«Antonia» hat fast 5000 «Freunde»

Facebook, MySpace, WKW oder Twitter: Online-Plattformen werden von immer mehr Menschen aus der Region genutzt, um alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.
Auch sie nutzen soziale Netzwerke: Antonia aus Tirol und Benedikt Böckling. Auch sie nutzen soziale Netzwerke: Antonia aus Tirol und Benedikt Böckling.

Facebook, MySpace, WKW oder Twitter: Online-Plattformen werden von immer mehr Menschen aus der Region genutzt, um alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Manche wollen einen neuen Partner finden, andere eine neue Stelle oder einfach nur Spaß haben. Die sozialen Netzwerke werden mittlerweile auch rege von Politikern, Geschäftsleuten und Künstlern frequentiert, um sich bekannter zu machen.

Limburg-Weilburg. Manche Menschen sind mittlerweile so onlinesüchtig, dass sie Gott und der Welt alle fünf Minuten posten, was sie gerade tun. Andere sind vorsichtig mit dem, was sie ihren Online-»Freunden» verraten, haben Angst um Sicherheit von privaten Daten oder vor persönlichen Nachteilen, wenn vielleicht der Chef per Nachricht oder Bildern von privaten Eskapaden erfährt. Unser Mitarbeiter Robin Klöppel hat mit heimischen Netzwerkern gesprochen, warum sie online sind.

Der Bad Camberger Nachwuchspolitiker Andreas Hofmeister, Kreisgeschäftsführer der CDU, tummelt sich beispielsweise im Netz, weil er so mit vielen möglichen Wählern in Kontakt treten kann. Hofmeister hat eine persönliche Seite bei Facebook, arbeitet gerade an einem zusätzlichen Auftritt der CDU-Kreistagsfraktion.

SPD-Unterbezirksvorsitzender Tobias Eckert (Mengerskirchen) nutzt wer-kennt-wen (WKW), Facebook, meine-spd.de (parteiinternes Netzwerk) sowie Xing eher privat. Eckert sagt aber auch: «Ich glaube, via Facebook erreicht man direkter die Bürger als mit Pressemitteilungen.» Trotz der virtuellen Netzwerke seien ihm reale Kontakte aber wichtiger als seine virtuelle Farm bei Facebook.

Neues von Bekannten

Villmars SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Aumüller ist seit drei Jahren bei WKW dabei. «Man erfährt sehr einfach Neuigkeiten aus seinem erweiterten Bekanntenkreis, von anstehenden Veranstaltungen und Events und kann ebenso einfach und vor allen Dingen sehr zeitnah eine Vielzahl von Personen erreichen», erläutert Aumüller.

Dr. Michael Demel (CDU) aus Runkel, Referatsleiter Finanzpolitik der Hessischen Landesvertretung in Berlin, nutzt Netzwerkplattformen wie Xing gerne, «um immer die aktuellen Kontaktdaten meiner Bekannten und Freunde verfügbar zu haben oder Neuigkeiten aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld zu erfahren». Wichtig sei ihm dabei aber ein strenger Datenschutz, und deshalb habe er sich bei Facebook bewusst nicht angemeldet.

Der 18-jährige Cornelius Dehm vom Kreisvorstand der Grünen sagt: «Ich bin angemeldet, um mit Freunden zu kommunizieren. Sie wohnen ja nicht alle um die Ecke. Es ist für mich derzeit ein wichtiges Medium». Dem Limburger gefällt an Facebook die Vielseitigkeit.

Auf acht Portalen

Auch Künstler nutzen die kostenlosen Werbemöglichkeiten. Die in Eisenbach lebende «Antonia aus Tirol» ist darin ein absoluter Profi, sie tummelt sich auf insgesamt acht Portalen, «Antonia» twittert, sie stellt bei MySpace neue Songs ein und informiert über aktuelle CDs, Live- und Fernsehauftritte. Der Zeitaufwand lohnt sich. Bei Facebook hat Stumptner bereits 4900 «Freunde». Die verschiedenen Communitys seien eine gute Möglichkeit, direkten Kontakt zu den Fans zu bekommen. «Stören tut mich am Internet, dass sehr viele auch ganz anonym wirklich völlig unnötige, beleidigende, diskriminierende Kommentare abgeben können», sagt «Antonia».

Der Niederhadamarer Benedikt Böckling studiert Musikmanagement und wirbt in den Portalen kostenlos für die Konzerte seiner Band «Sixpash». Mit dem privaten Einstellen ist der 23-Jährige aber vorsichtig. Immer mehr Chefs informierten sich per Facebook & Co. über Bewerber. Da seien Partybilder auf der eigenen Seite oder Postings nachts um fünf («Kommen gerade aus der Kneipe») gefährlich.

Moritz Schmidt-Opper aus Diez, aktueller U-21-Hockey-Nationalspieler, ist bei Facebook, weil es «momentan einfach angesagt ist». Er macht dort Reklame für seinen Sport und kommuniziert mit seinen Sportfreunden in Hamburg, Berlin oder München. Den 19-Jährigen ärgert nur, dass man über die Status-Eingabe unter Gruppenzwang gesetzt wird, zu viel über sich privat zu verraten.

Neugierde wecken

Monika Parhofer aus Steeden sagt, dass solche Portale auch eine gute Plattform für Firmenwerbung darstellten. «Man hat ja sowohl bei XING, Facebook und WKW die Möglichkeit, eine Verknüpfung auf die eigene Firmenhomepage anzugeben, und viele Menschen klicken auf jeden Fall dann aus Neugierde auf den Link.» Sie nervt, dass manche ungefragt Fotos von anderen einstellen und zu viele unsinnige Einladungen für Gruppen oder Spiele verschickt werden.

Der Niederhadamarer Student Lukas Bünning hält per Facebook Kontakt zu alten Freunden und organisiert das Studentenleben.

Angesagte Adressen

Hier eine Auswahl angesagter Kommunikationsplattformen: www.facebook.com, www.wer-kennt-wen.de (beide zum Finden und Austausch mit Bekannten) , www.myspace.com, www.youtube.com (beide interessant für Band-Werbung), www.twitter.com (aktuelle Infos über Aktivitäten von Freunden) , www.studivz.net (für Studenten), www.schuelervz.net (für Schüler) www.stayfriends.de (zum Finden ehemaliger Klassenkameraden), www.xing.com (Stellensuche).

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