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Blutbad: Terroranschlag in Istanbul: Trauer um Opfer aus der Region

Von Der Schock in der Region ist groß: Auch aus Mittelhessen und dem nahen Mainz kommen Opfer des Terroranschlags von Istanbul.
Mahnwache für die Opfer des Terroranschlags in Istanbul. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Mahnwache für die Opfer des Terroranschlags in Istanbul.
Mainz/Wiesbaden. 

Ein Mann aus Stadtallendorf und ein Ehepaar aus Mainz sind unter den Opfern eines Selbstmordattentäters, der sich am Dienstagmorgen in der Innenstadt von Istanbul in die Luft sprengte, mitten in einer deutschen Reisegruppe. „Ich bin entsetzt über den Anschlag, ich verurteile dieses feige Verbrechen aufs Schärfste“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden: „Wir sind entschlossen, den Gefahren des internationalen Terrorismus entgegenzutreten.“

Die 33-köpfige Reisegruppe des Veranstalters „Lebenslust Touristik“ war auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise, zehn Menschen starben bei dem Attentat, 15 weitere wurden verletzt. Das hessische Opfer ist ein 67 Jahre alter Mann aus Stadtallendorf, seine 50 Jahre alte Frau wurde bei dem Attentat verletzt. Aus Mainz kamen ein 61 Jahre alter Mann und seine 59 Jahre alte Frau, beide starben bei dem Anschlag. Zudem kam ein 73 Jahre alter Mann aus Bad Kreuznach ums Leben, seine 60 Jahre alte Ehefrau liegt schwer verletzt in einer Klinik in Istanbul.

„Wir sind alle total entsetzt und trauern um die Todesopfer“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Eine „eigentlich schön geplante Urlaubsreise geht schrecklich zu Ende mit einem grauenhaften Attentat, wir nehmen mit großem Mitgefühl Anteil.“ Entsetzen und Anteilnahme in der Region sind groß.

„Dass Menschen im Urlaub aus dem Leben gerissen werden, nur weil sie ihre Freiheit leben, das erschüttert mich wirklich zutiefst“, sagte die Ortsvorsteherin des Mainzer Stadtteils Bretzenheim, Claudia Siebner (CDU), dieser Zeitung. Natürlich sei die Betroffenheit bei allen Anschlägen, wie Paris, schon groß gewesen, „aber jetzt ist es vor der Haustür.“

Trotzdem feiern

„Sehr beängstigend ist das, schrecklich“, sagte eine Verkäuferin in einer Bäckerei im Ort. Dass sich Menschen „nur wegen der Religion“ und aus Fanatismus in die Luft sprengen und andere Menschen dabei mitnehmen, „ich kann das nicht verstehen“, sagte sie. „Mit welchem Recht tun die das?“ Einschüchtern lassen aber will sie sich nicht, Fastnacht werde sie trotzdem feiern, „sonst kann man ja nirgends mehr hingehen“, sagt sie noch.

„Wir werden uns von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen und an den Grundwerten unseres gemeinsamen Zusammenlebens in Frieden und gegenseitigem Respekt unverrückbar festhalten“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung aller Politiker des Ortsteils: „Dies schließt ausdrücklich die Hilfe für Bedürftige, egal welcher Religion, Hautfarbe oder Nationalität mit ein.“

Auch der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) betonte, Mainz werde an Fastnacht auch feiern. „Der brutale und rücksichtslose Terroranschlag stellt einen bitteren Moment dar, der die gesamte Stadt bestürzt, betroffen und auch wütend macht“, sagte er. Das Mitgefühl gilt nun den Angehörigen, Familien und Freunden der Opfer.

Menschen, die ein paar Straßen weiter wohnen, von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen, das mache sprachlos, sagt Siebner. Und es werfe Fragen auf, existenzielle Fragen: „Das zeigt bei aller Freiheit ein Stück weit auch die Ohnmacht – wir kommen gegen die Terroristen nicht an.“

Doch es zeige auch: Die Freiheit sei „ein hohes Gut“, das in vielen Jahrhunderten erstritten worden sei. „Generationen vor uns haben für genau diese Freiheit gekämpft“, sagt die Ortspolitikerin, „das dürfen wir auf keinen Fall aufgeben.“

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