Die Seele etlicher Frankfurter schwächelt

Mit 2,9 Prozent liegt Frankfurt bei den krankheitsbedingten Ausfalltagen deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Stark angestiegen sind allerdings die Krankschreibungen bei den psychischen Erkrankungen. Diese lagen mit 13 Prozent sogar über dem Landesschnitt.

Mit 2,9 Prozent liegt Frankfurt bei den krankheitsbedingten Ausfalltagen deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Stark angestiegen sind allerdings die Krankschreibungen bei den psychischen Erkrankungen. Diese lagen mit 13 Prozent sogar über dem Landesschnitt.

Frankfurt. In Frankfurt leben die gesündesten Hessen. Das ist die gute Nachricht im Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) für das zurückliegende Jahr. Ist dieser Untersuchung zufolge der Krankenstand in Hessen in jenem Zeitraum auf 3,5 Prozent gestiegen, wuchs in Frankfurt die Zahl der Erkrankungen mit 0,1 Prozentpunkten nur leicht.

Was die DAK auch herausfand: Mit 2,9 Prozent liegt die Bankenmetropole bei den Ausfalltagen deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 29 krankgeschrieben, fünf weniger als bundesweit.

In dieser vordergründig guten Nachricht steckt indessen auch eine schlechte. Die Ausfalltage der Frankfurter nahmen im Vergleich zu 2008 in fast allen Diagnosen zu, auch das meldet der jüngste DAK-Gesundheitsreport. Besonders alarmierend: Stark angestiegen sind mit 13 Prozent die Krankschreibungen bei den psychischen Erkrankungen. Diese lagen damit sogar über dem Landesschnitt.

Auch bei den Erkrankungen des Atmungssystems gab es einen Anstieg um gut sieben Prozent. Sie waren damit die häufigste Diagnose bei den Krankschreibungen. Weniger krank waren die Frankfurter aufgrund Erkrankungen des Verdauungssystems. Diese gingen um 20 Prozent zurück.

So erfreulich der vergleichsweise niedrige Krankenstand in Frankfurt ist, so sehr ist ein Leiden auf dem Vormarsch, das die Krankenversicherer alarmiert: die Schlafstörungen. Wie Analysen der Krankmeldungen zeigen, sind die Ausfalltage aufgrund von Ein- und Durchschlafstörungen landesweit zwischen 2005 und 2009 um fast 50 Prozent gestiegen.

Die Ursachen für Schlafprobleme sind unterschiedlich: Für 40 Prozent der Betroffenen sind Stress und Belastungen der größte «Schlafkiller». Dazu gehören auch Konflikte im Job. Jeder Vierte grübelt nachts über Ängste und Sorgen. Weitere Gründe für einen gestörten Schlaf sind Schmerzen und Lärm. «In unserer 24-Stunden-Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität im Beruf und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe», bilanziert DAK-Chef Wolfgang Wirkner. enz

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