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Katastrophale Zustände: Misshandlungen in Mühlheimer Seniorenzentrum: Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein Fernsehbericht hatte katastrophale Zustände in einem Seniorenheim in Mühlheim gezeigt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Frauen und einen Mann.
Symbolbild Seniorenheim. Symbolbild Seniorenheim.
Mühlheim. 

Nach einem Fernsehbericht über Misshandlungen in einem Seniorenzentrum in Mühlheim bei Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Ein Sprecher der Behörde in Darmstadt sagte am Dienstag auf Anfrage, es werde gegen zwei Frauen und einen Mann wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie wegen Körperverletzung ermittelt. Eine Privatperson hatte Anzeige erstattet.

Das Hessische Amt für Versorgung und Soziales (HAVS) in Frankfurt will ebenfalls Strafanzeige in diesem Fall erstatten. Das teilte das Regierungspräsidium Gießen (RP) als vorgesetzte Behörde mit. Für einen Fernsehbericht der Sendung «Extra» hatte RTL eine Reporterin als Praktikantin in das Seniorenzentrum eingeschleust. Sie filmte ihre Erlebnisse über Wochen. Pflegebedürftige Menschen werden in den Aufnahmen beispielsweise vom Personal beleidigt.

Nach einem zunächst anonymen Hinweis hatte die Betreuungs- und Pflegeaufsicht Frankfurt Mitte Oktober eine Überprüfung vorgenommen, teilte vergangene Woche ein Sprecher des RP Gießen mit. Dabei seien «freiheitsentziehende Maßnahmen» wie das Anziehen der Rollstuhlbremse festgestellt worden, dazu Hygienemängel und eine schlechte Erreichbarkeit der Pfleger für die Bewohner. Auch habe es Mängel in der Umsetzung ärztlicher Verordnungen gegeben. Bei einem Termin am 10. November konzentrierten sich die Prüfer nach Angaben des RP Gießen auf die Personalbesetzung. «Die Leitungsfunktionen auf den einzelnen Wohnbereichen waren adäquat besetzt», hieß es am Dienstag.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Offenbach, Träger und Betreiber des Seniorenzentrums, hatte nach der Veröffentlichung des RTL-Beitrags drei Pfleger freigestellt, die in dem Bericht vorkamen. Sie seien zum Zweck der Klärung freigestellt worden, außerdem zu ihrem Schutz, da es Morddrohungen gegeben habe.

DRK-Kreisgeschäftsführer Doru Somesan sagte am Dienstag, man wolle die Situation in dem Seniorenzentrum durch ein Qualitätsmanagement verbessern. Als Grund für die Missstände nannte Somesan die geringe Qualifizierungsquote im Haus, die unterhalb der vorgeschriebenen 50 Prozentmarke gelegen habe. Es sei schwierig, qualifiziertes Personal zu finden. Die Mitarbeiter wolle man nun mit Schulungen besser qualifizieren und sensibilisieren. «So etwas darf sich nicht wiederholen», sagte Somesan.

(dpa)

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