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ÖPNV Rhein-Main: Entgleisungen, Bahnhof dicht - "Schwarzer Donnerstag" für Nahverkehr

Verspätungen, Zugausfälle, Umwege: Wer am Donnerstag Busse und Bahnen nutzte, brauchte viel Geduld. In Frankfurt entgleiste eine U-Bahn - und mit ihr die Stimmung unter den Pendlern. In Mainz ging am Hauptbahnhof zwei Stunden lang gar nichts.
Foto: Michael Faust

Pendler und Bahnreisende sind am Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet auf eine harte Geduldsprobe gestellt worden: In Frankfurt entgleiste im morgendlichen Berufsverkehr eine U-Bahn, in Mainz wurde sogar der Hauptbahnhof zwei Stunden gesperrt. Zusätzlich sorgten mehrere Unfälle für Behinderungen. Tausende von Reisenden kamen zur spät oder mussten auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sprach von einem «Schwarzen Donnerstag».

In Frankfurt entgleiste gegen 5.00 Uhr an der zentralen Station Konstablerwache eine U-Bahn der Linie 5. Menschen wurden nicht verletzt, da der Zug gerade aus dem Depot kam und leer war, wie die VGF mitteilte. Nach gut drei Stunden gelang es der VGF und der Feuerwehr, den Waggon wieder auf die Gleise zu setzen und die Strecke freizugeben. In der Zwischenzeit wurde ein Taxiersatzverkehr eingerichtet. Reisende konnten aber auch auf S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen ausweichen, die die Station ebenfalls anfahren. Betroffen von der Streckensperrung waren die Linien U4 und U5.

Bilderstrecke Straßenbahn bei Universitätsklinikum entgleist
Nach einer U-Bahn-Entgleisung am frühen Morgen und zwei Straßenbahn-Unfällen ist gegen Mittag die Straßenbahn 21 am Frankfurter Uniklinikum entgleist. Es folgen weitere Bilder.

Nach Angaben einer VGF-Sprecherin war zunächst unklar, wieso der Zug an einem Drehgestell aus den Schienen springen konnte. Er sei noch nicht im regulären Fahrbetrieb gewesen. Zudem fuhr er nicht auf den Schienen, die für den normalen Bahnbetrieb verwendet werden. Zu den Behinderungen sei es nur gekommen, weil der zentrale Tunnel unter der Innenstadt durch die Bergung blockiert worden sei.

In den Mittagsstunden entgleiste in Frankfurt zudem in der Nähe der Uni-Klinik eine Straßenbahn. Verletzt wurde nach VGF-Angaben niemand, in der Bahn befanden sich keine Fahrgäste. Es gab aber Beeinträchtigungen für den Straßenbahnverkehr südlich des Mains. Glimpflich gingen auch zwei Zusammenstöße von Straßenbahnen und Autos am Morgen und am frühen Mittag aus. Es kam jedoch auch dabei zu Verspätungen, Ausfällen und Ersatzverkehr.

Der Mainzer Hauptbahnhof wurde nach Angaben der Bahn weder von Osten noch von Westen her angefahren. Das spürten viele Pendler. Es habe «Flächenwirkung» bis Frankfurt gehabt, sagte ein Bahn-Sprecher. Züge und S-Bahnen fielen aus oder verspäteten sich. Auch nach Aufhebung der Sperrung gegen 8.20 Uhr dauerten die Verspätungen im Regionalverkehr am Vormittag noch an. Der Fernverkehr wurde um die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt herum umgeleitet.

Innerhalb der Stadt verwies die Bahn die Fahrgäste auf die städtischen Verkehrsmittel. Ein Sprecher der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) sagte, dass auch aufgrund des schlechten Wetters ohnehin fast alle Busse im Einsatz gewesen seien. Ein paar wenige zusätzliche Fahrzeuge konnten auf die Straße geschickt werden. Die Busse hätten sich aufgrund zahlreicher Staus in der Innenstadt aber auch nur sehr langsam fortbewegt, sagte der Sprecher.

Laut Polizei war der Zwischenfall am Hauptbahnhof kein Unfall. Demnach stand ein 79-jähriger Mann aus Frankfurt auf einem Gleis, wurde von einem Zug erfasst und starb. Es werde geprüft, ob er altersbedingt desorientiert gewesen sei. Auch einen Suizid schlossen die Ermittler nicht aus.

Sollten Sie selbst Absichten zum Selbstmord haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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