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Hessen in Braun: Rechte Szene mit «gewisser Kontinuität»

Neonazis sind auch im zurückliegenden Jahr wieder durch Hessens Straßen gezogen und haben ihre Parolen verbreitet. Viele Bürger wehren sich. Doch andere erliegen dem Alltagsrassismus.
NPD-Anhänger im hessischen Friedberg. (Archivbild: dpa) NPD-Anhänger im hessischen Friedberg. (Archivbild: dpa)
Frankfurt.  Das Jahr 2013 hatte in Hessen auch seine braunen Seiten. Pöbelnde Neonazis sorgten für Schlagzeilen, ebenso NPD-Aufmärsche, rassistische Parteiwerbung vor den Landtags- und Bundestagswahlen oder ein rechtsradikales Gefängnisnetzwerk. Waren das mehr Umtriebe der Szene als sonst? Und wie entwickelt sie sich weiter? Experten und Betroffene geben ihre Einschätzung.


 

Prof. Dr. Benno Hafeneger. (Foto: privat) Bild-Zoom
Prof. Dr. Benno Hafeneger. (Foto: privat)
DER WISSENSCHAFTLER: «Es ist eine gewisse Kontinuität seit fast 20 Jahren in Hessen zu beobachten», sagt der Marburger Extremismusforscher Benno Hafeneger. «Es gibt nach wie vor Gruppierungen im Rahmen von Kameradschaften und Freien Netzen. Die sind organisiert, treten teils provozierend und auch gewalttätig in der Öffentlichkeit auf und suchen die Auseinandersetzung. Dann haben wir eine informelle Cliquen-Szene, die sehr dynamisch ist. Im jugendkulturellen Bereich schließlich gibt es das Phänomen, dass zum Beispiel entsprechende Musik, Kleidung oder Sprache genutzt wird.»


Der Forscher geht nicht davon aus, dass sich an der Gesamtsituation im neuen Jahr viel ändern wird: «Wir sehen keine Entwicklung derzeit, die die Vermutung nahelegt, dass sich rechte oder rechtsextreme Tendenzen auflösen.»
 

Der hessische Verfassungsschutzbericht. (Archivbild: dpa) Bild-Zoom
Der hessische Verfassungsschutzbericht. (Archivbild: dpa)
DAS MINISTERIUM: Zahlen und Details zum Rechtsextremismus 2013 in Hessen gibt es erst, wenn das Innenministerium den neuen Verfassungsschutzbericht veröffentlicht. 2012 zählten die Fachleute demnach 1300 Szeneanhänger, davon 400 gewaltbereite. Mehrere Programme des Landes sollen gegen Rechts vorgehen und Betroffenen helfen. Im Februar 2013 wurde nach Ministeriumsangaben das «Hessische Informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus» eingerichtet, es soll unter anderem die Programme gegen extremistische Bewegungen erfassen und koordinieren.


Zu den Angeboten gegen Rechts gehört etwa das Modellprojekt «Rote Linie - Hilfe zum Ausstieg vor dem Einstieg», das sich an gefährdete Jugendliche richtet. Wer bereits Szenemitglied ist, aber wieder raus will, kann sich an das beim Landeskriminalamt angesiedelte Aussteigerprogramm «Ikarus» wenden. Wo Neonazis Ortschaften aufmischen, ist das «Beratungsnetzwerk Hessen - Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus» zur Stelle.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, was Berater und Betroffene sagen.

Die Springerstiefel eines Neonazis, aufgenommen während einer Demonstration. Die Mordserie an ausländischen Gewerbetreibenden entzweit die rechte Szene. (Archivbild: dpa)
Hintergrund: Die rechte Szene in Hessen

Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz zählte zuletzt 1300 Rechtsextremisten im Land, davon 400 gewaltbereite (Stand 2012).

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(Carolin Eckenfels, dpa)
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