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Fachleute warnen: Paar zieht fast verhungertes Rehkitz auf

Anja Pahlen und Peter Göbel füttern am 09.01.2018 im Wohnzimmer ihres Hauses in Groß-Zimmern (Hessen) Rehkitz "Bambi". Das stubenreine Tier wächst zusammen mit zwei Hunden bei dem Paar auf. Sie hatten das fast verhungerte Tier aufgepäppelt. Foto: Karl-Heinz Bärtl (dpa) Anja Pahlen und Peter Göbel füttern am 09.01.2018 im Wohnzimmer ihres Hauses in Groß-Zimmern (Hessen) Rehkitz "Bambi". Das stubenreine Tier wächst zusammen mit zwei Hunden bei dem Paar auf. Sie hatten das fast verhungerte Tier aufgepäppelt.
Groß-Zimmern. 

Ein Paar im südhessischen Groß-Zimmern zieht ein Rehkitz auf. „Bambi” lebt zusammen mit Anja Pahlen, Peter Göbel und deren beiden Hunden unter einem Dach. Die Altenpflegerin hatte das fast verhungerte Wildtier bei einem Spaziergang im vergangenen Sommer entdeckt und mit Ziegenmilch aus der Spritze langsam aufgepäppelt. Jetzt sieht sich das Paar nach einem Wildpark für den Bock um, der voraussichtlich im März geschlechtsreif wird. Mehrere Medien hatten zuvor über die ungewöhnliche Hausgemeinschaft berichtet.

Dass Wildtiere in Familien vorübergehend Aufnahme finden und sich mit allen - auch Haustieren - vertragen, komme immer wieder mal vor, sagt Naturschutzreferent Rolf Becker vom Landesjagdverband. „Man muss aber immer damit rechnen, dass das Wildtier andere Reaktionen zeigt als ein Haustier.” Als Beispiele nennt er fremde Hunde, oder wenn sich die Tiere bedrängt fühlten. Die Tierschutzbeauftragte des Landes, Madeleine Martin, und ein Wildbiologe warnen dagegen vor gefährlichen Folgen - gerade auch für Pahlen und Göbel.

Die Gefahr, dass geschlechtsreife Rehböcke aggressiv werden und Menschen angreifen, sei groß, betont Martin. Tierarzt Dominik Fischer vom Arbeitskreis Wildbiologie der Uni Gießen warnt, geschlechtsreife Rehböcke hielten die ihnen vertrauten Menschen für Artgenossen und zögen sie für Rangkämpfe heran. „Das kann gesundheitsgefährlich sein.” „Bambi” müsse möglichst bald ausgewildert werden. Dabei könnten Auffangstationen für Wildtiere wie etwa im niedersächsischen Sachsenhagen helfen.

(dpa)

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