherren so, auf Augenhöhe mit dem Architekten, den Gewerken oder dem Heizungsinstallateur zu vereinbaren, was gemacht werden soll,“ sagt Dauner.

„Wir liefern Optionen: Was musst du aufgrund der Gesetzeslage und was kannst du tun?“ Mit verschiedenen Messgeräten, die Betroffene ausleihen können, versucht der Energiepunkt auch Vorurteile in Sachen Energiewende abzubauen. Zum Beispiel die physikalische Grundregel zu zeigen: Warm fließt nach kalt. Hierzu hat der Berater ein Oberflächentemperaturmessgerät zur Hand. Warum fühlt sich Metall kälter an als beispielsweise Holzwolle, obwohl das Messgerät exakt die gleiche Temperatur anzeigt? Die Antwort: Es liegt an der eigenen Körpertemperatur, die Wärme abgibt. „Wenn man diese Wärmebewegungen in und um die Häuser sehen könnte, hätten wir die Energiewende längst geschafft“, sagt Regge.

Ein CO2-Messgerät zeigt eindrucksvoll, wie stark der CO2-Anteil in der Luft steigt, wenn man einmal hinein pustet: „Das Thema Lüften ist in vielen Haushalten auch ein großes Tabu“, meint Dauner. „Wenn erstmal die feuchte Luft am Fenster kondensiert ist, ist es häufig schon zu spät.“ Ein anderes, ein Oberflächenfeuchtigkeitsmessgerät, eignet sich, um Feuchtigkeit an den Wänden zu überprüfen. Dies sei vor einer teuren Schimmelsanierung immer zu empfehlen.“

Mit der Angst gespielt

Es wird bei solchen Sanierungen auch viel mit der Angst der Leute gespielt“, sagt Dauner. Manchmal sähen schwarze Schleier an der Wand aber nur so aus wie Schimmel.

Das sogenannte „Fogging“, ein schwarzer Film, der sich an den Wänden über den Heizkörpern absetze, resultiere aus den Weichmachern der Farbe und habe mit Schimmel nichts zu tun. „Das kann man herausfinden, wenn man die Feuchtigkeit an der Wand misst. Ist sie trocken, ist es kein Schimmel, sondern eben dieser Schleier, der sich einfach mit einem Tuch wegwischen lässt“, erklärt Dauner.

Auch eine Wohnungseigentümergemeinschaft hat Dauner schon beraten. Die kamen mit zwei Gutachten und drei Angeboten, um ihr Dach abzudichten. Sollten sie nach KfW-Standard dämmen oder nur einfach? Die Gemeinschaft entschied sich nach der Beratung schließlich für die Maximalvariante. „Das hat mich überrascht“, sagt Dauner. Der Bauingenieur war selbst Anlagenplaner und Energieberater, bevor er zum Energiepunkt Frankfurt kam.

Zu rund zehn Prozent lassen sich auch Mieter im Energiepunkt beraten, dabei geht es häufig um die Heizkostenabrechnung. Da machten neue Heizkostenzähler manchmal Probleme, die einen höheren Verbrauch anzeigten. Ein besonders dramatischer Fall war der einer alleinerziehenden Mutter. Sie sollte 5000 Euro an Heizkosten nachzahlen.

„Wir haben das dann durchgerechnet, dass die Dame bei so einer Rechnung im Durchschnitt bei sich in der Wohnung eine Temperatur von 44 Grad Celsius hätte haben müssen,“, erzählt Dauner, „Das war absolut unrealistisch. Die Rechnung wurde von dem Energieversorger dann auch zurückgenommen.“

Der Energiepunkt kooperiert in solchen Fragen auch mit dem Mieterbund Frankfurt, der auch Mitglied des Vereins ist oder mit der Verbraucherzentrale.

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